Langhalsschleifer MENZER LHS 225 VARIO

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Ein Langhalsschleifer, auch Schleifgiraffe genannt, ist das Werkzeug für Wände und Decken: ein runder Schleifteller am langen Stiel, mit dem man Spachtelmasse, Farbreste und Putzunebenheiten abschleift, ohne auf die Leiter zu steigen. Der Menzer LHS 225 Vario ist ein Gerät der mittleren Preisklasse mit Teleskopstiel und Motor direkt am Schleifkopf. Ich habe ihn bei Renovierungsarbeiten an Wänden und Decken eingesetzt.
Die technischen Daten
| Leistung | 710 Watt, 220–240 Volt |
| Drehzahl | 1000–2100 min⁻¹, stufenlos regelbar |
| Schleifteller | 225 mm, Klettaufnahme |
| Länge | 1,55–1,95 m, Teleskop |
| Gewicht | 4,2 kg |
| Abmessungen | 116,4 × 30,8 × 26,5 cm (eingefahren) |
| Lieferumfang | Transporttasche, Zusatzgriff, Sortiment Schleifscheiben und Schleifgitter |
Beiliegend sind Schleifmittel im Wert von rund 20 Euro, darunter Schleifgitter und Schleifscheiben verschiedener Körnungen. Damit kann man direkt anfangen.
Die Bauweise: Motor am Kopf
Menzer setzt den Motor direkt über den Schleifkopf. Die Kraft geht ohne lange Antriebswelle auf den Teller, verlustfrei und verschleißarm. Viele günstige Langhalsschleifer haben den Motor am hinteren Ende und übertragen die Kraft über eine Welle im Stiel – diese Welle ist oft die erste Verschleißstelle.
Der Nachteil der Kopfbauweise ist das Gewicht vorn. Menzer gleicht das durch die Gewichtsverteilung aus, und in der Praxis funktioniert das gut: Der Schleifer liegt ausgewogen in der Hand.
Die Schleifkopfspitze lässt sich abnehmen. Damit schleift man bis dicht an Ecken, Deckenkanten und Fensterlaibungen. Bei Geräten ohne diese Möglichkeit bleibt ein Rand, den man von Hand nacharbeiten muss.
Aufbau und erster Eindruck
Die Verarbeitung ist gut. Die Montage ist einfach und in wenigen Minuten erledigt. Zusammengebaut wirkt das Gerät robust und liegt überraschend handlich in der Hand, trotz der Länge.
Der Teleskopstiel lässt sich zwischen 1,55 und 1,95 m verstellen. Damit erreicht man bei normalen Raumhöhen die Decke ohne Leiter, vom Boden aus. Wer Altbauten mit 3,20 m Deckenhöhe hat, braucht ein Podest.
Beim Schleifen
Die stufenlose Drehzahlregelung funktioniert einwandfrei. Man beginnt langsam, erhöht nach Bedarf – so entsteht kein Wellenschliff auf der Wand. Das Gerät hat alle Schleifarbeiten, die ich ihm gegeben habe, ohne Probleme erledigt: Spachtelmasse, alte Farbe, Unebenheiten im Putz.
Etwas Kraft braucht man. Aber durch die 4,2 kg und die gute Balance lässt sich mit dem LHS 225 länger arbeiten als mit manch anderem Modell. Auch bei längerer Nutzung lieferte er gleichmäßig gute Ergebnisse, auf denen Farbe und Tapete sauber halten.
Absaugung: ein Muss, aber mit Haken
Mit angeschlossenem Sauger entsteht beim Schleifen kaum Staub – und genau das ist der Grund, warum man einen Langhalsschleifer überhaupt kauft. Ohne Absaugung verteilt sich Gips- und Spachtelstaub in der ganzen Wohnung.
Der Haken: Der Absaugadapter passt nicht an jeden Sauger. Vor dem Kauf sollten Sie prüfen, ob Ihr Sauger den Anschluss aufnimmt, oder gleich einen Übergangsadapter einplanen. Für feinen Gips- und Spachtelstaub eignet sich ein Bau- oder Industriesauger mit Filter der Staubklasse M.
Lautstärke
Das Gerät ist ziemlich laut. Gehörschutz gehört beim Schleifen dazu, besonders bei Deckenarbeiten, bei denen der Motor direkt über dem Kopf läuft.
Was Käufer außerdem berichten
In Erfahrungsberichten anderer Nutzer tauchen drei Punkte auf, die bei meinem Einsatz nicht im Vordergrund standen, die man aber kennen sollte:
- Vibration bei hoher Drehzahl. Bei voller Drehzahl kann der Kopf zu vibrieren beginnen; dann entstehen leicht Kerben in der glatten Wand. Abhilfe: Drehzahl etwas zurücknehmen.
- Steife Kabel am Gelenkkopf, die die Beweglichkeit einschränken.
- Hauptgelenk aus Kunststoff ohne Kugellager. Für gelegentliche Renovierungen reicht das, für den Dauereinsatz auf der Baustelle ist es eine Schwachstelle.
Richtig schleifen
- Mit grober Körnung beginnen, etwa 80 bis 120, und dann auf 180 bis 240 wechseln.
- Drehzahl mittel wählen, Kopf flach aufsetzen, ohne Druck führen.
- In überlappenden Bahnen arbeiten, nicht kreisen.
- Streiflicht nutzen: Eine Lampe flach an die Wand halten zeigt jede Unebenheit.
- Staubmaske tragen, mindestens FFP2, auch mit Absaugung.
Mein Ergebnis
Trotz einiger Kritikpunkte hat der Menzer LHS 225 Vario ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Er ist robust, gut ausbalanciert, schleift bis in die Ecken und lässt den Heimwerker nicht im Stich. Laut ist er, und der Absauganschluss passt nicht überall.
Hochwertigere Geräte gibt es, sie kosten aber deutlich mehr. Wer gelegentlich eine Wand oder die eigene Wohnung renoviert, macht mit dem LHS 225 nichts falsch. Für den Dauereinsatz ist er nicht gebaut. Einen Überblick über die Geräteklasse gibt der Ratgeber Langhalsschleifer; Alternativen sind der Timbertech-Langhalsschleifer und der Einhell TC-DW 225.



Häufige Fragen
Reicht ein normaler Haushaltsstaubsauger?
Nein. Feiner Gips- und Spachtelstaub setzt den Filter in kurzer Zeit zu und kann den Motor schädigen. Ein Bau- oder Industriesauger mit Filterabreinigung ist die richtige Wahl.
Kann ich damit auch Tapetenreste entfernen?
Grobe Reste lassen sich mit grober Körnung abschleifen. Meist ist es schneller, die Tapete einzuweichen und abzuziehen und nur die verbliebenen Kleisterreste zu schleifen.
Lohnt sich Mieten statt Kaufen?
Für eine einzelne Wohnung kann sich das Mieten lohnen. Wer mehrere Räume nacheinander renoviert, hat den Kaufpreis nach wenigen Miettagen wieder drin.



