Baumarkt

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Baumärkte verkaufen nicht nur Material. Die Leistungen drumherum – Zuschnitt, Geräteverleih, Mischservice, Lieferung – entscheiden oft mehr über den Erfolg eines Projekts als der Preis je Sack.
Wer sie kennt, spart Zeit, Werkzeuganschaffungen und eine Menge Transportärger.
Die Ketten in Deutschland
| Kette | Zugehörigkeit |
| OBI | Tengelmann-Gruppe, größte Kette nach Filialzahl |
| Bauhaus | eigenständig, Schwerpunkt Profisortiment |
| Hornbach | börsennotiert, große Formate mit Drive-in |
| toom | REWE-Gruppe |
| Hagebau / hagebaumarkt | Verbund selbstständiger Händler |
| Globus Baumarkt | Globus-Gruppe, regional |
Die Sortimente ähneln sich stärker, als die Werbung vermuten lässt. Unterschiede gibt es vor allem bei den Serviceleistungen und der Fachberatung – und die hängt weniger an der Kette als an der einzelnen Filiale.

Die Leistungen, die wirklich zählen
Zuschnitt. Holz, Platten und teils Glas werden auf Maß geschnitten – meist die ersten Schnitte kostenlos, danach 0,50 bis 2 Euro je Schnitt. Für Plattenmaterial ist das die beste Nachricht überhaupt: Eine ganze Möbelplatte passt in kein Auto, und die Schnittgenauigkeit einer stationären Plattensäge erreicht man zu Hause nicht.
Geräteverleih. Rüttelplatte, Bohrhammer, Fliesenschneider, Trockner, Gerüst. Tagespreise liegen meist zwischen 20 und 60 Euro, Wochenendtarife sind oft günstiger als zwei Einzeltage. Für alles, was man seltener als fünfmal im Jahr braucht, ist Mieten die richtige Rechnung.
Farbmischservice. Jeder Farbton nach RAL oder NCS, in wenigen Minuten. Mischen Sie die Menge für den ganzen Raum auf einmal – zwei Ansätze treffen denselben Ton nie exakt.
Transport. Anhänger und Transporter gibt es meist für wenige Euro je Stunde, oft die erste Stunde frei. Lieferung ins Haus kostet 30 bis 80 Euro und lohnt bei allem, was auf einer Palette kommt – etwa Estrichbeton oder Pflastersteine.
Das Rückgaberecht: der verbreitetste Irrtum
Im Baumarkt vor Ort gibt es kein gesetzliches Rückgaberecht. Wer eine einwandfreie Ware zurückbringen will, weil er sich anders entschieden hat, hat keinen Anspruch darauf.
Dass die meisten Märkte es trotzdem tun – oft 14 bis 60 Tage bei vorgelegtem Kassenbon und unbenutzter Ware –, ist Kulanz. Sie kann jederzeit eingeschränkt werden, und für Sonderbestellungen, Zuschnitte und gemischte Farbe gilt sie praktisch nie.
Anders im Onlineshop: Dort besteht ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen. Ausgenommen sind auch hier Waren, die nach Kundenwunsch angefertigt wurden – also der Zuschnitt und die gemischte Farbe.
Davon zu trennen ist die Gewährleistung bei mangelhafter Ware: Die gibt es immer, zwei Jahre lang, im Laden wie online.
Tiefpreisgarantien richtig lesen
Die Versprechen, einen günstigeren Preis zu erstatten, sind meist an Bedingungen geknüpft: identischer Artikel, Angebot im Umkreis von wenigen Kilometern, verfügbar, kein Auslauf- oder Restposten, Nachweis am selben Tag.
Das schließt genau die Fälle aus, in denen man sie bräuchte. Praktisch nutzbar sind sie bei markengleichen Standardartikeln – nicht bei Hausmarken, denn die gibt es woanders gar nicht.
Wann sich der Baumarkt nicht lohnt
- Große Mengen Schüttgut. Sand, Schotter, Erde und Beton sind beim Baustoffhändler oder im Kieswerk deutlich günstiger, oft um die Hälfte.
- Profiwerkzeug. Baumärkte führen meist die Heimwerkerlinien derselben Marken. Wer täglich damit arbeitet, kauft beim Fachhändler die andere Reihe.
- Holz in Qualität. Für Konstruktionsholz und Massivholz ist der Holzhandel die bessere Adresse – bei Auswahl, Sortierung und Trocknungsgrad.
- Spezialteile. Sanitär- und Elektrofachhandel haben mehr Auswahl und Beratung, oft zu ähnlichen Preisen.
Praktische Hinweise für den Einkauf
- Maße mitbringen, nicht schätzen. Ein Zettel mit Raumskizze spart den zweiten Weg.
- Verschnitt einrechnen: 5 bis 10 Prozent bei Fliesen und Laminat, 15 Prozent bei diagonaler Verlegung.
- Eine Charge kaufen. Fliesen, Laminat und Betonsteine unterscheiden sich zwischen Lieferungen sichtbar im Farbton.
- Kassenbon aufheben. Ohne ihn gibt es weder Kulanz noch Gewährleistung ohne Diskussion.
- Wochentags vormittags. Samstags ist niemand zum Beraten frei, und die Zuschnittsäge hat Schlange.
Online oder vor Ort
Vor Ort spricht für sich
| Online spricht für sich
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Für sperrige Standardware wie Dämmplatten oder Holzwerkstoffe ist der Markt vor Ort meist günstiger, weil der Versand die Ersparnis auffrisst.
Häufige Fragen
Sind Baumarkt-Werkzeuge schlechter?
Nicht grundsätzlich, aber es sind meist die Heimwerkerlinien: weniger Ausdauer, einfachere Lager, kürzere Garantie. Für den gelegentlichen Einsatz völlig ausreichend – für tägliche Arbeit nicht.
Kann ich Zuschnitte zurückgeben?
In aller Regel nicht. Zugeschnittene Ware ist nach Ihren Vorgaben angefertigt; das nimmt sie sowohl aus der Kulanzregel als auch aus dem Widerrufsrecht im Onlinehandel heraus. Messen Sie zweimal.
Lohnt sich die Kundenkarte?
Wenn Sie ohnehin regelmäßig dort kaufen, ja – vor allem wegen verlängerter Umtauschfristen und digitaler Kassenbons. Die Rabatte selbst sind meist gering.
Gibt es Handwerkerrabatt?
Profikarten oder Gewerbekonten bieten die meisten Ketten an, mit Rabatten zwischen 3 und 15 Prozent. Voraussetzung ist ein Gewerbeschein.


