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Heimwerker-Berater

Einbruchschutz Fenster nachrüsten

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Einbruchschutz Fenster nachrüsten
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie Fenster aufgebrochen werden
  2. Die Pilzkopfverriegelung
  3. Abschließbare Fenstergriffe
  4. Zusatzschlösser zum Aufschrauben
  5. Sicherheitsglas und Folie
  6. Kellerfenster und Lichtschächte
  7. Rollläden richtig einschätzen
  8. Terrassen- und Balkontüren
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Fenster und Terrassentüren sind in Einfamilienhäusern der häufigste Weg für Einbrecher. Meist wird der Flügel mit einem Schraubendreher aufgehebelt, Glas wird seltener eingeschlagen, weil das Lärm macht. Wirksamer Schutz setzt deshalb dort an, wo Flügel und Rahmen zusammenkommen: an den Verriegelungspunkten.

Wie Fenster aufgebrochen werden

Ein Standardfenster wird von einem Einbrecher mit etwas Erfahrung in kurzer Zeit aufgehebelt. Das Werkzeug wird zwischen Flügel und Rahmen angesetzt, der Flügel wird nach innen gedrückt, und die einfachen Rollzapfen rutschen aus den Schließstücken. Das ist leise und hinterlässt kaum Spuren.

Der gekippte Flügel ist noch einfacher. Mit einem Draht oder durch den Spalt lässt sich der Griff von innen drehen. Deshalb gilt: Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster, auch für die Hausratversicherung, die bei Einbruch durch ein gekipptes Fenster oft nicht oder nur eingeschränkt zahlt.

Die Pilzkopfverriegelung

Bei einer Standardverriegelung sitzen am Flügel runde Zapfen, die in einfache Schließstücke fahren. Pilzkopfzapfen haben dagegen einen verbreiterten Kopf, der hinter ein Sicherheitsschließstück aus Stahl greift. Beim Aufhebeln verhakt sich der Pilzkopf, statt herauszurutschen.

Bei vielen Fenstern lässt sich die Verriegelung nachrüsten, indem Zapfen und Schließstücke getauscht werden. Wichtig ist, dass die Schließstücke fest im Rahmen verschraubt sind, bei Kunststofffenstern im Stahlkern. Ob das bei Ihrem Beschlag geht, zeigt ein Blick auf den Hersteller, der meist am Beschlag eingeprägt ist. Ein Fensterbauer kann das oft in einer Stunde je Fenster erledigen.

Abschließbare Fenstergriffe

Ein abschließbarer Griff verhindert, dass jemand durch ein kleines Loch in der Scheibe oder im Rahmen den Griff von außen drehen kann. Gute Griffe haben zusätzlich eine Sperre gegen das Verschieben des Getriebes von außen, etwa durch Anbohren.

Allein schützt der Griff nicht gegen Aufhebeln. Er hält den Beschlag in Position, aber wenn die Zapfen aus den Schließstücken rutschen, nützt das wenig. In Kombination mit Pilzköpfen ist er sinnvoll, als einzige Maßnahme nicht.

Zusatzschlösser zum Aufschrauben

Wer den Beschlag nicht tauschen kann oder will, rüstet aufschraubbare Zusatzsicherungen nach. Sie bestehen aus einem Schloss auf dem Flügel und einem Gegenstück auf dem Rahmen, die ineinandergreifen. Es gibt sie abschließbar und mit Druckzylinder, und für breite Fenster als Stangenschloss, das mehrere Punkte verriegelt.

Montiert werden sie auf der Griffseite und bei großen Fenstern zusätzlich auf der Bandseite. Die Schrauben müssen tief in den tragenden Teil des Rahmens gehen. Auf Qualität achten: Geprüfte Nachrüstprodukte tragen einen Hinweis auf DIN 18104-1.

Sicherheitsglas und Folie

Das Glas ist meist nicht das Hauptproblem, aber bei großen Terrassentüren und Fenstern im Erdgeschoss ein Thema. Verbundsicherheitsglas der Klasse P4A nach DIN EN 356 widersteht mehreren Schlägen mit einer Axt, bevor ein Loch entsteht. Es wird mit dem Fensterflügel oder als neue Scheibe eingebaut.

Eine Sicherheitsfolie auf der Innenseite hält Splitter zusammen und erschwert das Durchgreifen, erreicht aber nicht die Widerstandsklasse von echtem Verbundglas. Als Ergänzung für einzelne Scheiben kann sie sinnvoll sein, mehr dazu unter Fensterfolie.

Kellerfenster und Lichtschächte

Kellerfenster sind ein unterschätzter Weg. Die Gitterroste über Lichtschächten lassen sich oft einfach abheben. Eine Rostsicherung, meist Ketten oder Stahlbügel, die den Rost von unten gegen Abheben sichert, kostet wenig und ist schnell montiert. Die Kellerfenster selbst sollten eine vergleichbare Sicherung wie die übrigen Fenster bekommen oder ein fest montiertes Gitter.

Rollläden richtig einschätzen

Ein heruntergelassener Rollladen schützt weniger als man denkt: Standardrollläden lassen sich von außen hochschieben. Eine Hochschiebesicherung, die den Panzer oben verriegelt, macht daraus eine echte Hürde. Moderne Rollläden haben sie oft schon eingebaut, alte lassen sich nachrüsten. Dazu passt Rollladengurt wechseln und Rollladen reparieren.

Terrassen- und Balkontüren

Die Terrassentür ist im Einfamilienhaus oft das bevorzugte Ziel: ebenerdig, vom Garten aus nicht einsehbar und mit einem großen Flügel, der viel Hebelweg bietet. Hier lohnt die Nachrüstung zuerst. Pilzköpfe auf beiden Seiten, ein abschließbarer Griff und bei Bedarf eine zusätzliche Sicherung auf der Bandseite sind das Minimum. Hebe-Schiebe-Türen haben eigene Beschläge; ob und wie sie sich verstärken lassen, sagt der Hersteller oder ein Fensterbauer. Bewegungsmelder mit Licht im Garten ergänzen die Technik, ersetzen sie aber nicht.

Typische Fehler

  • Nur die Griffseite gesichert. Große Flügel lassen sich auch an der Bandseite aufhebeln.
  • Schrauben im Kunststoff statt im Stahlkern. Dann reißt das Schließstück bei der ersten Belastung aus.
  • Verzogene Fenster nicht eingestellt. Ein schief hängender Flügel lässt Pilzköpfe nicht richtig greifen. Vorher das Fenster einstellen.
  • Kippstellung beim Verlassen des Hauses. Auch nur für eine halbe Stunde.

Häufige Fragen

Was ist die wichtigste Maßnahme?

Pilzkopfverriegelung mit Sicherheitsschließstücken rundum, dazu ein abschließbarer Griff. Wo das nicht geht, geprüfte Zusatzsicherungen auf Griff- und Bandseite.

Kann ich das selbst machen?

Zusatzsicherungen zum Aufschrauben ja. Den Beschlag auf Pilzköpfe umzurüsten ist machbar, aber fehleranfällig; ein Fensterbauer kennt die Teile seines Beschlagherstellers.

Was kostet die Nachrüstung?

Aufschraubbare Zusatzsicherungen gibt es ab einigen Dutzend Euro je Stück. Der Umbau auf Pilzkopfverriegelung durch einen Fensterbauer kostet je Fenster meist mehr, lohnt sich aber, weil er alle Verriegelungspunkte auf einmal verstärkt.

Und die Haustür?

Dort sind die Schwachstellen andere, vor allem Schließblech und Zylinder. Mehr unter Einbruchschutz an der Tür nachrüsten.

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