Waschbecken verstopft - was kann ich tun?

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Ein Waschbecken, das langsam oder gar nicht mehr abläuft, ist einer der häufigsten Haushaltsfälle – und einer der am einfachsten selbst zu lösenden. In neun von zehn Fällen sitzt die Verstopfung im Siphon, also direkt unter dem Becken.
Die Reihenfolge
1. Ablaufstopfen prüfen. Bei Excenter-Ablaufgarnituren sammelt sich direkt unter dem Stopfen ein Haar- und Seifenpfropfen. Der Stopfen lässt sich meist herausdrehen oder aushebeln. Oft ist die Sache damit schon erledigt.
2. Siphon öffnen. Der entscheidende Schritt. Eimer unterstellen, die beiden Überwurfmuttern von Hand lösen – sie sind aus Kunststoff und brauchen kein Werkzeug –, Tasse abnehmen, ausräumen, ausspülen, wieder zusammensetzen.
Zehn Minuten, kein Mittel, kein Risiko. Und man sieht, woran es lag.
3. Saugglocke. Wenn das Becken trotz sauberem Siphon nicht abläuft, sitzt es weiter hinten. Wasser einlaufen lassen, bis der Gummiteller bedeckt ist, den Überlauf mit einem feuchten Lappen verschließen und mit kurzen, kräftigen Stößen arbeiten.
Der Überlauf ist der Punkt, an dem die meisten scheitern: Bleibt er offen, entweicht der Druck dorthin und die Saugglocke wirkt nicht.
4. Abflussreinigungsband oder Spirale. Ein schmaler Kunststoffstreifen mit Widerhaken für wenige Euro holt Haare zuverlässig heraus. Für alles dahinter eine Handspirale, drehend eingeführt, nie mit Gewalt geschoben.
5. Heißes Wasser mit Spülmittel gegen Fettreste. In Kunststoffrohre kein kochendes Wasser.
6. Chemischer Rohrreiniger – erst jetzt, und nur, wenn das Wasser noch abläuft.
Den Siphon richtig wieder zusammenbauen
Der Punkt, an dem hinterher häufig etwas tropft.
Achten Sie auf die Dichtungen: Sie haben oft eine konische Form und müssen richtig herum sitzen, mit der schmalen Seite in Fließrichtung. Ziehen Sie die Überwurfmuttern von Hand fest – mit der Zange überdreht man das Kunststoffgewinde.
Lassen Sie danach Wasser laufen und fassen Sie mit dem Finger an jede Verbindung. Ist eine Dichtung verhärtet oder eingerissen, kostet eine neue wenige Euro im Baumarkt.
Warum es überhaupt verstopft
Im Waschbecken ist die Mischung fast immer dieselbe: Haare, Seifenreste und Zahnpasta, verklebt mit Hautfett. Seifenreste bilden mit dem Kalk aus dem Leitungswasser Kalkseife – eine zähe, klebrige Masse, die alles zusammenhält.
Das erklärt, warum hartes Wasser die Verstopfungshäufigkeit erhöht.
Wenn Chemie, dann richtig
Falls Sie doch zum Rohrreiniger greifen:
- Nicht bei vollständig stehendem Wasser – das Mittel erreicht den Pfropfen dann gar nicht
- Niemals zwei Mittel mischen
- Niemals mit der Saugglocke nacharbeiten, solange Reiniger im Rohr steht
- Handschuhe, Schutzbrille, Fenster auf
- Mit reichlich kaltem Wasser nachspülen
Und wenn später ein Installateur kommt: Sagen Sie ihm, was Sie eingefüllt haben.
Das überschätzte Hausmittel
Natron mit Essig schäumt eindrucksvoll und bewirkt nichts. Die beiden neutralisieren sich gegenseitig; übrig bleiben Salzwasser und Kohlendioxid. Ein Haarpfropfen bleibt davon unbeeindruckt.
Wer Natron nutzen will, gibt es trocken in den Abfluss und spült mit heißem Wasser nach – ohne Essig.
Wann es nicht am Waschbecken liegt
Prüfen Sie, ob nur dieser eine Ablauf betroffen ist. Laufen mehrere gleichzeitig träge, gluckert es beim Ablaufen oder steigt in der Toilette der Wasserstand, wenn die Waschmaschine abpumpt, sitzt das Problem in der Grundleitung oder in der Rohrbelüftung.
Dann hilft kein Hausmittel. Eine Rohrreinigung durch einen Fachbetrieb kostet 100 bis 250 Euro, außerhalb der Geschäftszeiten mehr.
Vorbeugen
- Haarsieb oder Ablaufsieb einsetzen
- Siphon zweimal im Jahr öffnen und ausräumen – das dauert zehn Minuten und verhindert praktisch jede Verstopfung
- Einmal im Monat heißes Wasser mit Spülmittel durchlaufen lassen
- Enzymreiniger alle paar Wochen über Nacht, wenn der Abfluss zur Verstopfung neigt
- Keine Haarreste, keine Wattestäbchen, keine Feuchttücher in den Abfluss
Die zehn Minuten für den Siphon zweimal im Jahr sind der beste Tausch, den man in diesem Bereich machen kann.
Das richtige Werkzeug im Haus
Vier Dinge decken praktisch jede Waschbeckenverstopfung ab, und zusammen kosten sie weniger als ein einziger Einsatz eines Rohrreinigungsdienstes:
Eine Saugglocke für 5 bis 15 Euro. Achten Sie auf einen Teller, der zum Ablauf passt – für Waschbecken genügt ein kleiner Durchmesser.
Ein Abflussreinigungsband für 3 bis 8 Euro. Der schmale Kunststoffstreifen mit Widerhaken ist gegen Haare wirksamer als alles andere.
Eine Handspirale mit 3 bis 5 Metern für 10 bis 25 Euro.
Ein Ersatz-Dichtungssatz für den Siphon, wenige Euro. Wer den Siphon öffnet, stellt gelegentlich fest, dass eine Dichtung verhärtet ist – und steht dann ohne Ersatz da.
Wenn der Siphon alt ist
Bei sehr alten Siphons aus Metall oder bei versprödeten Kunststoffteilen kann es beim Öffnen passieren, dass ein Gewinde bricht.
Ein kompletter Ersatzsiphon kostet 10 bis 25 Euro und ist in zwanzig Minuten gewechselt. Wenn Ihr Siphon sichtbar brüchig ist oder bereits Ablagerungen im Material hat, ist der Austausch die bessere Entscheidung als ein weiterer Reinigungsversuch.



