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Heimwerker-Berater

Eine Werkbank selber bauen - einfache Anleitung

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Eine Werkbank selber bauen - einfache Anleitung
Inhalt9 Abschnitte
  1. Planung: Größe und Höhe
  2. Das Untergestell
  3. Die Arbeitsplatte
  4. Der Schraubstock
  5. Ablage und Aufbewahrung
  6. Sitzplatz
  7. Strom an der Werkbank
  8. Alte Möbel weiterverwenden
  9. Häufige Fragen

Eine gute Werkbank ist schwer, steht bombenfest und hat die richtige Höhe für den, der daran arbeitet. Wackelt sie beim Sägen oder federt beim Hämmern, taugt sie nichts – egal, wie schön sie aussieht. Selbst gebaut kostet sie oft weniger als ein Fertigmodell und passt genau in die Werkstattecke.

Planung: Größe und Höhe

Die Arbeitshöhe richtet sich nach Ihnen. Stellen Sie sich aufrecht hin und lassen Sie die Arme hängen: Die Oberkante der Platte liegt für allgemeine Arbeiten etwa auf Höhe des Handgelenks, bei den meisten Erwachsenen zwischen 85 und 95 cm. Für feine Arbeiten wie Elektronik oder Modellbau darf sie höher sein, für schweres Hobeln etwas niedriger.

MaßRichtwert
Länge150–200 cm, je nach Platz
Tiefe60–80 cm; tiefer wird es unpraktisch
Höheetwa Handgelenkhöhe, meist 85–95 cm
Beinemindestens 8 × 8 cm Querschnitt
Plattemindestens 40 mm, besser doppelt verleimt

Planen Sie die Werkbank so, dass Sie sie von drei Seiten erreichen können, oder zumindest von vorn und einer Seite. An der Wand stehend brauchen Sie eine Wandbefestigung, frei stehend das nötige Eigengewicht.

Das Untergestell

Das Gestell aus Massivholz ist der Klassiker. Vier Beine mit mindestens 8 × 8 cm Querschnitt, verbunden durch Zargen unter der Platte und Querriegel etwa 15 bis 20 cm über dem Boden. Auf die unteren Riegel kommt eine Ablageplatte, die gleichzeitig aussteift und Gewicht bringt.

Verbinden Sie die Teile verleimt und verschraubt oder mit Schlossschrauben, die sich später nachziehen lassen. Holz arbeitet, und eine nachziehbare Verbindung hält die Bank über Jahre steif. Diagonalstreben oder eine vollflächig verschraubte Rückwand aus Plattenmaterial verhindern das seitliche Wackeln – die häufigste Schwäche selbst gebauter Bänke.

Alternativen sind Gestelle aus Kantholz-Doppelbalken, aus Leimholzbalken oder aus Stahlprofilen. Wer wenig Platz hat, findet Ideen bei Werkbank klappbar und mobile Werkbank.

Die Arbeitsplatte

Sie muss Hammerschläge ohne Federn aufnehmen und darf sich nicht durchbiegen. Gut geeignet sind:

  • Buche-Leimholz, 40 mm oder stärker. Klassisch, schwer, schön – und nicht billig.
  • Multiplex, zwei Lagen à 21 mm verleimt und verschraubt. Formstabil und preiswerter.
  • Spanplatte doppelt mit Hartfaser-Deckschicht. Die günstige Lösung; die Hartfaser lässt sich austauschen, wenn sie verbraucht ist.

Die Platte sollte vorne 3 bis 5 cm über das Gestell stehen, damit Sie Zwingen ansetzen können. Behandeln Sie die Oberfläche mit Hartöl oder Leinölfirnis; Lack wird glatt und rutschig.

Einen Schraubstock beim Selbstbau einer Werkstatt einzuplanen ist eine gute Idee
Einen Schraubstock beim Selbstbau einer Werkstatt einzuplanen ist eine gute Idee! | Foto: HandmadePicture / Depositphotos.com

Der Schraubstock

Planen Sie ihn von Anfang an ein, weil er die stärksten Kräfte in die Bank leitet. Rechtshänder setzen ihn üblicherweise an die linke vordere Ecke, und zwar über einem Bein, nicht in der Plattenmitte. Die feste Backe sollte mit der Vorderkante der Platte abschließen, damit lange Werkstücke senkrecht eingespannt werden können. Befestigt wird er mit durchgehenden Schlossschrauben, nicht mit Holzschrauben. Welche Bauarten es gibt, steht beim Schraubstock.

Für Holzarbeiten ist zusätzlich eine Vorderzange mit Holzbacken praktisch. Metallbacken hinterlassen in weichem Holz Abdrücke; aufsteckbare Schutzbacken aus Aluminium oder Kunststoff lösen das.

Ablage und Aufbewahrung

Unter der Platte ist der wertvollste Stauraum der Werkstatt. Schubladen für Kleinteile, eine Ablage für Maschinen und Lochwand oder Werkzeugleiste an der Wand dahinter. Achten Sie darauf, dass Schubladen die Zwingen nicht blockieren.

Sitzplatz

Wer länger an feinen Arbeiten sitzt, sollte an einer Stelle Beinfreiheit einplanen: eine Aussparung ohne Unterbau, 60 bis 70 cm breit, dazu ein höhenverstellbarer Hocker. Bei 90 cm Arbeitshöhe braucht es eine Sitzhöhe um 65 cm.

Strom an der Werkbank

Eine an die Bank geschraubte Steckdosenleiste mit Schalter genügt für die meisten Werkstätten. Montieren Sie sie hinten oder seitlich, wo keine Späne und kein Leim hinfallen. Die Werkstatt selbst sollte über einen FI-Schutzschalter abgesichert sein. Fest verdrahtete Steckdosen in der Bank oder eine neue Zuleitung gehören zur Elektrofachkraft – Arbeiten am Netz sind nicht Heimwerkersache. Praktisch ist eine Steckdosenleiste mit Fußschalter für Lampe oder Absaugung.

Alte Möbel weiterverwenden

Ein ausrangierter Küchenunterschrank oder eine stabile Kommode kann als Unterbau dienen, wenn er fest steht und genug Gewicht hat. Er bekommt dann nur eine neue, dicke Platte. Das spart Zeit, hat aber Grenzen: Korpusse aus Spanplatte sind für Hammerschläge und Schraubstockkräfte nicht gebaut. Für eine Hobby-Elektronikecke genügt es, für die Holzwerkstatt eher nicht.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Bau?

Mit zugeschnittenem Holz ist eine einfache Werkbank an einem Tag gebaut. Mit eigenem Zuschnitt, Schubladen und Oberflächenbehandlung ein Wochenende.

Was kostet eine selbst gebaute Werkbank?

Je nach Holz etwa 100 bis 300 Euro. Die Platte ist der größte Posten; Buche-Leimholz kostet ein Mehrfaches einer Multiplex-Lösung.

Wie verbinde ich die Teile am besten?

Verleimt und verschraubt oder mit Schlossschrauben. Holzverbindungen wie Zapfen sind stabiler, aber aufwendiger. Leimtipps finden Sie unter Holz leimen.

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