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Heimwerker-Berater

Linienlaser

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Linienlaser
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie die Linie entsteht
  2. Die Bauformen
  3. Was welches Gerät kann
  4. Genauigkeit und Nivellierung
  5. Rot oder grün
  6. Reichweite und Empfänger
  7. Das Zubehör
  8. So nutzen Sie ihn richtig
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Ein Linienlaser projiziert eine oder mehrere gerade Laserlinien auf Wand, Boden und Decke und ersetzt damit Schlagschnur, Richtscheit und Wasserwaage auf langen Strecken. Die wichtigste Kaufentscheidung ist die Zahl der Linien – von der einfachen Kreuzlinie bis zum Gerät, das den ganzen Raum mit drei umlaufenden Linien ausmisst.

Wie die Linie entsteht

Ein Laser erzeugt zunächst einen Punkt. Zur Linie wird er durch eine Optik, die den Strahl in eine Richtung auffächert. Bei den meisten Geräten ist das eine refraktive Optik, also eine Zylinder- oder Powell-Linse, die das Licht bricht. Einige Geräte nutzen diffraktive optische Elemente, feine Mikrostrukturen, die den Strahl durch Beugung formen und auch mehrere Linien oder Muster aus einer Diode erzeugen können.

Für den Anwender entscheidend ist das Ergebnis: eine gleichmäßig helle, scharfe Linie ohne dunkle Stellen an den Enden. Günstige Geräte haben oft eine Linie, die zur Mitte hin hell und zu den Rändern schwach ist.

Die Bauformen

EinlinienlaserEine waagerechte oder senkrechte Linie. Einfach und günstig, für Bilder und Regale.
KreuzlinienlaserEine waagerechte und eine senkrechte Linie gleichzeitig. Der Standard im Innenausbau, siehe Kreuzlaser.
360-Grad-LaserEine waagerechte Linie läuft einmal rund um den Raum. Ideal, um alle Wände auf dieselbe Höhe zu bringen.
3 × 360 GradEine waagerechte und zwei senkrechte umlaufende Linien im rechten Winkel. Damit lässt sich ein ganzer Raum in einem Aufbau ausrichten.
Linien- und PunktlaserZusätzlich Lotpunkte nach oben und unten zum Übertragen von Bodenpunkten an die Decke.

Was welches Gerät kann

Für Bilder, Regale und einzelne Schränke reicht ein Kreuzlinienlaser mit einem Fächer von etwa 120 Grad. Wer Trockenbauwände stellt, Decken abhängt oder Fliesen in einem ganzen Bad verlegt, spart mit einem 360-Grad-Gerät viel Zeit, weil es nicht bei jeder Wand neu aufgestellt werden muss. Die Variante mit drei umlaufenden Linien ist für Trockenbauer und Installateure gedacht, die rechte Winkel über ganze Räume übertragen.

Genauigkeit und Nivellierung

Selbstnivellierende Linienlaser erreichen meist ±0,2 bis ±0,5 mm/m. Das Pendel gleicht Schieflagen bis etwa 3 bis 4 Grad aus. Außerhalb dieses Bereichs blinkt die Linie oder das Gerät schaltet sich ab. Das ist eine Schutzfunktion, kein Defekt.

Geräte ohne Selbstnivellierung werden über Libellen ausgerichtet und sind dadurch nur so genau wie der Mensch, der sie einrichtet. Für echte Nivellierarbeiten sind sie nicht zu empfehlen. Die Grenzen dieser Methode zeigt der Beitrag zur Laser-Wasserwaage.

Rot oder grün

Grüne Linien wirken für das menschliche Auge bei gleicher Laserleistung deutlich heller als rote. In hellen Räumen und auf dunklen Untergründen sind sie besser zu erkennen. Dafür brauchen sie mehr Strom und sind teurer. In einem Rohbau mit großen Fensterflächen lohnt sich grün fast immer, im abgedunkelten Keller tut es auch rot.

Reichweite und Empfänger

Die sichtbare Reichweite liegt innen meist bei 10 bis 30 m. Für Heimwerker reichen 10 bis 15 m in aller Regel aus. Draußen ist die Linie im Tageslicht schnell nicht mehr zu sehen. Dann hilft nur ein Laserempfänger, der die Linie elektronisch erkennt und piept. Dafür muss der Laser einen Pulsmodus haben, sonst funktioniert der Empfänger nicht. Mit Empfänger sind je nach Gerät 50 m und mehr möglich.

Das Zubehör

Stativ. Ein Kurbelstativ mit Höhenverstellung macht den Laser erst richtig nützlich. Viele Geräte haben ein 1/4-Zoll-Gewinde für Fotostative, Baustative haben 5/8 Zoll.

Wand- und Deckenhalterung. Zum Befestigen an Profilen im Trockenbau.

Zieltafel. Eine reflektierende Tafel mit Skala erleichtert das Ablesen auf Entfernung.

Laserbrille. Sie ist keine Schutzbrille, sondern eine Sichtbrille, die die Linie kontrastreicher macht. Vor dem Laser schützt sie nicht.

So nutzen Sie ihn richtig

  1. Aufstellen, auf einem Stativ oder stabilen Untergrund, möglichst in der Raummitte.
  2. Pendel entriegeln und warten, bis die Linien ruhig stehen.
  3. Höhe einstellen über das Stativ, nicht durch Unterlegen.
  4. Markieren, immer in der Linienmitte.
  5. Nach dem Einsatz das Pendel wieder verriegeln, bevor das Gerät transportiert wird.

Typische Fehler

  • Laser auf der Leiter. Jede Bewegung auf der Stufe verschiebt die Linie.
  • Am Linienrand markiert. Auf 10 m ist die Linie mehrere Millimeter breit – nur die Mitte zählt.
  • Pendel im Transport nicht gesperrt. Stöße können die Aufhängung beschädigen und das Gerät dejustieren.
  • Gerät nie geprüft. Nach einem Sturz sollte jeder Laser einmal gegen eine bekannte Referenz gemessen werden, bevor wieder Fliesen danach gesetzt werden.
  • Neigungsmodus vergessen. Ist das Pendel gesperrt, zeigt die Linie genau so schief, wie das Gerät steht.

Häufige Fragen

Was kostet ein Linienlaser?

Einfache Kreuzlinienlaser gibt es ab etwa 40 Euro. Solide 360-Grad-Geräte kosten 150 bis 300 Euro, Profigeräte mit 3 × 360 Grad und grüner Linie deutlich mehr.

Brauche ich eine Schutzbrille?

Linienlaser haben meist Laserklasse 2. Der Lidschlussreflex schützt bei einem kurzen, versehentlichen Blick. Absichtlich hineinschauen oder den Strahl auf Personen richten sollte man trotzdem nie.

Kann ich damit auch Entfernungen messen?

Nein. Dafür gibt es einen Laser-Entfernungsmesser. Für Außenarbeiten und große Flächen ist ein Baulaser mit Rotationskopf das passende Gerät.

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Ein Leserkommentar

  1. Kyra Voight

    Interessant, dass es Linienlaser gibt, die mehrere Linien strahlen kann. Für mich wird ein Linienlaser mit refraktiver Optik reichen. Der Vergleich ist sehr hilfreich und werde ich berücksichtigen. Danke!

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