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Außenfensterbank - darauf sollte man achten

Haus & Bauvon Andreas5 Min. · 10 Abschnitte
Außenfensterbank - darauf sollte man achten
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wozu die Außenfensterbank da ist
  2. Gefälle, Überstand, Tropfkante
  3. Welche Materialien es gibt
  4. Aluminium: der Standard
  5. Naturstein: schwer und langlebig
  6. Holz und Kunststoff
  7. Dämmstoff mit Aluabdeckung
  8. So wird die Fensterbank eingebaut
  9. Reparieren oder tauschen
  10. Häufige Fragen

Die Außenfensterbank ist kein Zierrat, sondern ein Regenschutz: Sie fängt das Wasser ab, das an der Scheibe herunterläuft, und leitet es an der Fassade vorbei. Ob sie das schafft, hängt weniger vom Material ab als von drei Details: Gefälle, Überstand und Tropfkante.

Wozu die Außenfensterbank da ist

Unter jedem Fenster liegt eine offene Kante aus Mauerwerk. Ohne Abdeckung läuft Regen direkt hinein, durchfeuchtet den Putz und im schlimmsten Fall die Wand darunter. Die Außenfensterbank deckt diese Brüstung ab, lenkt das Wasser nach vorn und lässt es in sicherem Abstand zur Fassade abtropfen.

Nebenbei schützt sie die Fassade vor Schmutzfahnen. Die grauen Streifen, die man unter vielen Fenstern sieht, sind fast immer ein Zeichen dafür, dass die Fensterbank zu knapp übersteht oder keine funktionierende Tropfkante hat.

Gefälle, Überstand, Tropfkante

Diese drei Werte entscheiden über die Funktion:

  • Gefälle. Die Bank muss spürbar nach außen fallen, üblich sind mindestens 5 Grad, also rund 8 %. Stehendes Wasser auf einer flachen Bank findet früher oder später den Weg in die Anschlussfuge.
  • Überstand. Die Vorderkante sollte mindestens etwa 3 bis 4 cm vor der fertigen Fassadenoberfläche liegen, bei einer gedämmten Fassade also vor dem Putz auf der Dämmung. Ein Überstand von nur 1 cm reicht nicht, weil der Wind das Wasser an die Wand drückt.
  • Tropfkante. An der Unterseite braucht die Bank eine Tropfnase oder eine abgekantete Kante, an der das Wasser abreißt. Ohne sie läuft es an der Unterseite zurück zur Wand.

Im Netz ist häufig zu lesen, eine Fensterbank dürfe höchstens 5 cm überstehen. Eine solche Obergrenze gibt es nicht als feste Vorschrift. Entscheidend ist der Mindestüberstand; zu weit überstehende Bänke sehen allenfalls klobig aus und brauchen bei größerer Tiefe eine zusätzliche Stütze.

Welche Materialien es gibt

MaterialStärkenSchwächen
Aluminiumleicht, maßgenau, pflegearm, günstigdehnt sich stark, Trommelgeräusch bei Regen
Naturstein (Granit)sehr langlebig, massiv, ruhig bei Regenschwer, Montage aufwendiger
Kunststoffgünstig, leicht zu verarbeitenkann ausbleichen, weniger formstabil
Holzwarme Optik, passend zu Holzfensternregelmäßige Pflege nötig
Dämmstoff mit Aluabdeckungverringert die Wärmebrückeempfindlich bei Stößen

Aluminium: der Standard

Die meisten Neubauten bekommen Aluminium. Es ist leicht, lässt sich auf Maß kanten, wird farbig beschichtet geliefert und braucht kaum Pflege. Der Nachteil ist die Wärmedehnung: Eine 1,5 m lange Bank wird zwischen Winternacht und Sommersonne um rund 3 mm länger oder kürzer. Deshalb gehören an die Seiten Bordprofile oder Gleitabschlüsse, die diese Bewegung aufnehmen. Einfach starr eingeputzt, reißt der Anschluss.

Gegen das Trommeln bei Regen hilft ein Antidröhnstreifen auf der Unterseite. Bei vielen Markenbänken ist er bereits aufgeklebt.

