PU Schaum

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PU-Schaum ist Polyurethanschaum, auf der Baustelle meist als Montage- oder Bauschaum aus der Dose. Er füllt Hohlräume, dämmt und klebt leicht, aber er ist weder wasserdicht noch tragfähig im eigentlichen Sinn. Wer das Material richtig einordnet, vermeidet die häufigsten Enttäuschungen.
Woraus PU-Schaum besteht
In der Dose stecken ein Prepolymer aus Isocyanat und Polyol, dazu ein Treibgas. Beim Austreten schäumt die Masse auf. Einkomponentiger Schaum reagiert dann mit der Luftfeuchtigkeit und härtet zu einem festen, feinporigen Schaum aus. Zweikomponentiger Schaum bringt seinen Reaktionspartner selbst mit. Das Ergebnis ist in beiden Fällen ein Hartschaum mit überwiegend geschlossenen Zellen und einer Rohdichte, die je nach Produkt bei etwa 15 bis 35 kg/m³ liegt.
1K oder 2K
| Merkmal | 1K-Schaum | 2K-Schaum |
| Aushärtung | durch Luftfeuchte, Stunden | chemisch, Minuten |
| Nachquellen | deutlich | gering |
| Druckfestigkeit | geringer | höher |
| Verarbeitungszeit | lang, Dose wiederverwendbar | kurz nach Aktivierung, Dose muss leer werden |
| Typischer Einsatz | Fugen, Hohlräume, Durchführungen | Türzargen, trockene Umgebung |
Für die meisten Heimwerkerarbeiten reicht 1K-Schaum. 2K lohnt sich, wenn es schnell gehen muss oder die Fuge so tief ist, dass von außen keine Feuchtigkeit hineinkommt.
Was PU-Schaum kann
Dämmen: Ausgehärteter Schaum hat eine Wärmeleitfähigkeit von grob 0,035 bis 0,040 W/(m·K), also ähnlich wie Mineralwolle. Deshalb eignet er sich gut, um Anschlussfugen und Spalten zu schließen, durch die sonst Wärme verloren ginge. Für flächige Dämmung ist er aus der Dose zu teuer und zu ungleichmäßig.
Füllen: Er dehnt sich aus und passt sich jeder Form an. Hohlräume hinter Rohren, Spalten an Durchführungen und Löcher im Mauerwerk sind sein Kerngebiet.
Kleben: Er haftet auf fast allen Baustoffen außer auf Polyethylen, Silikon und Teflon. Spezieller Klebeschaum verbindet Dämmplatten.
Schall mindern: Er dämpft Körperschall in Fugen, etwa um Türzargen. Einen echten Schallschutz ersetzt er nicht.
Was er nicht kann
- Wasser abhalten. Die Zellen sind zwar weitgehend geschlossen, die Oberfläche nimmt aber Wasser auf, und Fugen können daneben undicht bleiben. Wo Schlagregen oder stehendes Wasser droht, braucht es Dichtband, Folie oder Dichtstoff.
- Tragen. Ein Fenster oder eine Zarge wird verschraubt oder verdübelt, der Schaum füllt nur.
- Sonne vertragen. UV-Licht zersetzt ihn. Außen wird er abgedeckt.
- Hitze. Dauerhaft verträgt er meist bis etwa 80 bis 90 °C. Direkt an Ofenrohren, Kaminen oder heißen Abgasleitungen ist er fehl am Platz; dort gehören nichtbrennbare Dämmstoffe hin.

Dose oder Pistole
PU-Schaum gibt es als Handschaum mit Adapterröhrchen und als Pistolenschaum für eine Schaumpistole. Das Material ist dasselbe, der Unterschied liegt in der Dosierung und darin, ob sich eine angebrochene Dose aufheben lässt. Wer öfter schäumt, spart mit der Pistole Material und Nerven. Eine Übersicht über Pistolen steht bei der PU-Schaumpistole.
Die richtige Anwendung
- Dose auf Raumtemperatur bringen, ideal sind etwa 20 °C. Kalte Dosen schäumen schlecht.
- Untergrund säubern und staubfrei machen. Schaum haftet auf losem Staub, aber der Staub nicht auf der Wand.
- Anfeuchten bei 1K-Schaum, mit einer Sprühflasche. Bei breiten Fugen auch zwischen den Lagen.
- Dose schütteln, kopfüber halten und die Fuge zu etwa einem Drittel füllen. Der Schaum quillt nach.
- Aushärten lassen und erst dann mit einem Messer bündig abschneiden. Offene Poren nach dem Abschneiden abdecken, besonders außen.
Gesundheit und Sicherheit
Solange der Schaum nicht ausgehärtet ist, enthält er Isocyanate. Sie reizen Haut, Augen und Atemwege, bei wiederholtem Kontakt kann eine Allergie entstehen. Handschuhe und Schutzbrille sind Pflicht, lüften ebenfalls. Die Dosen stehen unter Druck, enthalten brennbares Treibgas und dürfen nicht über 50 °C erwärmt werden – also nicht im Sommer im Auto liegen lassen. Ausgehärteter Schaum gilt als unbedenklich. Leere Dosen gehören in die Wertstoffsammlung, Dosen mit Restinhalt zum Schadstoffmobil oder in die Rücknahme des Handels.
Wie man ihn wieder loswird
Frischer Schaum lässt sich mit Reiniger auf Acetonbasis abwischen – auf Kunststoffen vorher an unauffälliger Stelle testen. Ausgehärteter Schaum geht nur mechanisch ab: mit Messer, Spachtel und bei Resten mit feinem Schleifpapier. Die Einzelheiten stehen bei Bauschaum entfernen. Auf Kleidung und Haaren hilft nur Geduld oder die Schere.
Namen, die dasselbe meinen
PU-Schaum, Bauschaum, Montageschaum und Dämmschaum bezeichnen dasselbe Material in unterschiedlichen Rezepturen. Fensterschaum ist elastischer eingestellt, Brandschutzschaum ist schwer entflammbar, Klebeschaum härtet flacher aus. Nicht zu verwechseln ist der Bauschaum mit PU-Schaum in Matratzen und Toppern: Das ist ein weicher, offenzelliger Polyurethanschaum, der mit der Dose nur den chemischen Grundstoff gemeinsam hat.
Typische Fehler
- Fuge zu voll. Nachquellender Schaum drückt Zargen und Rahmen aus dem Lot.
- Außen offen gelassen. Nach einem Sommer ist der Schaum gelb und bröselig.
- Als Abdichtung verwendet. Am Fensteranschluss braucht es innen luftdichte und außen schlagregendichte Bänder.
- Mit bloßen Händen gearbeitet. Schaum auf der Haut klebt tagelang.
Häufige Fragen
Wie lange braucht PU-Schaum zum Aushärten?
Schneidbar ist 1K-Schaum meist nach 30 bis 60 Minuten, vollständig ausgehärtet nach etwa 12 bis 24 Stunden, bei tiefen Fugen und trockener Luft länger. 2K-Schaum ist nach wenigen Minuten fest.
Kann man PU-Schaum überstreichen oder verputzen?
Ja, nach dem Aushärten und Abschneiden. Für Putz wird die Oberfläche mit Gewebe oder Haftbrücke vorbereitet, damit keine Risse entstehen.
Ist PU-Schaum wasserfest?
Er nimmt wenig Wasser auf und verrottet nicht, ist aber keine Abdichtung. Für nasse Bereiche immer eine eigene Dichtebene einplanen.



