Dachrinnenschutz

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Ein Dachrinnenschutz hält Laub, Zweige und Moos aus der Rinne fern, damit Regenwasser ungehindert zum Fallrohr fließt. Er spart Arbeit, aber er macht die Rinne nicht wartungsfrei. Welches System passt, hängt vor allem davon ab, was auf Ihr Dach fällt – große Blätter, Nadeln oder Samen.
Warum die Rinne frei bleiben muss
Eine verstopfte Rinne läuft bei Starkregen über. Das Wasser tropft dann an der Fassade herunter, durchfeuchtet den Sockel und sammelt sich am Fundament. Im Winter friert das nasse Laub zu einem Eisblock, der Rinnenhaken verbiegt und Verbindungen sprengt. Stehendes Wasser mit Laub ist außerdem ein idealer Brutplatz für Mücken. Ein Schutz reduziert all das, indem er den Schmutz draußen hält oder zumindest vom Fallrohr fernhält.
Die Systeme im Vergleich
| System | Funktion | Stärke | Schwäche |
| Laubschutzgitter | deckt die Rinne ab | hält Laub zuverlässig draußen | Nadeln und Samen bleiben auf dem Gitter liegen |
| Rinnenbürste | liegt in der Rinne | einfach einzulegen, passt in jede Form | füllt sich mit Nadeln, muss ausgeklopft werden |
| Schaumstoffeinlage | füllt die Rinne aus | günstig, unauffällig | verschlammt mit der Zeit, altert im UV-Licht |
| Laubfangkorb | sitzt im Einlauf | schützt das Fallrohr | schützt nicht die Rinne selbst |
| Fallrohrfilter | trennt unten Laub ab | bequem vom Boden zu reinigen | Rinne bleibt voll |
Laubschutzgitter
Das Gitter aus Kunststoff oder Metall wird auf die Rinne geklemmt oder unter die unterste Ziegelreihe geschoben und am Rinnenwulst eingehängt. Das Laub bleibt obenauf liegen und wird bei Wind und Regen weggeweht. Entscheidend ist die Maschenweite: Gitter mit etwa 9 mm Maschen halten Blätter ab, lassen aber Nadeln durch; feine Gitter mit um 2 mm halten auch Nadeln zurück, verstopfen dafür schneller mit Blütenstaub und Samen. Metallgitter sind langlebiger und halten Schneelast besser aus als Kunststoffgitter.
Rinnenbürste
Die Bürste sieht aus wie ein überdimensionaler Flaschenreiniger. Sie wird einfach in die Rinne gelegt, das Wasser fließt zwischen den Borsten hindurch, das Laub bleibt obendrauf. Das funktioniert gut bei großen Blättern. Bei Kiefern- und Fichtennadeln verfilzt die Bürste dagegen, und dann muss sie herausgenommen und ausgeklopft werden. Rinnenbürsten gibt es in verschiedenen Durchmessern, die zur Rinnengröße passen müssen.
Schaumstoffeinlage
Einlagen aus offenporigem Schaumstoff füllen die Rinne aus. Wasser sickert hindurch, Laub bleibt oben liegen und trocknet ab. Sie sind günstig und von unten nahezu unsichtbar. Der Nachteil: Feiner Schmutz setzt sich mit der Zeit in den Poren fest, und Moos kann sich darin ansiedeln. Nach einigen Jahren sind die meisten Einlagen verbraucht.
Einlaufkorb und Fallrohrfilter
Ein Laubfangkorb im Rinneneinlauf verhindert, dass Laub ins Fallrohr gelangt und es verstopft. Die Rinne selbst schützt er nicht. Ein Fallrohrfilter mit Laubabscheider in Griffhöhe sammelt den Schmutz unten, wo Sie ihn ohne Leiter entfernen. Wer Regenwasser in eine Zisterne leitet, braucht ohnehin einen solchen Filter.
Richtig ausmessen
Messen Sie die obere Öffnungsweite der Rinne von der Innenkante des Wulstes bis zur Dachseite. Bei Gittern kommt es außerdem auf die Form an: Für halbrunde Rinnen gibt es andere Profile als für Kastenrinnen. Rinnenhaken, die quer über der Rinne liegen, sogenannte Spreizen oder Brieden, müssen im Gitter berücksichtigt werden – viele Gitter lassen sich zuschneiden oder werden unter den Brieden hindurch geschoben.
Montage in fünf Schritten
- Rinne reinigen. Ein Schutz auf einer vollen Rinne ist sinnlos. Anleitung unter Dachrinne richtig reinigen.
- Rinne prüfen. Undichte Stellen jetzt abdichten, später kommen Sie schlechter heran.
- Zuschneiden. Gitter mit der Blechschere oder einem kräftigen Messer auf Länge bringen, Bürsten mit einer Säge oder Zange kürzen.
- Einsetzen und befestigen. Gitter so einklemmen, dass der Wind sie nicht anheben kann. Die Stöße überlappen lassen.
- Fallrohreinläufe freihalten. Hier sitzt ein Einlaufkorb, damit auch durchgerutschter Schmutz nicht ins Rohr gelangt.
Was trotzdem bleibt
Jedes System reduziert die Arbeit, keines schafft sie ab. Auf Gittern sammeln sich Nadeln und Samen, in Bürsten verfilzt Schmutz, Schaumstoff verschlammt. Planen Sie eine Sichtkontrolle im Herbst und im Frühjahr ein, und entfernen Sie dabei, was sich angesammelt hat. Das geht mit einem Dachrinnenreiniger mit Teleskopstiel oft vom Boden aus. Wer im Winter mit Eis in der Rinne kämpft, kann zusätzlich eine Dachrinnenheizung verlegen – aber nur in einer freien Rinne.
Sicherheit auf der Leiter
Die Montage findet meist von der Anlegeleiter aus statt. Die Leiter muss sicher stehen, gegen Wegrutschen gesichert sein und mindestens 1 m über die Traufe ragen, wenn Sie aufs Dach umsteigen wollen. Lehnen Sie sich nicht seitlich hinaus, sondern stellen Sie die Leiter lieber öfter um. Ab dem zweiten Stock gehört die Arbeit in die Hände eines Fachbetriebs mit Hubsteiger oder Gerüst.
Häufige Fragen
Welcher Dachrinnenschutz ist der beste?
Bei Laubbäumen ein stabiles Metallgitter mit mittlerer Maschenweite, bei Nadelbäumen ein feines Gitter oder eine Kombination aus Gitter und Fallrohrfilter.
Hilft ein Gitter gegen Vögel?
Ja, ein geschlossenes Gitter verhindert, dass Vögel in der Rinne nisten. Bürsten und Schaumstoff tun das nicht zuverlässig.
Wie viel kostet ein Dachrinnenschutz?
Gitter und Bürsten kosten meist wenige Euro je Meter. Für ein Einfamilienhaus mit 20 bis 30 m Rinne liegt das Material oft im unteren dreistelligen Bereich, einfache Kunststofflösungen darunter.


