Türen selbst lackieren: Anleitungen und Tipps

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Eine alte Zimmertür neu zu lackieren kostet einen Bruchteil einer neuen Tür und sieht, gut gemacht, wie neu aus. Das Ergebnis entscheidet sich vor dem Lackieren: beim Prüfen des alten Anstrichs, beim Schleifen und beim Entstauben. Wer da hudelt, sieht es später in jedem Streiflicht.
Material und Werkzeug
- Schleifpapier in 120, 180 und 240 oder Schleifvlies, dazu ein Schleifklotz oder Schwingschleifer.
- Kreppband, Abdeckfolie, zwei Holzböcke oder Unterstellböcke.
- Haftgrund oder Vorlack, falls nötig.
- Lack, am besten seidenmatt, eine kleine Farbwanne.
- Lackrolle aus Schaumstoff oder Velours, 10 cm breit, und ein flacher Lackpinsel.
- Staubbindetuch, Spachtelmasse für Holz, eine Schraubenzieher-Garnitur.
Für viele Türen lohnt ein Blick auf ein Farbsprühsystem, das bei Kassettentüren deutlich schneller ist. Für ein oder zwei glatte Türen reicht die Rolle.
Welcher Lack darauf ist
Neuer Lack haftet nur auf einem verträglichen Untergrund. Machen Sie deshalb eine kleine Probe an einer unauffälligen Stelle: Ein mit Spiritus getränkter Lappen löst Acryllack nach einigen Sekunden an, Kunstharzlack nicht. Beide lassen sich nach gründlichem Anschleifen mit Acryllack überstreichen. Blättert der alte Lack, muss er vollständig herunter.
Folien- und CPL-Türen mit glatter Kunststoffoberfläche sind ein Sonderfall. Normaler Lack haftet darauf nicht. Nach dem Anschleifen braucht es einen speziellen Haftgrund für Kunststoffe; Kanten mit abgelöster Folie müssen vorher verklebt werden. Ein perfektes Ergebnis ist hier schwieriger.
Acryl oder Kunstharz?
Acryllack (wasserbasiert)
| Kunstharzlack (Alkyd)
|
Für Innentüren ist heute Acryllack die Regel. Wer den besonders glatten Verlauf will, greift zu wasserbasiertem Alkyd-Hybridlack, der beides verbindet.
Tür vorbereiten
- Tür aushängen. Leicht öffnen, von unten anheben und aus den Bändern heben. Bei schweren Türen zu zweit.
- Beschläge abbauen. Drücker, Rosetten, Schlosskasten-Blende. Schrauben in einen Beutel und beschriften.
- Auf Böcke legen, nicht an die Wand lehnen. Liegend verläuft der Lack, stehend bildet er Nasen.
- Reinigen. Fett und Fingerabdrücke mit Wasser und etwas Spülmittel oder Anlauger entfernen. Gut trocknen lassen.
- Schäden ausbessern. Macken und Löcher mit Holzspachtel füllen, siehe Holzspachtel, trocknen lassen und bündig schleifen.
Schleifen
Alten Lack nur anschleifen, nicht bis aufs Holz herunter. Mit 180er- bis 220er-Körnung, ohne großen Druck, bis die ganze Fläche matt ist. Glänzende Stellen sind Stellen, an denen der neue Lack schlecht hält. Kanten und Profile mit Schleifvlies bearbeiten, das passt sich an.
Danach den Staub gründlich entfernen: absaugen, dann mit einem feuchten Tuch oder Staubbindetuch nachwischen. Jedes Staubkorn wird im Lack zum Pickel. Auch den Raum vorher saugen und nicht direkt vor dem Lackieren fegen.
Lackieren
- Grundieren, wenn nötig: auf rohem Holz, gespachtelten Stellen oder Kunststoff. Nach dem Trocknen fein anschleifen.
- Kanten zuerst. Mit dem Pinsel die Türkanten lackieren, auf die Flächen gelaufenen Lack sofort mit der Rolle verteilen.
- Profile und Kassetten mit dem Pinsel, dann die Flächen.
- Flächen mit der Rolle: Lack kreuzweise auftragen, dann ohne neuen Lack in einer Richtung abrollen – bei Holzmaserung in Faserrichtung, bei glatten Türen in Längsrichtung.
- Dünn arbeiten. Zwei dünne Schichten sind besser als eine dicke.
- Zwischenschliff mit 240er-Körnung nach dem Durchtrocknen, entstauben, zweiter Anstrich.
- Andere Seite erst lackieren, wenn die erste griffest ist.
Arbeiten Sie bei 15 bis 25 °C und ohne Zugluft oder direkte Sonne.
Zarge nicht vergessen
Die Zarge bleibt meist in der Wand und wird dort lackiert. Wände und Boden mit Kreppband und Folie abkleben, Bänder abkleben. Tür und Zarge im selben Farbton lackieren, sonst fällt der Unterschied sofort auf. Wie Zargen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag Türzargen aus Holz oder Stahl.
Wann Sie die Tür wieder einhängen
Acryllack ist nach wenigen Stunden griffest, aber noch lange nicht hart. Er „blockt“: Liegt eine frisch lackierte Kante an der Dichtung oder am Falz an, klebt sie fest und reißt beim Öffnen den Lack ab. Warten Sie mit dem Einhängen mindestens einen, besser zwei bis drei Tage, und lassen Sie die Tür danach noch einige Tage angelehnt statt geschlossen.
Typische Fehler
- Glanzstellen übersehen. Dort blättert der neue Lack.
- Zu viel Lack auf der Rolle. Läufer und Orangenhaut.
- Stehend lackiert. Nasen an den unteren Kanten.
- Zu früh eingehängt. Dichtung und Lack verkleben.
Häufige Fragen
Wie viel Lack brauche ich für eine Tür?
Für zwei Anstriche beidseitig reicht meist eine 750-ml-Dose, bei Kassettentüren etwas mehr.
Muss ich die Tür aushängen?
Für ein gutes Ergebnis ja. Stehend im Rahmen lackiert gibt es fast immer Nasen und unsaubere Kanten.
Kann ich eine weiße Tür farbig lackieren?
Ja, bei kräftigen Tönen oft mit einem Anstrich mehr. Ein grau getönter Vorlack hilft, dunkle Farben deckend zu bekommen.



