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Heimwerker-Berater

Dachrinne richtig reinigen

Reinigungvon Christoph4 Min. · 8 Abschnitte
Dachrinne richtig reinigen
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wann und wie oft
  2. Sicherheit zuerst – das ist der eigentliche Punkt
  3. Die Reihenfolge
  4. Das verstopfte Fallrohr
  5. Das richtige Gefälle
  6. Vorbeugen: Laubschutz
  7. Was es kostet, wenn jemand anderes kommt
  8. Werkzeug vom Boden aus

Eine verstopfte Dachrinne ist keine Kleinigkeit. Läuft sie über, durchnässt das Wasser die Fassade, dringt in den Sockel und im Winter sprengt Frost die Fugen. Der Schaden entsteht langsam und wird meist erst bemerkt, wenn der Putz abplatzt.

Der Aufwand hält sich in Grenzen – die Gefahr nicht.

Wann und wie oft

Zweimal im Jahr ist der Richtwert: einmal im Spätherbst, wenn das Laub gefallen ist, und einmal im Frühjahr nach dem Winter.

Steht ein Laubbaum direkt am Haus, brauchen Sie einen dritten Termin mitten im Herbst – sonst ist die Rinne voll, bevor die Blätter überhaupt alle unten sind.

Nadelbäume sind besonders tückisch: Sie verlieren über das ganze Jahr Nadeln, und die feinen Nadeln setzen die Fallrohre zuverlässiger zu als Laub.

Sicherheit zuerst – das ist der eigentliche Punkt

Stürze von der Leiter gehören zu den häufigsten schweren Unfällen im Haushalt, und die Dachrinne ist einer der typischen Anlässe.

Die Anlegeleiter steht im richtigen Winkel, wenn der Abstand zur Wand etwa ein Viertel der angelegten Länge beträgt. Sie muss auf festem, ebenem Grund stehen – nicht auf weichem Rasen, nicht auf Kies. Leiterfüße mit Gummi oder eine Einhängevorrichtung an der Rinne verhindern das Wegrutschen.

Eine Stehleiter gehört nicht an eine Wand angelehnt.

Nie über die drittoberste Sprosse hinaussteigen. Und nie seitlich hinauslehnen: Die Faustregel lautet, dass der Körperschwerpunkt zwischen den Holmen bleibt. Lieber fünfmal umsetzen als einmal strecken.

Nie allein arbeiten. Jemand sollte die Leiter halten und im Notfall Hilfe holen können.

Ab dem zweiten Obergeschoss und bei allem, was von der Leiter aus nicht sicher erreichbar ist, gehört die Arbeit an einen Fachbetrieb oder auf ein Gerüst.

Die Reihenfolge

  1. Grobes Material von Hand entfernen – Handschuhe an, Laub und Zweige in einen Eimer, der am Leiterhaken hängt. Nicht nach unten werfen; das verteilt den Dreck und der Eimer ist ohnehin dabei.
  2. Rinne auskehren mit einem alten Handbesen, vom höchsten Punkt zum Fallrohr hin.
  3. Feinen Schlamm ausspülen mit dem Gartenschlauch.
  4. Fallrohr prüfen: Läuft das Wasser frei ab oder staut es?
  5. Laubfang und Sieb am Fallrohreinlauf reinigen oder nachrüsten.
  6. Rinne und Halterungen kontrollieren: Rost, undichte Nähte, lockere Halter, Gefälle.

Punkt 6 wird oft vergessen und ist der lohnendste. Wer beim Reinigen eine korrodierte Naht entdeckt, repariert eine Kleinigkeit statt später einen Fassadenschaden.

Das verstopfte Fallrohr

Der häufigste Fall, und Spülen allein reicht dann nicht.

Von oben: Eine Rohrreinigungsspirale oder ein flexibler Spiralstab wird von oben eingeführt und drehend durchgeschoben. Danach kräftig mit dem Schlauch nachspülen.

Von unten: Hat das Rohr einen Reinigungsdeckel im unteren Bereich, öffnen Sie ihn und arbeiten von dort. Das ist meist einfacher, weil der Pfropfen fast immer im Bogen am Fuß sitzt.

Mit Wasserdruck: Ein Schlauch mit Düse, von unten eingeführt, drückt den Pfropfen nach oben heraus. Stellen Sie sich dabei nicht direkt darunter.

Stellen Sie bei jedem Verfahren einen Eimer unter den Auslauf – was herauskommt, ist übelriechender Faulschlamm.

Das richtige Gefälle

Eine Rinne braucht ein leichtes Gefälle zum Fallrohr, üblicherweise etwa 1 bis 3 mm je laufendem Meter. Steht nach dem Spülen Wasser in der Rinne, stimmt es nicht.

Das lässt sich meist beheben, indem einzelne Rinnenhalter nachjustiert oder versetzt werden. Stehendes Wasser bedeutet Schlammablagerung, Korrosion und im Winter Eisbildung.

Vorbeugen: Laubschutz

Laubgitter oder Laubstopp sind Kunststoff- oder Metalleinsätze, die in die Rinne gelegt werden. Sie kosten wenige Euro je Meter und halten grobes Laub zurück. Feine Nadeln und Blütenreste kommen weiterhin durch, und auf dem Gitter bleibt Material liegen, das gelegentlich abgekehrt werden muss.

Laubfangkörbe am Fallrohreinlauf sind die einfachste Maßnahme überhaupt und verhindern zuverlässig, dass sich das Rohr zusetzt.

Überhängende Äste zurückschneiden ist die wirksamste Vorsorge – und die einzige, die die Ursache beseitigt. Beachten Sie dabei die Schonzeit: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist der starke Rückschnitt von Bäumen und Hecken zwischen dem 1. März und dem 30. September nicht erlaubt. Schonender Form- und Pflegeschnitt bleibt zulässig, wenn keine Vögel brüten.

Was es kostet, wenn jemand anderes kommt

Fachbetriebe rechnen meist nach laufendem Meter: etwa 3 bis 6 Euro je Meter beim Einfamilienhaus, zuzüglich Anfahrt. Ist ein Hubsteiger nötig, kommen 250 bis 600 Euro am Tag dazu.

Für ein normales Haus mit 30 laufenden Metern Rinne landen Sie also bei rund 150 bis 250 Euro. Gemessen an einer durchnässten Fassade ist das wenig – und gemessen an einem Leitersturz gar nichts.

Werkzeug vom Boden aus

Wer die Leiter vermeiden will, kommt bei niedrigen Häusern weit mit Bodengeräten: Teleskopkellen mit 3 bis 8 m Auszug, gebogene Hochdruckaufsätze, Absaugrohre für den Nass-Trocken-Sauger.

Sie lösen das Sicherheitsproblem – nicht aber die jährliche Sichtkontrolle. Rost an den Nähten, lockere Halter und falsches Gefälle sieht man nur aus der Nähe.

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