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Heimwerker-Berater

Heizung entlüften und warten

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Heizung entlüften und warten
Inhalt10 Abschnitte
  1. Woran Sie Luft im Heizkörper erkennen
  2. Was Sie brauchen
  3. Heizkörper entlüften in fünf Schritten
  4. Den Anlagendruck prüfen
  5. Wasser nachfüllen
  6. Warum der Druck immer wieder fällt
  7. Typische Fehler
  8. Wartung, die Sie selbst machen können
  9. Wartung durch den Fachbetrieb
  10. Häufige Fragen

Gluckert der Heizkörper oder bleibt er oben kalt, ist Luft im System. Entlüften dauert pro Heizkörper zwei Minuten und braucht nur einen Vierkantschlüssel. Wichtig ist, was danach kommt: den Anlagendruck prüfen und bei Bedarf Wasser nachfüllen. Sonst ist der nächste Heizkörper kalt, weil der Druck fehlt.

Woran Sie Luft im Heizkörper erkennen

  • Gluckern oder Plätschern, besonders beim Aufheizen.
  • Heizkörper oben kalt, unten warm, obwohl das Thermostat offen ist.
  • Einzelne Heizkörper werden gar nicht warm, meist die im obersten Stockwerk.
  • Der Druck auf dem Manometer fällt nach dem Entlüften unter den Sollwert.

Luft kommt vor allem nach dem Nachfüllen von Wasser, nach Arbeiten an der Anlage und zu Beginn der Heizperiode ins System. Frisches Wasser enthält gelösten Sauerstoff, der beim Erwärmen ausgast.

Was Sie brauchen

Einen Entlüftungsschlüssel (meist Vierkant, im Baumarkt für wenige Euro), ein Tuch und ein kleines Gefäß für das austretende Wasser. Manche Ventile lassen sich auch mit einem Schlitzschraubendreher öffnen.

Heizkörper entlüften in fünf Schritten

  1. Thermostate ganz aufdrehen und die Heizung warm laufen lassen. So kommt die Luft in Bewegung.
  2. Umwälzpumpe abschalten oder die Heizung ausschalten und etwa eine Stunde warten. Die Luft sammelt sich dann oben im Heizkörper und wird nicht weiter umgewälzt.
  3. Entlüftungsventil öffnen. Es sitzt oben seitlich am Heizkörper, gegenüber dem Thermostat. Tuch und Gefäß darunter halten, Schlüssel eine halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn drehen. Es zischt.
  4. Schließen, sobald Wasser kommt. Erst wenn statt Luft ein gleichmäßiger Wasserstrahl austritt, ist der Heizkörper luftfrei.
  5. Nächster Heizkörper. Arbeiten Sie von unten nach oben und beginnen Sie mit dem Heizkörper, der der Heizung am nächsten ist.

Danach die Pumpe wieder einschalten und den Druck prüfen.

Heizung richtig warten und entlüften
Foto: eroyka | pixabay.com

Den Anlagendruck prüfen

Am Heizkessel oder in der Nähe sitzt ein Manometer. Beim Einfamilienhaus liegt der Solldruck im kalten Zustand meist zwischen 1 und 2 bar. Eine Faustregel: Gebäudehöhe in Metern geteilt durch 10, plus 0,5 bar. Ein Haus mit 8 m Höhe von Kessel bis oberstem Heizkörper braucht also etwa 1,3 bar.

Viele Manometer haben einen grünen Bereich oder einen roten Zeiger für den Sollwert. Steht der Druck darunter, fehlt Wasser.

Wasser nachfüllen

  1. Heizung ausschalten und abkühlen lassen.
  2. Füllschlauch anschließen, einerseits an einen Wasserhahn, andererseits an den Füll- und Entleerhahn (KFE-Hahn) der Heizung.
  3. Schlauch mit Wasser füllen, bevor er an den KFE-Hahn kommt. Sonst drücken Sie die Luft direkt wieder ins System.
  4. Beide Hähne langsam öffnen, dabei das Manometer beobachten.
  5. Bei Solldruck schließen, Schlauch abnehmen, Heizung einschalten.

