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Heimwerker-Berater

Baukreissäge

Werkzeugvon Christoph5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wofür sie gebaut ist
  2. Die wichtigsten Kenngrößen
  3. 230 oder 400 Volt
  4. Die Schutzeinrichtungen
  5. Der Rückschlag
  6. Richtig arbeiten
  7. Aufstellen auf der Baustelle
  8. Das richtige Sägeblatt
  9. Häufige Fragen

Eine Baukreissäge ist eine robuste, transportable Tischkreissäge für die Baustelle. Sie schneidet Schalbretter, Kanthölzer, Latten und Platten schnell auf Maß, steht auf einem stabilen Untergestell und verträgt Staub und Wetter. Mit ihr wird viel und schnell gesägt – und deshalb passieren an ihr auch die meisten schweren Sägeunfälle.

Wofür sie gebaut ist

Auf der Baustelle zählt Tempo, nicht Feinarbeit. Die Baukreissäge ist dafür gemacht, Schalungsbretter abzulängen, Dachlatten zuzuschneiden, Kanthölzer aufzutrennen und Spanplatten grob zu formatieren. Sie ist meist schwerer und einfacher aufgebaut als eine Formatkreissäge, dafür unempfindlicher und leichter zu transportieren.

Für präzise Möbelteile mit Winkelschnitten auf den Zehntelmillimeter ist sie nicht gedacht. Und für Brennholz gibt es mit der Wippkreissäge eine Bauart, bei der das Holz in einer Wippe liegt, statt mit der Hand am Blatt vorbeigeschoben zu werden.

Die wichtigsten Kenngrößen

BlattdurchmesserSchnitthöhe etwaTypischer Einsatz
250–315 mm70–85 mmLatten, Bretter, Platten
400 mmum 120 mmKantholz, Bohlen
450–500 mm150–170 mmBalken, Zimmerei

Die genaue Schnitthöhe hängt von der Bauart ab und steht im Datenblatt. Als Faustregel reicht: Die Schnitthöhe liegt bei etwa einem Drittel des Blattdurchmessers.

230 oder 400 Volt

Kleinere Baukreissägen laufen an der normalen Steckdose mit 230 V und haben Motoren bis etwa 2 bis 3 kW. Größere Maschinen mit 400 oder 500 mm Blatt brauchen meist Drehstrom mit 400 V und haben Motoren mit 4 kW und mehr.

Drehstrommaschinen laufen ruhiger und brechen unter Last weniger ein. Dafür braucht es auf der Baustelle einen passenden Anschluss, meist über einen Baustromkasten. Bei der ersten Inbetriebnahme muss die Drehrichtung stimmen – läuft das Blatt falsch herum, wird der Phasenwender am Stecker umgestellt, und zwar von jemandem, der weiß, was er tut.

Die Schutzeinrichtungen

SpaltkeilSitzt direkt hinter dem Blatt und hält die Schnittfuge offen. Ohne ihn klemmt das Holz das Blatt und wird zurückgeschleudert.
SchutzhaubeDeckt das Blatt von oben ab und schützt vor Berührung und herumfliegenden Spänen.
SchiebestockFührt schmale Werkstücke am Blatt vorbei, damit die Hand nicht in die Nähe kommt.
MotorbremseStoppt das Blatt nach dem Ausschalten innerhalb weniger Sekunden.
NullspannungsauslöserVerhindert, dass die Säge nach einem Stromausfall von selbst wieder anläuft.

Keine dieser Einrichtungen ist verzichtbar. Wer den Spaltkeil abbaut, weil er beim Nuten stört, muss ihn danach wieder montieren. Wer die Schutzhaube hochklappt, weil sie die Sicht nimmt, arbeitet auf eigenes Risiko.

