Airlessgerät
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Ein Airlessgerät spritzt Farbe ohne Druckluft. Eine Pumpe presst das Material mit hohem Druck durch eine winzige Düse, an der es sich zu einem feinen Sprühfächer zerstäubt. So lassen sich Wände, Decken, Fassaden und Zäune in einem Bruchteil der Zeit beschichten, die Rolle und Pinsel brauchen. Die Zeit spart man allerdings erst, wenn das Abdecken erledigt ist – und das dauert oft länger als das Spritzen.
Aufbau
- Pumpe mit Elektro- oder Benzinmotor. Hobbygeräte arbeiten meist mit einer Membranpumpe, Profigeräte mit einer Kolbenpumpe.
- Ansaugrohr oder Behälter. Größere Geräte saugen direkt aus dem Farbeimer.
- Hochdruckschlauch, meist 7,5 bis 15 m lang, bei Profigeräten verlängerbar.
- Spritzpistole mit Filter im Griff und Abzugssicherung.
- Wechseldüse in einem drehbaren Düsenhalter, der sich zum Reinigen umdrehen lässt.
Die Geräte arbeiten mit Drücken von bis zu rund 200 bis 250 bar. Das ist der Grund für die Effizienz – und für die wichtigste Sicherheitsregel.
Wofür es sich lohnt
Airless spielt seine Stärken bei großen, zusammenhängenden Flächen aus: Neubau mit leeren Räumen, Decken, Fassaden, Hallen, lange Zäune. Dort spart es gegenüber der Rolle ein Vielfaches an Zeit.
Für ein einzelnes Zimmer in einer bewohnten Wohnung ist der Aufwand für Abdecken und Reinigen meist höher als der Gewinn. Dafür ist die Rolle schneller. Für kleinere Projekte gibt es auch ein Farbsprühsystem mit Niederdruck, das weniger Nebel erzeugt.
Die Düse richtig lesen
Airless-Düsen tragen eine dreistellige Zahl, zum Beispiel 517.
- Die erste Ziffer mal zwei ergibt die Spritzbreite in Zoll bei etwa 30 cm Abstand. 5 bedeutet rund 10 Zoll, also etwa 25 cm Fächerbreite.
- Die letzten beiden Ziffern sind die Bohrung in Tausendstel Zoll. 17 steht für 0,017 Zoll.
| Material | typische Bohrung |
| Lacke, Lasuren | 0,009–0,013 Zoll |
| Dispersionsfarbe innen | 0,017–0,021 Zoll |
| Fassadenfarbe, Latex | 0,019–0,025 Zoll |
| Dickschichtige Materialien, Spachtel | ab etwa 0,025 Zoll |
Größere Bohrungen brauchen mehr Fördermenge. Jedes Gerät nennt die größte Düse, die es noch versorgen kann. Düsen verschleißen: Wird der Fächer schmaler und die Ränder streifig, ist es Zeit für eine neue.
Förderleistung und Pumpe
Die Förderleistung wird in Litern pro Minute angegeben. Für Heimwerker genügen Geräte um 1 l/min, im Maler- und Bauhandwerk sind 2 bis 3 l/min und mehr üblich.
Membranpumpen sind unempfindlicher gegen abrasive Materialien und günstiger in der Wartung. Kolbenpumpen erreichen höhere Förderleistungen und verarbeiten auch dickere Materialien.
Vorbereiten und abdecken
Airless erzeugt Sprühnebel, der sich mehrere Meter weit verteilt. Alles, was keine Farbe abbekommen soll, wird abgedeckt: Fenster mit Folie und Kreppband, Böden mit Malervlies, Steckdosen und Schalter abgeklebt, Möbel aus dem Raum. Draußen schützen Sie Autos, Nachbarfassaden und Pflanzen – bei Wind lieber gar nicht spritzen.
Die Farbe wird aufgerührt und durch ein Sieb gegossen. Manche Farben müssen leicht verdünnt werden; die Angabe steht im technischen Merkblatt.
Die Spritztechnik
- Druck niedrig anfangen. So weit hochdrehen, bis der Fächer gleichmäßig ist und keine Streifen an den Rändern zeigt. Mehr Druck bringt nur mehr Nebel und schnelleren Düsenverschleiß.
- Abstand etwa 30 cm, Pistole senkrecht zur Fläche.
- Aus dem Arm bewegen, nicht aus dem Handgelenk schwenken. Sonst wird die Mitte dick und die Ränder dünn.
- Abzug erst in der Bewegung ziehen und vor dem Ende der Bahn loslassen.
- Bahnen etwa zur Hälfte überlappen.
Üben Sie auf Karton oder einer unauffälligen Fläche.
Sicherheit: Injektionsverletzung
Richten Sie die Pistole nie auf Menschen oder die eigene Hand, auch nicht mit Handschuh. Der Strahl direkt an der Düse durchdringt die Haut und spritzt Farbe ins Gewebe. Eine solche Injektionsverletzung sieht anfangs harmlos aus, ist aber ein chirurgischer Notfall. Sofort ins Krankenhaus und die Farbe nennen.
Weitere Regeln: Abzugssicherung bei jeder Pause einlegen, vor dem Düsenwechsel den Druck ablassen, nie die Düse mit dem Finger reinigen. Beim Spritzen eine Lackiermaske mit passendem Filter und eine Schutzbrille tragen.
Reinigung
Direkt nach der Arbeit, nicht am nächsten Morgen. Bei Dispersionsfarben mit Wasser, bei lösemittelhaltigen Lacken mit dem passenden Verdünner: Ansaugrohr ins Reinigungsmittel, Gerät durchspülen, bis klares Mittel kommt. Pistolen- und Ansaugfilter ausbauen und auswaschen, Düse separat reinigen.
Über Nacht in eingetrockneter Farbe stehen gelassen, sind Filter und Ventile oft nicht mehr zu retten.
Kaufen oder leihen
Heimwerkergeräte gibt es ab einigen hundert Euro, Profigeräte kosten ein Vielfaches. Für ein einzelnes Projekt, etwa den Neubau oder die Fassade, ist das Leihen meist sinnvoller. Baumaschinenverleiher geben die Geräte oft mit Düsen und Einweisung ab.
Häufige Fragen
Kann ich jede Farbe mit dem Airlessgerät spritzen?
Die meisten Wandfarben, Lacke und Lasuren ja. Materialien mit groben Füllstoffen oder Fasern brauchen große Düsen und leistungsstarke Geräte. Maßgeblich ist das Merkblatt der Farbe.
Braucht man mehr Farbe als mit der Rolle?
Ja, durch den Sprühnebel geht mehr verloren, je nach Fläche und Technik spürbar. Dafür wird die Schicht gleichmäßiger.
Wie lang darf der Schlauch sein?
So lang, wie der Hersteller erlaubt. Lange Schläuche kosten Druck; bei kleinen Geräten sind 15 m oft die Grenze.



