Wasserrohr Isolierung

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Ungedämmte Warmwasser- und Heizungsrohre im Keller heizen den Keller statt der Wohnung. Kaltwasserleitungen wiederum schwitzen im Sommer Tauwasser aus und erwärmen sich in warmen Schächten so stark, dass Keime wachsen können. Eine Rohrdämmung kostet wenige Euro je Meter und gehört zu den billigsten Energiesparmaßnahmen im Haus. Sie lässt sich an einem Nachmittag selbst anbringen.
Warum Rohre gedämmt werden
Es gibt drei Gründe, und je nach Leitung zählt ein anderer. Bei Heizungs- und Warmwasserrohren geht es um Wärmeverlust: Ein Meter ungedämmtes Rohr in einem kalten Keller gibt über den Winter eine spürbare Menge Energie ab, die niemand nutzt. Bei Kaltwasserleitungen geht es um Hygiene und Tauwasser. Und bei Leitungen in unbeheizten Räumen oder außen geht es um Frost.
Dazu kommt ein Nebeneffekt: Gedämmte Rohre übertragen weniger Fließgeräusche.
Wann Dämmung Pflicht ist
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt vor, dass bisher ungedämmte, zugängliche Leitungen für Heizung und Warmwasser in unbeheizten Räumen gedämmt werden müssen. Das trifft typischerweise den Heizungskeller, Abstellräume und den nicht ausgebauten Dachboden. Bei Neubau und Austausch gelten für Heizungs- und Warmwasserleitungen feste Mindestdämmstärken.
| Innendurchmesser des Rohres | Mindestdämmstärke (bei λ = 0,035 W/(m·K)) |
| bis 22 mm | 20 mm |
| über 22 bis 35 mm | 30 mm |
| über 35 bis 100 mm | gleich Innendurchmesser |
| über 100 mm | 100 mm |
| in Wand- und Deckendurchbrüchen, an Kreuzungen | die Hälfte der Werte |
Die Hälfte der Werte, oft „50-Prozent-Dämmung“ genannt, gilt auch für Leitungen zwischen beheizten Räumen verschiedener Nutzer. Bei Material mit schlechterer Wärmeleitfähigkeit muss die Dämmung entsprechend dicker sein.
Auch Kaltwasser dämmen
Für Trinkwasser gilt die DIN 1988-200: Kaltes Trinkwasser soll sich in der Leitung nicht über 25 °C erwärmen. Zwischen 25 und 45 °C vermehren sich Legionellen und andere Keime besonders gut. Wo Kaltwasserleitungen neben Heizungsrohren im Schacht oder im Estrich liegen, ist Dämmung deshalb keine Kür.
Der zweite Grund ist Tauwasser. Im Sommer ist das Rohr kälter als die Kellerluft, die Luftfeuchte schlägt sich als Tropfen nieder und läuft an der Wand herunter. Hier braucht es eine Dämmung mit geschlossenen Zellen und dichten Nähten, sonst kondensiert das Wasser eben unter der Dämmung.

