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Heimwerker-Berater

Ausziehbare Aluleiter

Werkzeugvon Andreas5 Min. · 9 Abschnitte
Ausziehbare Aluleiter
Inhalt9 Abschnitte
  1. Schiebeleiter, Seilzugleiter, Teleskopleiter
  2. Welche Länge Sie wirklich brauchen
  3. Was die Norm verlangt
  4. Alu, GFK oder Holz
  5. Sicher anstellen
  6. Typische Fehler
  7. Wann eine Leiter nicht mehr reicht
  8. Pflege und Lagerung
  9. Häufige Fragen

Eine ausziehbare Aluleiter besteht aus zwei oder drei Leiterteilen, die ineinander geschoben und auf die nötige Länge ausgezogen werden. Das ergibt eine lange Anlegeleiter, die zusammengeschoben noch in Garage oder Keller passt. Aluminium macht sie leicht genug, dass eine Person sie allein aufstellen kann – und leitet Strom, was man nie vergessen sollte.

Schiebeleiter, Seilzugleiter, Teleskopleiter

Unter den Begriff fallen drei Bauarten, die sich in der Handhabung deutlich unterscheiden:

SchiebeleiterZwei oder drei Teile, die von Hand ausgezogen und mit Haken an der Sprosse eingehängt werden. Robust und bewährt.
SeilzugleiterDas obere Teil wird über ein Seil hochgezogen, während die Leiter schon steht. Für große Längen ab etwa 8 m. Siehe Seilzugleiter.
TeleskopleiterJede Sprosse schiebt sich einzeln aus, zusammengeschoben kaum 80 cm lang. Mehr dazu bei der Ausziehleiter.
MehrzweckleiterDrei Teile, die sich auch als Stehleiter mit aufgesetztem Schiebeteil nutzen lassen. Siehe Multifunktionsleiter.

Für Dachrinne, Fassade und Obstbaum ist die klassische Alu-Schiebeleiter die übliche Lösung. Die Teleskopleiter punktet beim Verstauen, die Schiebeleiter bei Stabilität und Preis je Meter.

Welche Länge Sie wirklich brauchen

Die Faustregel: Die Leiter muss mindestens 1 m über die Stelle hinausragen, an der Sie aussteigen oder an der Sie arbeiten, damit Sie sich festhalten können. Hinzu kommt, dass eine Anlegeleiter schräg steht und deshalb weniger Höhe erreicht, als sie lang ist.

Bei zwei- und dreiteiligen Schiebeleitern überlappen sich die Teile, ausgezogen ist die Leiter also kürzer als die Summe der Einzelteile. Achten Sie deshalb auf die ausgezogene Leiterlänge und die Arbeitshöhe, die der Hersteller angibt, nicht auf die Sprossenzahl. Die Arbeitshöhe rechnet üblicherweise mit einer Person, die mit ausgestrecktem Arm arbeitet.

Ausziehbare Aluleiter im Einsatz
Ausziehbare Aluleiter im Einsatz | Foto: ratmaner / Depositphotos.com

Was die Norm verlangt

Tragbare Leitern werden in Europa nach DIN EN 131 geprüft. Die Norm legt Belastungstests, Maße und Kennzeichnung fest; die maximale Belastung liegt bei 150 kg einschließlich Werkzeug. Seit der Überarbeitung der Norm müssen Anlegeleitern mit mehr als 3 m Länge einen verbreiterten Fuß haben, meist eine Traverse am unteren Ende. Sie verhindert das seitliche Kippen, die häufigste Ursache für Leiterunfälle.

Eine Leiter ohne Traverse aus dem Keller ist damit nicht verboten, aber deutlich wackeliger. Wer eine alte Schiebeleiter nutzt, sollte eine Traverse nachrüsten – viele Hersteller bieten sie als Zubehör an. Zusätzlich gibt das GS-Zeichen an, dass eine unabhängige Stelle das Modell geprüft hat.

Alu, GFK oder Holz

Aluminium ist leicht, witterungsfest und günstig. Eine dreiteilige Alu-Schiebeleiter mit rund 8 m Länge lässt sich von einer Person tragen und aufstellen, was mit Holz kaum möglich ist.

Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) ist schwerer und teurer, leitet aber keinen Strom. Für Arbeiten in der Nähe elektrischer Leitungen, etwa an der Dachständer-Einführung oder in Werkstätten mit offenen Verteilungen, ist GFK die richtige Wahl.