Naturstein: schwer und langlebig

Granit ist der Klassiker bei Altbauten und hochwertigen Fassaden. Er ist frostfest, kratzfest und praktisch unverwüstlich, und er dröhnt nicht. Dafür wiegt eine Bank schnell 20 kg und mehr, wird in ein Mörtelbett gelegt und braucht eine eingefräste Tropfnut an der Unterseite. Weicherer Kalkstein oder Marmor ist außen weniger geeignet, weil saurer Regen und Frost ihm zusetzen.

Holz und Kunststoff

Holz passt optisch zu Holzfenstern, verlangt aber regelmäßig einen neuen Anstrich oder eine Lasur, vor allem auf der waagerechten Oberseite, die Sonne und Wasser voll abbekommt. Harte, witterungsbeständige Hölzer halten deutlich länger als Fichte.

Kunststofffensterbänke sind günstig und leicht zu verarbeiten. Außen sind sie eher bei Nebengebäuden und Gartenhäusern verbreitet; bei starker Sonne können dunkle Farben ausbleichen und sich verziehen.

Außenfensterbank aus Holz
Außenfensterbank aus Holz | Foto: cybernesco / Depositphotos.com

Dämmstoff mit Aluabdeckung

Eine Sonderform sind komplette Fensterbänke aus beschichtetem Hartschaum, die mit einem Aluminiumblech abgedeckt sind. Der Schaumkörper füllt die Brüstung und verringert so die Wärmebrücke unter dem Fenster. Sie sind leicht und schnell eingebaut, vertragen aber keine harten Stöße – eine Leiter, die dagegen kippt, hinterlässt Spuren.

So wird die Fensterbank eingebaut

  1. Brüstung vorbereiten. Der Untergrund muss eben, tragfähig und trocken sein. Bei Aluminium wird oft ein Dämmkeil untergelegt, der das Gefälle vorgibt.
  2. Unterseite abdichten. Unter die Bank gehört eine zweite wasserführende Ebene, etwa eine Folie oder ein Dichtband, das zum Fenster hin hochgezogen wird. Die Bank selbst ist nie ganz dicht.
  3. Anschluss ans Fenster. Die Bank wird unter das Anschlussprofil des Fensterrahmens geschoben, nicht davor gesetzt. Nur so läuft Wasser aus dem Rahmen auf die Bank und nicht dahinter.
  4. Seitlich einpassen. Bordprofile oder Endkappen verbinden die Bank mit der Laibung. Silikon allein ist dort eine Wartungsfuge, die alle paar Jahre erneuert werden muss.
  5. Befestigen. Aluminium wird geschraubt oder mit Halteklammern gesetzt, Stein in Mörtel verlegt.

Beim Einbau neuer Fenster gehört die Fensterbank direkt dazu; siehe Kunststofffenster richtig einbauen.

Reparieren oder tauschen

Eine Aluminiumbank mit Dellen lässt sich kaum ausbeulen, aber meist problemlos tauschen. Abgeplatzte Kanten an Granit werden mit Steinkitt auf Epoxidbasis ausgebessert. Holz wird angeschliffen und neu gestrichen. Wichtiger als die Oberfläche ist die Kontrolle der Anschlüsse: Risse an der Seitenfuge oder feuchte Stellen im Putz unter der Bank sind ein Alarmzeichen, weil dort Wasser ins Mauerwerk läuft.

Häufige Fragen

Was kostet eine Außenfensterbank?

Aluminium und Kunststoff gehören zu den günstigen Lösungen; im Standardmaß beginnen sie bei wenigen Euro je Meter. Granit gibt es in kleinen Standardmaßen ab etwa 20 bis 35 Euro je Stück, größere Maße und Sonderanfertigungen kosten entsprechend mehr. Dazu kommen Seitenteile und Montage.

Welche Außenfensterbank ist die beste?

Für die meisten Häuser ist beschichtetes Aluminium das vernünftigste Verhältnis aus Preis und Haltbarkeit. Wer Wert auf Ruhe bei Regen und eine massive Optik legt, nimmt Naturstein.

Kann ich eine Fensterbank bei einer gedämmten Fassade nachrüsten?

Ja, aber die Bank muss dann deutlich tiefer sein, weil sie über die Dämmung hinaus überstehen muss. Mehr zur Fassadendämmung unter ökologische Dämmstoffe für die Fassade.

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