Zahnspachtel

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Ein Zahnspachtel, auch Zahnkelle oder Zahntraufel genannt, ist ein Glättwerkzeug mit gezahnter Kante. Er zieht Fliesenkleber oder Bodenbelagskleber in gleichmäßig hohen Rippen auf. Die Zahnung bestimmt die Klebermenge – und damit, ob die Fliese satt im Kleberbett liegt oder hohl klingt. Wer die falsche Zahnung wählt, sieht das Ergebnis oft erst, wenn Fliesen springen.
Aufbau
Das Blatt besteht aus Stahl, meist rostfrei oder gehärtet, die Zähne sind an einer oder mehreren Kanten eingeschnitten. Ein Griff aus Holz oder Kunststoff sitzt mittig oder am Ende. Zahnkellen sind rechteckig mit Griff in der Mitte und haben oft eine glatte und eine gezahnte Längsseite, kleine Zahnspachtel mit Stielgriff eignen sich für kleine Flächen und Ecken. Für Bodenkleber gibt es auch Zahnleisten zum Aufstecken oder austauschbare Zahnblätter.
Die Zahnformen
- Quadratische Zahnung (4 bis 12 mm): Standard für Fliesenkleber. Die Zahl gibt Zahnbreite und -tiefe an.
- Halbrunde Zahnung: Für Großformate und dickere Kleberbetten, verteilt sich leichter.
- Dreieckige und feine Zahnungen: Für Bodenbelagskleber, Parkettkleber und Dispersionskleber mit dünner Schicht.
Für Bodenbeläge sind die Zahnungen nach Kennbuchstaben mit Nummern standardisiert, etwa A1, B1 oder R2. Welche Zahnung der Kleber verlangt, steht auf dem Gebinde – nehmen Sie genau diese.

Welche Zahnung für welche Fliese
| Fliesenformat | Zahnung |
| Mosaik, bis 10 × 10 cm | 3–4 mm |
| bis etwa 20 × 20 cm | 6 mm |
| bis etwa 30 × 30 cm | 8 mm |
| bis etwa 40 × 40 cm | 10 mm |
| größer, Großformate | 12 mm und mehr, zusätzlich Fliesenrückseite einstreichen |
Die Tabelle ist ein Richtwert. Maßgeblich sind der Untergrund und die Angaben des Kleberherstellers. Unebene Untergründe brauchen eine größere Zahnung, Fliesen mit stark profilierter Rückseite ebenfalls.
Richtig auftragen
- Kontaktschicht aufziehen. Mit der glatten Seite eine dünne Schicht Kleber kräftig in den Untergrund drücken. Das verbessert die Haftung.
- Kleber aufbringen und mit der gezahnten Seite durchkämmen. Die Kelle steht dabei in einem steilen Winkel, etwa 45 bis 60 Grad, damit die Zähne volle Rippenhöhe erzeugen.
- In einer Richtung kämmen, nicht in Bögen oder Kreisen. Gerade Rippen lassen beim Einlegen die Luft seitlich entweichen.
- Nur so viel auftragen, wie Sie innerhalb der offenen Zeit belegen können. Der Kleber bildet sonst eine Haut, und die Fliese haftet nicht.
- Fliese einlegen und quer zu den Rippen leicht einschieben. So schließen sich die Rillen und das Kleberbett wird geschlossen.
Mehr zur Vorbereitung und zum Kleber selbst steht unter Fliesenkleber auftragen.
Die Kontaktfläche prüfen
Heben Sie nach den ersten Fliesen eine wieder ab und sehen Sie sich die Rückseite an. Der Kleber sollte einen großen Teil der Fläche bedecken. Im Boden, in Nassbereichen und außen muss die Fliese möglichst hohlraumfrei liegen, sonst sammelt sich Wasser, und Frost oder Belastung lassen die Fliese reißen. Ist die Bedeckung zu gering, wählen Sie eine größere Zahnung oder streichen die Fliesenrückseite zusätzlich ein (Buttering-Floating-Verfahren).
Typische Fehler
- Zu kleine Zahnung. Die Fliese hat kaum Kontakt, klingt hohl und bricht unter Last.
- Kelle zu flach gehalten. Die Rippen werden zu niedrig, obwohl die Zahnung stimmt.
- Zu große Fläche vorgelegt. Der Kleber bildet eine Haut, die Fliese klebt nur scheinbar.
- Abgenutzte Zähne. Auf rauen Untergründen schleifen sich die Zähne mit der Zeit ab. Eine 8-mm-Kelle mit abgerundeten Zähnen trägt nur noch wie eine 6er auf.
- Kleberreste antrocknen lassen. Verkrusteter Kleber verfälscht die Rippenhöhe beim nächsten Einsatz.
Auch für Putz und Spachtel
Große Zahntraufeln werden auch beim Verputzen eingesetzt, etwa um Armierungsmörtel gleichmäßig aufzuziehen, bevor das Gewebe eingebettet wird, oder um Klebemörtel für Dämmplatten aufzutragen. Für feine Spachtelarbeiten an Holz und Wänden ist dagegen ein glatter Spachtel die richtige Wahl, siehe Holzspachtel.
Pflege
Reinigen Sie den Zahnspachtel sofort nach der Arbeit mit Wasser und einer Bürste, solange der Kleber frisch ist. Angetrockneten Zementkleber bekommen Sie nur mühsam mechanisch ab. Rostfreie Blätter sind bei häufigem Einsatz ihr Geld wert. Kontrollieren Sie die Zähne regelmäßig auf Abnutzung und tauschen Sie die Kelle rechtzeitig.
Was er kostet
Einfache Zahnspachtel gibt es ab etwa 3 bis 5 Euro, gute Zahnkellen aus rostfreiem Stahl kosten 10 bis 25 Euro. Kaufen Sie lieber zwei Zahnungen als eine für alles – etwa 6 und 10 mm decken die meisten Fliesenarbeiten im Haus ab.
Häufige Fragen
Welcher Zahnspachtel für Wandfliesen?
Für übliche Wandfliesen bis etwa 30 × 30 cm eine Zahnung von 6 bis 8 mm.
Kann ich einen Zahnspachtel für Vinylkleber nehmen?
Ja, aber mit der feinen Zahnung, die der Kleberhersteller angibt. Mit einer Fliesenkelle tragen Sie viel zu viel auf.
Warum sind Rippen und keine glatte Schicht nötig?
Die Rippen sorgen für gleichmäßige Schichtdicke und lassen beim Einlegen die Luft entweichen. Eine glatte Schicht wäre entweder zu dünn oder ungleichmäßig.

