Geologenhammer

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Ein Geologenhammer hat auf der einen Seite eine flache Schlagfläche, auf der anderen eine Spitze oder eine Schneide. Mit ihm spaltet man Gestein, legt Fossilien frei und nimmt Proben. Er ist aus gehärtetem Stahl und für Stein gebaut – ein normaler Schlosserhammer würde dabei splittern oder sich verformen.
Die zwei Grundformen
Spitzhammer. Die Rückseite läuft in eine Spitze aus. Sie dringt in Klüfte und Risse ein und bricht harte, massige Gesteine wie Granit, Basalt oder Quarzit. Der Spitzhammer ist der Allrounder für Mineraliensammler.
Schneidhammer (Flachhammer). Die Rückseite ist eine quer oder längs stehende Schneide, ähnlich einem kleinen Meißel. Damit spaltet man geschichtete Gesteine wie Schiefer, Kalk- und Sandstein entlang der Schichtfugen. Das ist die bevorzugte Form bei der Fossiliensuche.
Daneben gibt es schwere Fäustel für grobe Arbeit und kleine Präparierhämmer für die Feinarbeit am Fund.

Gewicht und Stiel
Übliche Geologenhämmer wiegen etwa 350 bis 650 g, die Stiellänge liegt meist bei 28 bis 40 cm.
- Leichtere Hämmer um 400 g sind für feines Spalten, längere Touren und den Rucksack.
- Hämmer um 600 g bringen mehr Schlagkraft für harte Gesteine.
- Fäustel ab 1 kg kommen dazu, wenn mit Meißeln gearbeitet wird.
Beim Stiel gibt es drei Varianten: Holz dämpft gut und lässt sich ersetzen, aber der Kopf kann sich lockern. Stahl in einem Stück mit Gummi- oder Ledergriff ist praktisch unzerstörbar. Glasfaser ist leicht und dämpft Schläge. Ein Hammer aus einem Stück Stahl ist für Gelände und Steinbruch die robusteste Wahl.
Wofür er eingesetzt wird
- Mineraliensammeln. Drusen öffnen, Kristalle freilegen, Proben verkleinern.
- Fossiliensuche. Schieferplatten spalten, Knollen öffnen.
- Geologische Feldarbeit. Frische Bruchflächen für die Bestimmung schlagen, Proben nehmen.
- Baustelle und Garten. Natursteine zurichten, Findlinge spalten, im Bruchsteinmauerwerk anpassen.
Für Arbeiten an Schieferdächern gibt es übrigens einen eigenen Schieferhammer, für Mauerwerk den Maurerhammer.
Richtig schlagen
- Stein auf festen Untergrund legen, am besten auf Erde oder einen größeren Stein, damit er nicht wegspringt.
- Klüfte und Schichten suchen. Gestein bricht dort, wo es schon schwach ist. Die Spitze oder Schneide in die Fuge setzen.
- Kontrolliert schlagen, nicht mit voller Wucht. Mehrere mittlere Schläge sind genauer als ein großer.
- Mit Meißel arbeiten, wenn es genau werden soll. Den Meißel mit einem Fäustel treiben, nicht mit dem Geologenhammer.
Sicherheit
Schutzbrille ist Pflicht. Gesteinssplitter fliegen mit hoher Geschwindigkeit und scharfkantig. Auch Handschuhe schützen vor Schnittverletzungen an frischen Bruchkanten.
Nie Hammer gegen Hammer schlagen. Gehärteter Stahl auf gehärtetem Stahl kann splittern, und die Splitter wirken wie Geschosse. Das gilt auch für den Schlag mit dem Geologenhammer auf einen Meißel aus gehärtetem Stahl, sofern dessen Kopf nicht dafür ausgelegt ist.
Pilzköpfe entfernen. Bildet sich an Meißeln ein aufgeworfener Rand, diesen abschleifen, bevor er abplatzt.
In Steinbrüchen Helm tragen und sich nicht unter Wände stellen. Loses Gestein fällt ohne Vorwarnung.
Was beim Sammeln erlaubt ist
In Naturschutzgebieten, Nationalparks und an geschützten Geotopen ist das Hämmern und Sammeln in der Regel verboten. Aktive Steinbrüche und Tongruben sind Privatgelände und Betriebsgelände; betreten nur mit Erlaubnis des Betreibers. Viele Steinbrüche bieten Sammlertage an.
Bedeutende Fossilfunde sind in vielen Bundesländern meldepflichtig, teilweise gehen sie in das Eigentum des Landes über. Informieren Sie sich vor der Tour bei der zuständigen Denkmalbehörde oder einem örtlichen Sammlerverein.
Worauf es beim Kauf ankommt
- Geschmiedeter Kopf aus gehärtetem Werkzeugstahl, keine Gussteile.
- Sichere Verbindung zwischen Kopf und Stiel. Beim Stahlstiel ohnehin gegeben, beim Holzstiel mit Keil.
- Griff, der auch mit Handschuhen und bei Nässe nicht rutscht.
- Form passend zu Ihrem Gestein: Spitze für harte, Schneide für geschichtete Gesteine.
Ausrüstung für die Sammeltour
Zum Hammer gehören Schutzbrille, Handschuhe, ein oder zwei Meißel, Zeitungspapier oder Beutel zum Einwickeln der Funde, ein Stift zum Beschriften und eine Lupe. Notieren Sie Fundort und Datum sofort, sonst ist der Stein zu Hause nur noch ein Stein. Ein Rucksack mit Hüftgurt nimmt das Gewicht der Funde besser auf als eine Umhängetasche.
Pflege
Nach dem Einsatz Erde und Gesteinsstaub abwischen, bei Nässe trocknen und leicht einölen. Schneide und Spitze lassen sich mit einer Feile nachschärfen, ohne sie zu überhitzen. Holzstiele regelmäßig auf Risse prüfen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Geologenhammer?
Einfache Modelle gibt es ab etwa 12 Euro, gute geschmiedete Hämmer bekannter Marken kosten meist 30 bis 80 Euro, Spezialhämmer bis über 100 Euro.
Spitze oder Schneide?
Für Mineralien und harte Gesteine die Spitze, für Fossilien in Schiefer und Kalkstein die Schneide. Wer beides sammelt, kommt mit zwei Hämmern besser weg als mit einem Kompromiss.
Brauche ich zusätzlich Meißel?
Für gezielte Arbeiten ja. Ein Satz Flach- und Spitzmeißel mit Handschutz und ein Fäustel ergänzen den Hammer sinnvoll.