Viele neue Anlagen verlangen aufbereitetes Heizungswasser. Steht dazu etwas in der Anleitung des Kessels oder hat der Installateur eine Füllstation mit Enthärtung eingebaut, nutzen Sie diese. Neuere Anlagen haben oft eine Systemtrennung am Füllanschluss, die das Trinkwasser vor Heizungswasser schützt.

Warum der Druck immer wieder fällt

Einmal im Jahr etwas nachzufüllen, ist normal. Fällt der Druck innerhalb von Tagen oder Wochen deutlich, hat die Anlage ein Problem: ein undichtes Ventil, eine tropfende Verschraubung oder ein defektes Ausdehnungsgefäß. Letzteres gleicht die Volumenänderung des Wassers beim Aufheizen aus; verliert es seinen Vordruck, schwankt der Anlagendruck stark. Das prüft der Fachbetrieb.

Typische Fehler

  • Ventil ganz herausgedreht. Das Entlüftungsventil muss nur eine halbe Umdrehung geöffnet werden. Wer weiterdreht, hält plötzlich die Schraube in der Hand und einen Wasserstrahl im Gesicht.
  • Zu früh geschlossen. Kommt nur ein Spritzer Wasser mit Luft gemischt, ist noch Luft drin. Warten, bis der Strahl gleichmäßig läuft.
  • Druck nicht kontrolliert. Nach dem Entlüften mehrerer Heizkörper fehlt oft ein halbes Bar.
  • Füllschlauch trocken angeschlossen. Damit pumpen Sie die Luft, die Sie gerade entfernt haben, gleich wieder hinein.

Wartung, die Sie selbst machen können

  • Vor der Heizperiode entlüften und den Druck prüfen.
  • Thermostatventile gängig machen. Nach dem Sommer klemmt der Ventilstift oft. Kopf abnehmen, Stift einige Male hineindrücken. Mehr dazu unter Heizkörperthermostat.
  • Heizkörper entstauben. Staub zwischen den Lamellen mindert die Wärmeabgabe und riecht beim ersten Aufheizen.
  • Heizkörper freihalten. Möbel und Vorhänge davor stauen die Wärme.

Wartung durch den Fachbetrieb

Eine Gas- oder Ölheizung sollte jährlich gewartet werden. Der Fachbetrieb reinigt Brenner und Wärmetauscher, prüft Abgaswerte, Sicherheitseinrichtungen, Ausdehnungsgefäß und Pumpe. Eine Wartung kostet meist 150 bis 300 Euro. Das ist nicht dasselbe wie die Messung durch den Schornsteinfeger, die gesetzlich vorgeschrieben ist.

Eine gut eingestellte Anlage läuft effizienter und länger. Mehr dazu im Beitrag Lebensdauer der Heizung erhöhen.

Häufige Fragen

Wie oft muss man die Heizung entlüften?

Einmal zu Beginn der Heizperiode und immer dann, wenn es gluckert oder ein Heizkörper oben kalt bleibt.

Muss die Heizung beim Entlüften aus sein?

Die Umwälzpumpe sollte aus sein, damit die Luft sich oben sammelt. Das Wasser darf noch warm sein – Vorsicht, es kann heiß austreten.

Hilft Entlüften gegen einen ungleich warmen Heizkörper?

Wenn Luft die Ursache ist, ja. Bleiben einzelne Heizkörper trotzdem kühl, fehlt oft der hydraulische Abgleich. Weitere Tipps unter 22 Tipps zum Heizkosten sparen.

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8 Leserkommentare

  1. Manuel Löhrmann

    Heizungen sind wegen der Klimakriese wieder ein Thema geworden. Gut zu wissen, dass Regelmäßigkeit beim entlüften und warten der Heizung so wichtig sind. Ich habe mir jetzt an die Nase gefasst und werde den Installateur anrufen um alles auf einem guten Stand zu haben.

  2. Anne Bonny

    Unsere Heizung macht komische Geräusche. Ich wusste nicht, dass das ein Anzeichen dafür ist, dass die Heizung gewartet werden muss. Es ist gut, dass man keine handwerklichen Fähigkeiten braucht, um das zu machen.

