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Heimwerker-Berater

Kunststofffenster - So werden sie richtig eingebaut

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Kunststofffenster - So werden sie richtig eingebaut
Inhalt9 Abschnitte
  1. Selbst einbauen oder einbauen lassen
  2. Das Aufmaß
  3. Das alte Fenster ausbauen
  4. Die drei Ebenen der Fuge
  5. Befestigung und Klotzung
  6. Einsetzen und ausrichten
  7. Fensterbank und Lüftung
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Ein neues Kunststofffenster ist nur so gut wie sein Einbau. Die beste Dreifachverglasung nützt wenig, wenn in der Fuge zwischen Rahmen und Mauerwerk Luft und Feuchtigkeit ihren Weg finden. Fachgerecht eingebaut wird nach dem Prinzip „innen dichter als außen“: luftdicht zum Raum, wetterdicht nach draußen, gedämmt dazwischen.

Selbst einbauen oder einbauen lassen

Der Fenstertausch ist handwerklich machbar, wenn man sauber arbeitet und die Regeln kennt. Allerdings verlangen viele Hersteller eine fachgerechte Montage als Voraussetzung für die Gewährleistung, und Förderprogramme setzen oft einen Fachbetrieb voraus. Wer selbst einbaut, sollte das vorher klären. Große Elemente wie Hebe-Schiebe-Türen oder bodentiefe Fenster sind schwer und brauchen mehrere Personen und Hebezeug.

Das Aufmaß

Bestellt wird nach dem Maß der Maueröffnung abzüglich einer Anschlussfuge, die je nach System und Fenstergröße meist um 10 bis 20 mm ringsum beträgt. Messen Sie Breite und Höhe an mehreren Stellen und nehmen Sie jeweils das kleinste Maß. Bei Fenstern mit Innenanschlag gilt das lichte Maß zwischen den Anschlägen. Denken Sie an Rollladenkästen, Fensterbankanschlussprofile und eventuelle Verbreiterungen. Wer unsicher ist, lässt den Händler aufmessen – ein falsch gemessenes Fenster ist ein Sonderanfertigungsschrott.

Beim Tausch gilt nach dem Gebäudeenergiegesetz für neue Außenfenster in der Regel ein U-Wert von höchstens 1,3 W/(m²·K). Moderne Kunststofffenster mit Dreifachverglasung liegen meist deutlich darunter.

Das alte Fenster ausbauen

  1. Flügel aushängen. Das nimmt Gewicht und schützt das Glas.
  2. Rahmen trennen. Mit Säbelsäge oder Fuchsschwanz senkrecht einschneiden, dann herausbrechen. Befestigungen im Mauerwerk mit einer Metallsäge durchtrennen.
  3. Laibung säubern. Alte Schaum- und Mörtelreste entfernen, lose Putzstücke abschlagen. Der Untergrund für die neuen Dichtbänder muss fest und eben sein.
  4. Schäden reparieren. Ausbrüche mit Mörtel schließen und aushärten lassen.

Die drei Ebenen der Fuge

Innen: luftdichtDampfbremsende Folie oder Dichtband verhindert, dass warme, feuchte Raumluft in die Fuge dringt und dort kondensiert.
Mitte: DämmungMontageschaum oder Dämmstreifen füllen die Fuge und verhindern Wärmebrücken.
Außen: schlagregendichtEin diffusionsoffenes Band oder Kompriband hält Regen ab, lässt aber Feuchtigkeit aus der Fuge nach außen entweichen.

Die innere Ebene muss dichter sein als die äußere. Andersherum sammelt sich Feuchtigkeit in der Fuge, die nicht mehr heraus kann, und der Schimmel sitzt nach wenigen Jahren in der Laibung. Diese Regeln sind im Leitfaden zur Fenstermontage der RAL-Gütegemeinschaft beschrieben, weshalb man von RAL-Montage spricht.

Befestigung und Klotzung

Das Fenster wird mit Rahmendübeln, Justierschrauben oder Montageankern im Mauerwerk befestigt. Als Faustregel gelten Befestigungspunkte etwa 10 bis 15 cm von den Ecken und im Abstand von höchstens rund 70 cm dazwischen. Die Angaben des Fensterherstellers haben Vorrang.

Das Gewicht der Verglasung wird über Tragklötze unter dem Rahmen abgetragen, nicht über Schaum oder Schrauben. Die Klötze sitzen unter den Pfosten und an den Ecken, dort, wo die Last aus dem Flügel ankommt. Montageschaum ist kein Befestigungsmittel – er dämmt, aber er trägt nicht.

Einsetzen und ausrichten

  1. Dichtbänder vorkleben. Das innere und das äußere Band werden vor dem Einsetzen am Rahmen oder in der Laibung angebracht.
  2. Rahmen einsetzen, zunächst ohne Flügel, auf die Tragklötze stellen.
  3. Ausrichten. Mit der Wasserwaage lot- und waagerecht stellen und die Diagonalen messen. Weichen sie mehr als wenige Millimeter voneinander ab, ist der Rahmen verzogen.
  4. Befestigen. Schrauben oder Anker setzen, dabei nicht verspannen – die Diagonalen nach dem Anziehen erneut prüfen.
  5. Flügel einhängen und die Funktion prüfen. Schließt der Flügel nicht gleichmäßig, ist der Rahmen nicht korrekt ausgerichtet. Die Feineinstellung beschreibt ein Fenster einstellen.
  6. Fuge dämmen. Schaum mit niedrigem Nachdruck verwenden, damit sich der Rahmen nicht verformt. Mehr zum Material unter Dämmschaum.
  7. Abdichten. Innere und äußere Ebene schließen, Überstände abschneiden, Laibung verputzen.

Fensterbank und Lüftung

Außen wird eine Fensterbank mit Gefälle und Tropfkante angeschlossen, und zwar so, dass Wasser nicht hinter sie laufen kann. Worauf dabei zu achten ist, steht unter Außenfensterbank.

Neue Fenster sind deutlich dichter als alte. Das senkt die Heizkosten, erhöht aber die Luftfeuchte im Raum. Werden in einem Gebäude mehr als etwa ein Drittel der Fenster erneuert, verlangt die Lüftungsnorm DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept. Häufig genügt regelmäßiges Stoßlüften, in anderen Fällen sind Fensterfalzlüfter oder Lüftungsgeräte sinnvoll.

Typische Fehler

  • Nur Montageschaum, keine Bänder. Schaum ist nicht dauerhaft luftdicht und nicht schlagregendicht.
  • Innen offener als außen. Die Fuge durchfeuchtet von innen.
  • Rahmen verspannt. Die Flügel schließen schlecht, Beschläge verschleißen schneller.
  • Keine Tragklötze. Der Rahmen hängt am Schaum und senkt sich.
  • Einbruchschutz vergessen. Pilzkopfverriegelung und abschließbarer Griff sind beim neuen Fenster günstig mitbestellt, siehe Einbruchschutz am Fenster.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Einbau?

Ein Standardfenster ist mit Ausbau und Abdichten in zwei bis vier Stunden gesetzt, die Laibungsarbeiten kommen hinzu.

Wann muss die Laibung verputzt werden?

Nach dem Schließen der Dichtebenen. Das innere Band wird dabei überputzt oder mit einem überputzbaren Band ausgeführt.

Was kostet ein Kunststofffenster?

Je nach Größe, Verglasung und Ausstattung sehr unterschiedlich, für ein Standardfenster meist einige Hundert Euro, mit Einbau durch den Fachbetrieb entsprechend mehr.

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