Die Materialien
| PE-Schaum | Günstig, leicht zu schneiden, meist grau. Temperaturbeständig bis etwa 95–105 °C. Für Heizung, Warm- und Kaltwasser im Haus. |
| Synthesekautschuk | Flexibel, geschlossenzellig, dampfbremsend. Erste Wahl für Kaltwasser und Klimaleitungen, weil kein Tauwasser durchkommt. Bis etwa 105 °C, Spezialsorten höher. |
| Mineralwolle-Schalen | Mit Alukaschierung, nicht brennbar, hitzebeständig bis weit über 200 °C. Für Heizungskeller, Brandschutzbereiche und heiße Leitungen. |
| Hochtemperatur-Kautschuk | Für Solarleitungen, in denen im Stillstand weit über 150 °C auftreten können. |
Für Solarleitungen taugt normaler PE-Schaum nicht. Er schmilzt bei Stillstandstemperaturen des Kollektors. Außenliegende Leitungen brauchen zusätzlich einen UV-beständigen Mantel.
Die richtige Größe finden
Dämmschläuche werden nach dem Außendurchmesser des Rohres verkauft, nicht nach dem Innendurchmesser. Ein Kupferrohr 15 × 1 braucht also einen Schlauch für 15 mm, ein Rohr 22 × 1 einen für 22 mm. Messen Sie mit dem Messschieber oder mit einem Faden um das Rohr (Umfang geteilt durch 3,14). Der Schlauch muss straff sitzen – ist er zu weit, zirkuliert Luft dazwischen, und die Wirkung sinkt.
Für die Menge: Rohrlänge messen und etwa 10 Prozent für Verschnitt an Bögen und T-Stücken dazurechnen.
So wird gedämmt
- Rohre reinigen und trocknen. Auf nassen oder staubigen Rohren halten Klebenähte nicht.
- Gerade Strecken zuerst. Geschlitzte Schläuche über das Rohr drücken, die selbstklebende Naht erst schließen, wenn der Schlauch richtig sitzt.
- Bögen mit Gehrungsschnitt. Zwei Stücke im 45-Grad-Winkel zuschneiden und stoßen. Eine Gehrungslade macht das genau.
- T-Stücke aussparen und einsetzen. In den durchgehenden Schlauch ein Loch schneiden, das Abzweigstück passend anschneiden.
- Stöße verkleben. Alle Stoßstellen mit passendem Klebeband überkleben, bei Kautschuk mit dem Kontaktkleber des Herstellers.
- Armaturen nicht vergessen. Pumpen, Ventile und Verteiler verlieren viel Wärme. Dafür gibt es fertige Dämmschalen.

Was eine Dämmung gegen Frost kann
Dämmung verzögert das Auskühlen, verhindert Frost aber nicht. Steht das Wasser in einer Leitung in einem ungeheizten Raum lange genug still, friert es trotz Dämmung ein. Für Leitungen in Garage, Gartenhaus oder außen gilt deshalb: vor dem Winter absperren und entleeren oder ein Rohrbegleitheizband unter die Dämmung legen, das per Thermostat nur bei Frostgefahr heizt.
Typische Fehler
- Zu große Schläuche. Luftspalte machen die Dämmung fast wirkungslos.
- Offene Stoßstellen. Bei Kaltwasser kondensiert dort Wasser und läuft unter die Dämmung.
- PE-Schaum am Heizkessel. Direkt am Abgang heißer Anlagen braucht es temperaturbeständiges Material.
- Nur die Rohre, nicht die Armaturen. Pumpe und Verteiler sind oft die größten Wärmequellen im Keller.
Kosten
PE-Schaumschläuche kosten je nach Durchmesser rund 1 bis 3 Euro je Meter, Kautschuk etwa das Doppelte, Mineralwollschalen mit Alukaschierung liegen dazwischen. Für einen typischen Heizungskeller mit 20 bis 30 Metern Leitung kommen Sie also mit 50 bis 150 Euro Material aus. Das Geld ist meist in einer Heizsaison wieder eingespielt. Wer die Heizungsrohre im Wohnbereich verdecken will, findet Lösungen unter Heizungsrohrverkleidung.
Häufige Fragen
Muss ich Rohre in beheizten Räumen dämmen?
Heizungsrohre in beheizten Räumen desselben Nutzers geben ihre Wärme dort ab, wo sie gebraucht wird; eine Pflicht besteht nicht. Warmwasserleitungen und Kaltwasserleitungen, die nebeneinander liegen, sollten aber trotzdem gedämmt werden.
Darf ich die Dämmung selbst anbringen?
Ja. Das ist keine Installationsarbeit, sondern reine Ummantelung, und eignet sich gut für Eigenleistung.
Wie dick muss die Dämmung an Kaltwasserleitungen sein?
Die Norm nennt für übliche Fälle 4 bis 13 mm, je nach Lage. Wichtiger als die Dicke ist eine lückenlose, dampfdichte Ausführung.



