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Heimwerker-Berater

Rohrreinigungsspirale

Reinigungvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Rohrreinigungsspirale
Inhalt11 Abschnitte
  1. Die Bauarten
  2. Der richtige Durchmesser
  3. Die Aufsätze
  4. Die Technik
  5. Wo Vorsicht geboten ist
  6. Sicherheit
  7. Nach dem Einsatz
  8. Was sie kostet
  9. Mieten oder kaufen
  10. Die Spirale richtig lagern
  11. Video zum Thema

Eine Rohrreinigungsspirale ist ein federnder Stahldraht, der sich in ein Abflussrohr schieben lässt und dabei drehen kann. Sie erreicht Verstopfungen, an die weder Saugglocke noch Hand herankommen – und sie ist das Werkzeug, mit dem sich die meisten hartnäckigen Fälle ohne Chemie lösen lassen.

Die Bauarten

Handspirale mit Handkurbel. Der Klassiker: 3 bis 10 Meter Spirale in einer Trommel, mit Kurbel gedreht. Für Haushaltsverstopfungen in Waschbecken, Spüle, Dusche und Badewanne genau richtig.

Handspirale ohne Trommel, einfach aufgerollt mit Handgriff. Günstiger und unhandlicher, weil sich die Spirale beim Arbeiten verdrillt.

Spirale mit Bohrmaschinenantrieb. Ein Adapter, mit dem die Trommel von einer Bohrmaschine gedreht wird. Deutlich kraftvoller – und damit auch gefährlicher für das Rohr.

Elektrische Rohrreinigungsmaschine. Profigerät für Grundleitungen, meist gemietet oder vom Fachbetrieb eingesetzt.

Rohrreinigungsspirale
Rohrreinigungsspirale und Hochdruck: zwei Systeme, die man effektiv und ökologisch zur Reinigung von Abflüssen einsetzen kann! | Foto: cteconsulting / Depositphotos.com

Der richtige Durchmesser

Er muss zum Rohr passen. Eine zu dünne Spirale knickt und schafft nichts, eine zu dicke lässt sich nicht durch die Bögen schieben.

AnwendungRohrSpirale
Waschbecken, BidetDN 32–406–8 mm
Dusche, BadewanneDN 40–508–10 mm
SpüleDN 508–10 mm
WC, FallleitungDN 10013–16 mm
GrundleitungDN 100–15016–22 mm

Die Aufsätze

Viele Spiralen haben wechselbare Köpfe.

Der Keulenkopf ist der Standard und bricht den Pfropfen auf.

Der Rückholbohrer oder Korkenzieher zieht Haare und Textilreste heraus, statt sie weiterzuschieben – bei Duschabflüssen der wirksamste Kopf.

Der Kreuzblattschneider trennt Wurzeln und feste Ablagerungen. Er gehört in Grundleitungen, nicht ins Waschbecken.

Die Kratzerkeule schabt Ablagerungen von der Rohrwand.

Die Technik

Hier wird der Unterschied zwischen Erfolg und Rohrschaden gemacht.

  1. Zugang wählen. Am besten über einen geöffneten Siphon oder einen Reinigungsdeckel – nicht durch den Ablauftopf, wo die Spirale an Umlenkungen hängen bleibt.
  2. Spirale einführen und nur so weit vorschieben, bis Widerstand kommt.
  3. Drehen, nicht drücken. Die Spirale arbeitet sich durch die Drehung vorwärts. Wer mit Kraft schiebt, bringt sie zum Knicken, und im Rohr bildet sich eine Schlaufe.
  4. Bei Widerstand langsam drehen und leichten Druck geben. Spüren Sie, dass sie greift, weiterdrehen.
  5. Zurückziehen unter Drehung in dieselbe Richtung. Wer umgekehrt dreht, verliert den Aufsatz.
  6. Kräftig nachspülen, mehrere Minuten.

Oft muss der Vorgang zwei- bis dreimal wiederholt werden. Beim ersten Mal wird der Pfropfen durchstoßen, beim zweiten ausgeräumt.

Wo Vorsicht geboten ist

In HT-Rohren aus Kunststoff kann ein scharfer Aufsatz bei hoher Drehzahl die Wand anritzen. Arbeiten Sie hier von Hand, nicht mit der Bohrmaschine.

In alten Steinzeug- und Gussrohren sind die Muffen empfindlich.

Hinter engen Bögen kann sich die Spirale verkanten. Wenn sie sich nicht mehr drehen lässt und auch nicht zurückkommt, hören Sie auf und rufen Sie einen Fachbetrieb – mit Gewalt reißt entweder die Spirale ab oder das Rohr.

Nach chemischem Reiniger nicht arbeiten, solange Lauge im Rohr steht. Erst gründlich spülen.

Sicherheit

Handschuhe sind Pflicht – die Spirale ist scharfkantig und das, was herauskommt, ist alles andere als appetitlich. Bei Arbeiten mit der Bohrmaschine kommt eine Schutzbrille dazu.

Halten Sie die Spirale nie mit der bloßen Hand fest, während sie sich dreht. Sie kann sich blitzschnell aufwickeln.

Legen Sie alte Handtücher aus. Was aus dem Rohr kommt, will man nicht auf den Fliesen haben.

Nach dem Einsatz

Spülen Sie die Spirale ab, trocknen Sie sie und ölen Sie sie leicht ein, bevor sie in die Trommel zurückgeht. Eine feucht eingelagerte Stahlspirale rostet und bricht beim nächsten Einsatz.

Was sie kostet

Einfache Handspiralen mit 3 bis 5 Metern gibt es ab etwa 10 bis 25 Euro. Trommelspiralen mit 8 bis 10 Metern und Wechselköpfen liegen bei 30 bis 80 Euro. Elektrische Rohrreinigungsmaschinen beginnen bei einigen hundert Euro und lassen sich im Baumarkt tageweise mieten.

Gemessen an 100 bis 250 Euro für einen Rohrreinigungsdienst ist eine gute Handspirale nach dem ersten Einsatz bezahlt.

Mieten oder kaufen

Für den Hausgebrauch lohnt der Kauf einer Handspirale fast immer – sie kostet weniger als ein einziger Einsatz eines Rohrreinigungsdienstes.

Anders sieht es bei elektrischen Rohrreinigungsmaschinen aus. Sie kosten mehrere hundert bis über tausend Euro und werden im Privathaushalt vielleicht einmal in fünf Jahren gebraucht.

Baumärkte und Werkzeugverleiher geben sie für etwa 40 bis 90 Euro am Tag ab. Lassen Sie sich die Bedienung zeigen: Diese Maschinen haben erhebliches Drehmoment, und eine Spirale, die sich um die Hand wickelt, führt zu schweren Verletzungen. Handschuhe mit Grifffläche und ein Helfer, der den Notaus bedienen kann, gehören dazu.

Die Spirale richtig lagern

Eine Stahlspirale rostet, wenn sie feucht eingerollt wird – und eine verrostete Spirale bricht beim nächsten Einsatz an der Biegestelle.

Spülen Sie sie nach dem Gebrauch ab, trocknen Sie sie mit einem Lappen und ziehen Sie sie durch ein leicht geöltes Tuch, bevor sie in die Trommel zurückgeht. Das dauert zwei Minuten und verdoppelt die Lebensdauer.

Video zum Thema

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