Der Rückschlag

Der gefährlichste Moment an jeder Tischkreissäge ist der Rückschlag. Das Werkstück verkantet am hinteren Teil des Blattes, wo die Zähne nach oben laufen, und wird mit großer Wucht Richtung Bediener geschleudert. Ursachen sind fast immer dieselben:

  • Fehlender oder falsch eingestellter Spaltkeil. Er sitzt nur wenige Millimeter hinter dem Blatt und ist auf dessen Durchmesser abgestimmt.
  • Holz mit Spannungen. Frisches oder verzogenes Holz schließt sich nach dem Schnitt und klemmt das Blatt.
  • Werkstück nicht am Parallelanschlag geführt. Freihandschnitte an der Tischkreissäge sind tabu.
  • Parallelanschlag zu lang beim Querschnitt. Ein Reststück klemmt zwischen Anschlag und Blatt.

Stellen Sie sich beim Sägen seitlich neben die Schnittlinie, nicht direkt dahinter. Wird ein Werkstück zurückgeworfen, fliegt es dann an Ihnen vorbei.

Richtig arbeiten

  1. Blatt passend einstellen. Es sollte nur wenige Millimeter über das Werkstück hinausragen.
  2. Anschlag prüfen. Parallel zum Blatt, fest arretiert.
  3. Schmale Teile mit Schiebestock. Alles unter etwa 12 cm Breite wird nicht mehr mit den Fingern am Blatt vorbeigeschoben.
  4. Lange Teile abstützen. Mit einem Rollbock oder einer Tischverlängerung, damit das Werkstück hinter dem Blatt nicht kippt.
  5. Gehörschutz und Schutzbrille. Baukreissägen sind sehr laut; ein Kapselgehörschutz gehört dazu.

Aufstellen auf der Baustelle

Eine Baukreissäge braucht einen festen, ebenen Stand. Auf Schotter oder weichem Boden gehören Bohlen oder eine Platte unter das Gestell, damit die Säge nicht kippt, wenn ein langes Werkstück aufliegt. Rund um die Säge muss genug Platz sein, um Werkstücke in voller Länge ein- und auszuführen, ohne dass jemand im Weg steht.

Viele Maschinen haben ein Fahrwerk mit zwei Rädern und Holmen, mit dem eine Person sie wie eine Schubkarre bewegen kann. Das ist praktisch, ersetzt aber nicht das sichere Verladen im Anhänger: Die Säge wird dort mit Spanngurten gesichert, das Blatt ganz abgesenkt. Bei Regen gehört sie unter eine Plane oder in den Bauwagen, denn Feuchtigkeit im Motor und Rost auf dem Tisch verkürzen ihr Leben deutlich. Das Kabel sollte so verlegt sein, dass niemand darüber stolpert und kein Fahrzeug darüberrollt.

Das richtige Sägeblatt

Für Bauholz und Schalungen nimmt man Hartmetallblätter mit wenigen, großen Zähnen. Sie schneiden schnell, hinterlassen aber eine raue Schnittkante. Für Platten und saubere Kanten sind Blätter mit mehr Zähnen besser. Mehr dazu beim Kreissägeblatt. Nägel und Schrauben in altem Holz sind der natürliche Feind jedes Blattes – Abbruchholz vorher mit einem Metalldetektor absuchen oder gleich anders zerkleinern.

Häufige Fragen

Was kostet eine Baukreissäge?

Einfache Baustellensägen mit 315-mm-Blatt gibt es ab etwa 300 Euro. Robuste Maschinen mit 400 oder 450 mm Blatt und Drehstrommotor kosten 800 bis 2000 Euro, schwere Zimmereisägen mehr.

Darf ich eine Baukreissäge als Heimwerker betreiben?

Ja. Auf gewerblichen Baustellen gelten zusätzliche Arbeitsschutzregeln, etwa zur regelmäßigen Prüfung der Maschine. Privat liegt die Verantwortung bei Ihnen.

Kann ich eine Baukreissäge mieten?

Ja, im Baumaschinenverleih meist tageweise. Für ein einzelnes Bauprojekt ist das oft die bessere Wahl als ein Kauf.

Reicht nicht auch eine kleine Tischkreissäge?

Für Latten und Platten oft ja, etwa eine Heimwerkersäge wie die Bosch PTS 10. Für dickes Kantholz und Dauereinsatz auf der Baustelle ist die Baukreissäge robuster.

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