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Bauschaum entfernen: gründlich und in einfachen Schritten

Reinigungvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Bauschaum entfernen: gründlich und in einfachen Schritten
Inhalt10 Abschnitte
  1. Frisch ist alles einfach
  2. Ausgehärtet hilft nur mechanisch
  3. Von den Händen
  4. Von der Kleidung
  5. Von Fenster- und Türrahmen
  6. Von Glas und Fliesen
  7. Vom Fußboden
  8. Vorbeugen
  9. Und die Dose danach
  10. Video zum Thema

Bauschaum klebt auf allem, was er berührt, und er dehnt sich nach dem Auftragen noch erheblich aus. Deshalb landet fast immer etwas dort, wo es nicht hingehört. Wie man ihn wieder loswird, hängt vor allem an einer Frage: Ist er noch frisch oder schon ausgehärtet?

Frisch ist alles einfach

Solange der Schaum klebrig und nicht durchgehärtet ist, löst ihn Aceton oder ein spezieller PU-Schaumreiniger. Die Reinigerdosen haben meist denselben Anschluss wie die Schaumdose und werden auch zum Spülen der Pistole verwendet.

Arbeiten Sie sofort. Der Schaum klebt schon nach wenigen Minuten an, und nach etwa einer halben Stunde ist er oberflächlich fest. Vollständig ausgehärtet ist er je nach Produkt und Luftfeuchte nach ein bis 24 Stunden.

Tupfen, nicht wischen. Wer über frischen Schaum wischt, verteilt ihn auf die dreifache Fläche.

Ausgehärtet hilft nur mechanisch

Ist der Schaum durchgehärtet, gibt es kein Lösungsmittel mehr, das ihn auflöst. Ausgehärtetes Polyurethan ist chemisch stabil – das ist ja der Sinn der Sache.

Es bleibt das mechanische Verfahren:

  1. Den Schaum mit einem Cuttermesser flächenbündig abschneiden, so knapp wie möglich
  2. Den Rest mit einem Kunststoffschaber oder einer Ziehklinge abheben
  3. Feine Reste mit Schleifpapier der Körnung 120 bis 180 entfernen
  4. Bei glatten Oberflächen mit 400er nass nachschleifen und polieren

Ein alter Trick: Reste lassen sich oft leichter abheben, wenn man sie mit einem Föhn kurz erwärmt. PU wird dabei geringfügig weicher und löst sich eher als Ganzes.

Von den Händen

Frischen Schaum nehmen Sie mit Küchenpapier ab, danach reinigen Sie mit Aceton oder Nagellackentferner und waschen gründlich mit Seife.

Ist der Schaum auf der Haut ausgehärtet, gibt es kein Mittel mehr. Er muss sich abtragen. Was hilft: warmes Wasser, Handwaschpaste mit Reibkörpern, ein Bimsstein an unempfindlichen Stellen und Geduld – nach zwei bis drei Tagen ist mit der obersten Hautschicht das Meiste weg.

Was nicht hilft und schadet: Schmirgelpapier, aggressive Lösungsmittel, kräftiges Schaben mit der Klinge.

Die eigentliche Lösung ist die Vorsorge: Nitrilhandschuhe kosten Cent und verhindern das Problem vollständig.

Reste von Bauschaum in trockenem Zustand werden entfernt.
Reste von Bauschaum in trockenem Zustand werden entfernt. | Foto: plysuikvv.gmail.com / Depositphotos.com

Von der Kleidung

Hier ist die ehrliche Antwort unangenehm: Ausgehärteter Bauschaum geht aus Textilien praktisch nicht mehr heraus. Er verbindet sich mit den Fasern.

Frisch kann man es mit Aceton versuchen – an einer verdeckten Stelle testen, denn Aceton löst Acetat- und viele Kunstfasern auf. Bei Baumwolle funktioniert es meist.

Ziehen Sie beim Arbeiten mit Bauschaum an, was schmutzig werden darf.

Von Fenster- und Türrahmen

Der häufigste Schadensfall, weil beim Ausschäumen von Fenstern und Zargen fast immer etwas auf den Rahmen kommt.

Kunststoffrahmen (PVC): Frisch mit PU-Reiniger abnehmen, aber schnell – Aceton und Schaumreiniger greifen die Oberfläche an und mattieren sie. Ausgehärtet vorsichtig mit dem Cutter abschneiden und mit einem Kunststoffschaber nacharbeiten. Feiner Schliff und Kunststoffpolitur können den Glanz zurückbringen.

Lackierte Holzrahmen: Lösungsmittel lösen auch den Lack. Hier gilt frisch wie ausgehärtet: mechanisch arbeiten, mit Kunststoffwerkzeug.

Aluminium, eloxiert: Aceton ist unkritisch, mechanische Bearbeitung hinterlässt dagegen sichtbare Kratzer in der Eloxalschicht.

Die beste Maßnahme kommt vorher: Kleben Sie Rahmen und Laibung vor dem Schäumen mit Kreppband ab. Fünf Minuten Aufwand ersparen eine Stunde Nacharbeit.

Von Glas und Fliesen

Die einfachsten Flächen. Glas und glasierte Fliesen sind hart und unempfindlich gegen Aceton.

Ausgehärteten Schaum mit einer Glasklinge flach abziehen – das geht auf Glas erstaunlich gut und hinterlässt keine Spuren. Reste mit Aceton nachwischen.

Vorsicht bei unglasierten Fliesen, Naturstein und Betonwerkstein: Sie sind saugfähig, der Schaum dringt ein, und die Klinge zerkratzt die Oberfläche. Hier hilft nur vorsichtiges Abschneiden und der Verzicht auf Perfektion.

Vom Fußboden

Fliesen: wie oben.

Laminat und Vinyl: Kein Aceton – es löst die Dekorschicht. Mechanisch mit Kunststoffschaber, flach angesetzt.

Parkett, geölt: Schaum abschneiden, Stelle anschleifen, nachölen. Das ist der Vorteil geölter Böden.

Teppich: wie bei Kleidung. Frisch mit Aceton versuchen, ausgehärtet den Flor mit einer Schere knapp über dem Rücken abschneiden.

Vorbeugen

  • Abkleben von allem im Umkreis, großzügiger als nötig erscheint
  • Unterlage aus Folie oder Pappe auslegen
  • Sparsam dosieren. Bauschaum dehnt sich je nach Produkt um ein Vielfaches aus. Füllen Sie eine Fuge höchstens zur Hälfte.
  • Dose anfeuchten: PU-Schaum härtet mit Luftfeuchtigkeit. Ein leicht befeuchteter Untergrund beschleunigt das Aushärten und verbessert die Haftung.
  • Nitrilhandschuhe und Schutzbrille. Schaum im Auge ist ein Notfall.

Und die Dose danach

Eine angebrochene Einwegdose lässt sich nicht lagern – der Schaum härtet im Ventil aus. Pistolendosen dagegen bleiben mit aufgeschraubter Pistole mehrere Wochen verwendbar, wenn die Pistole nicht abgenommen wird.

Leere Dosen enthalten Restdruck und Treibgas und gehören nicht in den Restmüll, sondern zum Wertstoffhof oder in die dafür vorgesehene Rücknahme.

Video zum Thema

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