    1. Heiner

      Dass die Heizung komische Geräusche macht, ist nicht unbedingt ein Indiz dafür, dass die Anlage gewartet werden muss. Vor allem bei älteren Anlagen, entstehen jaulende Geräusche, wenn die Heizung auf Volllast läuft, aber die Ventile der einzelnen Heizkörper nur auf Gefrierschutz oder auf "1" stehen. Das heiße Wasser rennt dann mit voller Kraft gegen die geschlossenen Ventile an, was das jaulende Geräusch verursacht. Dreht man dann die Ventile der Heizkörper voll auf, so verschwindet das jaulende Geräusch in der Regel sofort. Bei neueren Anlagen, gibt es inzwischen interne Regelmechanismen, die das charakteristische Jaulen verhindern können.

      Heiner Bauer

  3. Gretl Hendricks

    Interessant, dass man die Wartungsarbeiten an einer Heizung mittels entlüften ein Stück weit durchführen kann. Das wäre vielleicht ein erster Schritt in die richtige Richtung bei meiner Heizung. vielleicht werde ich mal einen Experten anrufen, damit er sich meine Anlage mal ansehen kann.

  4. Ferdinand Schneider

    Ich habe schon häufiger gelesen, dass die Wartung der Heizung sehr zu empfehlen ist. Die Entlüftung wird nicht schwer sein, aber kann man selber alle Wartungsarbeiten ausführen? Ich kann mir vorstellen, dass man für bestimmte Sachen eher einen Installateur braucht.

    Die Heizung entlüften, das sollte man bei jeder saisonalen Wiederinbetriebnahme, im Herbst, selber machen. Alle anderen Wartungsarbeiten an der Heizung (Konfiguration der Pumpe, Brenner einstellen, Elektronik u.a.m.) sollte man jedoch unbedingt einem dazu autorisierten und geschulten Fachbetrieb, im Interesse der Betriebssicherheit (Gasheizung), überlassen. Hierzu schließen die Fachbetriebe, die die Heizungsanlage installieren und erstmalig in Betrieb nehmen, in der Regel sogenannte Wartungsverträge mit dem Betreiber ab. Der Betreiber wird dann per Post in jedem Jahr durch den Fachbetrieb über einen Termin informiert, zu dem die nächste Wartung fällig wird.

    Eigenmächtig durchgefürte Wartungsarbeiten an einer komplexen Heizungsanlage, können zum Erlöschen der Gewährleistung durch den Hersteller führen. Die fachgerechte Wartung einer Heizungsanlage, wird im jährliche Turnus empfohlen und muss durch den durchfühenden Fachbetrieb, z.B. anhand einer Plakette (wie beim TÜV), dokumentiert werden.

    Heiner Bauer

  5. Gretl

    Interessant, dass man die Umwälzpumpe abstellen sollte, bevor man die Heizung entlüftet. Für mich ist das alles ein bisschen kompliziert. Vielleicht rufe ich den Installateur hierfür. Obwohl ihre Beschreibung ausgezeichnet ist.

    Grundsätzlich ist man immer auf der sicheren Seite, wenn man den Installateur beauftragt. Hierzu gibt es Wartungsverträge mit in der Regel einmaliger jährlicher Pauschale.

    Heiner Bauer

  6. Nora

    Seit einiger Zeit habe ich Geräusche bei meinem Heizkörper bemerkt. Daher informiere ich mich über das Thema, um die möglichen Gründe zu verstehen. Am besten werde ich mich an einen Fachmann wenden. Wie du sagst, eine regelmäßige Wartung ist sehr wichtig! Danke für den Beitrag!

  7. Markus Richter

    Ich wohne zur Miete in einer Altbauwohnung und habe bemerkt, dass die Heizkörper nicht wirklich warm werden, selbst wenn ich die Temperatur ganz hochdrehe. Vielleicht könnte ich selbst bei meinen Heizkörpern checken, ob sich Luft angesammelt hat. Was die Wartung des Heizsystems geht, sollte aber der Eigentümer einen Installateur beauftragen. Ich hab gar kein Zugang zum Heizungskeller.

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