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Heimwerker-Berater

Elektrohammer

Werkzeugvon Andreas4 Min. · 10 Abschnitte
Elektrohammer
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie er funktioniert
  2. Die Klassen im Überblick
  3. Die Werkzeugaufnahme
  4. Welcher Meißel wofür
  5. Schritt für Schritt stemmen
  6. Sicherheit
  7. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  8. Kaufen oder mieten
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Ein Elektrohammer ist ein Meißel- oder Abbruchhammer mit Elektromotor. Er schlägt nur, er bohrt nicht. Welche Größe Sie brauchen, hängt vom Material ab: Für Fliesen reicht ein leichter Meißelhammer, für eine Betonplatte braucht es 20 kg und mehr. Das wichtigste Maß dafür ist die Schlagenergie in Joule.

Wie er funktioniert

Im Gerät treibt ein Motor über eine Kurbel einen Kolben an. Dieser Kolben verdichtet ein Luftpolster, das einen zweiten Kolben, den Schläger, gegen das Ende des Meißels schleudert. Dieses elektropneumatische Schlagwerk bringt mehr Energie ins Material als jeder Hammerschlag von Hand und schont dabei die Mechanik, weil die Luft wie ein Puffer wirkt.

Der Unterschied zum Bohrhammer mit Meißelfunktion: Der Bohrhammer dreht und schlägt, seine Schlagenergie liegt meist bei 2 bis 4 J. Für kleine Stemmarbeiten genügt das, für mehr als eine Steckdosenaussparung nicht.

Die Klassen im Überblick

KlasseGewichtSchlagenergie etwaTypische Arbeit
Meißelhammer leicht5–7 kg5–10 JFliesen, Putz, Schlitze
Meißelhammer mittel8–12 kg15–25 JEstrich, Mauerwerk, Wanddurchbrüche
Abbruchhammer15–20 kg30–45 JBetonstufen, Fundamentreste
Schwerer Abbruchhammer25–30 kgüber 50 JBetonplatten, Fundamente

Vorsicht beim Vergleichen der Joule-Angaben. Markenhersteller messen nach dem EPTA-Verfahren, bei günstigen Geräten ist oft nicht angegeben, wie gemessen wurde. Das Gewicht ist deshalb die ehrlichere Orientierung.

Bauarbeiter mit Elektrohammer
Bauarbeiter mit Elektrohammer | Foto: kataklinger / Depositphotos.com

Die Werkzeugaufnahme

  • SDS-max bei Meißelhämmern bis etwa 12 kg. Die Meißel sind weit verbreitet und günstig.
  • Sechskant 28 mm oder 30 mm bei schweren Abbruchhämmern. Die Meißel sind länger und massiver.

Die Aufnahme bestimmt, welche Meißel passen. Für die meisten Heimwerkerarbeiten reichen Spitzmeißel, Flachmeißel und ein breiter Spatenmeißel für Fliesen.

Welcher Meißel wofür

  • Spitzmeißel für Beton und Mauerwerk: bricht Material punktuell auf.
  • Flachmeißel zum Abtragen und für Kanten.
  • Spatenmeißel, breit und flach, für Fliesen, Putz und Estrich.
  • Fliesenmeißel mit abgewinkelter Klinge, der unter die Fliese greift, siehe Fliesenmeißel.

Schritt für Schritt stemmen

  1. Leitungen prüfen. Wände und Böden können Strom-, Wasser- und Heizungsleitungen enthalten.
  2. Meißel einsetzen. Schaft leicht fetten, einstecken, verriegeln.
  3. Am Rand beginnen. Von einer offenen Kante bricht das Material leichter als in der Fläche.
  4. Im flachen Winkel arbeiten bei Fliesen und Putz, steil bei Beton.
  5. Gewicht arbeiten lassen. Nicht mit Kraft drücken – das bremst das Schlagwerk und ermüdet die Arme.
  6. Pausen machen. Die Vibrationen sind auch bei gedämpften Geräten eine Belastung für Hände und Gelenke.

Sicherheit

Schutzbrille, Gehörschutz, Handschuhe und Sicherheitsschuhe sind Pflicht. Beim Stemmen entsteht Quarzstaub, der die Lunge dauerhaft schädigt – FFP2- oder FFP3-Maske tragen und nach Möglichkeit mit Wasser oder Absaugung arbeiten. Bei alten Fliesenklebern, Putzen und Bodenbelägen aus der Zeit vor 1993 kann Asbest enthalten sein. Im Zweifel vorher eine Probe untersuchen lassen.

Tragende Wände und Decken sind tabu, solange kein Statiker gesprochen hat. Die Hintergründe stehen im Beitrag Tragende Wand entfernen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Vibrationsdämpfung. Entkoppelte Griffe machen den Unterschied zwischen einer Stunde Arbeit und einem ganzen Tag. Auf den Vibrationswert in m/s² achten: Je niedriger, desto besser.
  • Sanftanlauf. Verhindert, dass der Meißel beim Ansetzen springt.
  • Drehbarer Zusatzgriff. Damit Sie auch an Wänden und Decken eine sichere Haltung finden.
  • Kabellänge. Mindestens 4 m, sonst hängt das Gerät dauernd an der Verlängerung.
  • Lieferumfang. Spitz- und Flachmeißel sollten dabei sein, ein Koffer schützt das Gerät auf der Baustelle.
  • Ersatzteile und Service. Kohlebürsten und Schlagwerksfett sind Verschleißteile; bei Markengeräten bekommt man sie auch nach Jahren noch.

Kaufen oder mieten

Ein leichter Meißelhammer lohnt sich für Heimwerker, die regelmäßig renovieren. Günstige Geräte gibt es ab etwa 100 Euro, gedämpfte Markengeräte wie der Bosch GSH 11 VC kosten 500 Euro und mehr. Schwere Abbruchhämmer ab 20 kg mietet man besser: Im Mietpark kosten sie etwa 40 bis 80 Euro am Tag und sind vibrationsgedämpft. Mehr zur schweren Klasse beim Abbruchhammer.

Typische Fehler

  • Zu kleines Gerät für die Aufgabe. Ein Bohrhammer für einen ganzen Estrich kostet Tage und ruiniert die Maschine.
  • Stumpfer Meißel. Er verdoppelt die Arbeitszeit. Meißel lassen sich nachschleifen.
  • Kein Fett am Schaft. Aufnahme und Meißel verschleißen schneller.
  • Kabeltrommel aufgewickelt. Sie wird bei Dauerlast heiß.

Häufige Fragen

Wie viel Joule brauche ich?

Für Fliesen und Putz 5 bis 10 J, für Estrich und Mauerwerk 15 bis 25 J, für Beton 30 J und mehr.

Was ist der Unterschied zum Presslufthammer?

Der Presslufthammer wird mit Druckluft aus einem Kompressor betrieben, der Elektrohammer mit Strom. Für den Hausgebrauch ist der Elektrohammer die praktischere Lösung. Näheres beim Presslufthammer.

Kann ich mit einem Elektrohammer bohren?

Nein. Er hat kein Drehwerk. Dafür braucht es einen Bohrhammer.

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