Holz ist heute selten und fast nur noch als Obstbaumleiter verbreitet. Es isoliert im trockenen Zustand, ist aber schwer und muss gepflegt werden.

Sicher anstellen

  1. Untergrund prüfen. Fest, eben, tragfähig. Auf Rasen und Erde sinkt ein Fuß ein; eine Bohle darunter verteilt die Last.
  2. Leiterteile richtig einhängen. Alle Haken müssen vollständig über der Sprosse liegen, bevor jemand hinaufsteigt.
  3. Anstellwinkel 65 bis 75 Grad. Die bekannte Probe: Stellen Sie sich mit den Fußspitzen an die Leiterfüße und strecken Sie den Arm waagerecht aus. Erreicht die Hand die Sprosse in Schulterhöhe, stimmt der Winkel.
  4. Oben sichern. Die Leiter an einer tragfähigen Stelle anlehnen, nie an Dachrinne oder Glas. Ein Wandabstandshalter schont die Rinne.
  5. Oberste Sprossen frei lassen. Bei Anlegeleitern die obersten drei Sprossen nicht besteigen.

Typische Fehler

  • Zu weit seitlich greifen. Die Gürtelschnalle bleibt zwischen den Holmen. Wer weiter hinausgreift, versetzt lieber die Leiter.
  • Allein eine lange Leiter aufstellen. Ab etwa 6 m Länge ist eine zweite Person, die den Fuß sichert, keine Übervorsicht.
  • In der Nähe von Freileitungen. Mit einer Alu-Leiter bleibt man weit von jeder Stromleitung weg. Auch Niederspannung kann tödlich sein.
  • Beschädigte Leiter weiterbenutzt. Verbogene Holme, eingedrückte Sprossen oder fehlende Fußkappen sind ein Grund zum Aussortieren.

Wann eine Leiter nicht mehr reicht

Leitern sind Verkehrswege, keine Arbeitsplätze. Für kurze Arbeiten wie das Reinigen einer Dachrinne, das Auswechseln einer Leuchte oder das Schneiden eines Astes sind sie in Ordnung. Wer länger als etwa zwei Stunden am Stück in der Höhe arbeitet oder beide Hände für schweres Werkzeug braucht, sollte ein Gerüst stellen. Das gilt für den Anstrich einer Fassade, den Austausch von Fenstern im Obergeschoss oder Arbeiten mit Winkelschleifer und Bohrhammer.

Auch Lasten über 10 kg gehören nicht auf die Leiter. Wer einen Eimer Farbe, eine Rolle Dachpappe oder ein schweres Werkzeug mitnehmen will, zieht es besser an einem Seil hinterher. Ein fahrbares Gerüst lässt sich im Baumaschinenverleih oft tageweise mieten und ist dann die sicherere und am Ende auch schnellere Lösung.

Pflege und Lagerung

Alu rostet nicht, aber Gelenke, Haken und Fußkappen verschleißen. Prüfen Sie vor jedem Einsatz, ob die Fußkappen noch rutschfest sind und die Haken sauber einrasten. Lagern Sie die Leiter liegend oder an Haken hängend, damit sich die Holme nicht verziehen. Wer die Leiter gewerblich nutzt, muss sie regelmäßig durch eine befähigte Person prüfen lassen und das dokumentieren.

Häufige Fragen

Was kostet eine ausziehbare Aluleiter?

Zweiteilige Schiebeleitern mit rund 6 m Länge gibt es ab etwa 100 Euro. Dreiteilige Mehrzweck- und Schiebeleitern mit 8 bis 10 m kosten meist 150 bis 400 Euro, Seilzugleitern darüber.

Ist eine ausziehbare Leiter dasselbe wie eine Teleskopleiter?

Nicht ganz. Die Teleskopleiter ist eine Sonderform, bei der jede Sprosse einzeln ausfährt. Die klassische ausziehbare Leiter besteht aus zwei oder drei ganzen Leiterteilen.

Darf ich von der Leiter auf das Dach steigen?

Nur, wenn die Leiter mindestens 1 m über die Traufe hinausragt und oben gegen Wegrutschen gesichert ist. Für regelmäßige Arbeiten auf dem Dach gibt es spezielle Dachleitern, die in die Dachfläche eingehängt werden.

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