Heizung entlüften und warten

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Gluckert der Heizkörper oder bleibt er oben kalt, ist Luft im System. Entlüften dauert pro Heizkörper zwei Minuten und braucht nur einen Vierkantschlüssel. Wichtig ist, was danach kommt: den Anlagendruck prüfen und bei Bedarf Wasser nachfüllen. Sonst ist der nächste Heizkörper kalt, weil der Druck fehlt.
Woran Sie Luft im Heizkörper erkennen
- Gluckern oder Plätschern, besonders beim Aufheizen.
- Heizkörper oben kalt, unten warm, obwohl das Thermostat offen ist.
- Einzelne Heizkörper werden gar nicht warm, meist die im obersten Stockwerk.
- Der Druck auf dem Manometer fällt nach dem Entlüften unter den Sollwert.
Luft kommt vor allem nach dem Nachfüllen von Wasser, nach Arbeiten an der Anlage und zu Beginn der Heizperiode ins System. Frisches Wasser enthält gelösten Sauerstoff, der beim Erwärmen ausgast.
Was Sie brauchen
Einen Entlüftungsschlüssel (meist Vierkant, im Baumarkt für wenige Euro), ein Tuch und ein kleines Gefäß für das austretende Wasser. Manche Ventile lassen sich auch mit einem Schlitzschraubendreher öffnen.
Heizkörper entlüften in fünf Schritten
- Thermostate ganz aufdrehen und die Heizung warm laufen lassen. So kommt die Luft in Bewegung.
- Umwälzpumpe abschalten oder die Heizung ausschalten und etwa eine Stunde warten. Die Luft sammelt sich dann oben im Heizkörper und wird nicht weiter umgewälzt.
- Entlüftungsventil öffnen. Es sitzt oben seitlich am Heizkörper, gegenüber dem Thermostat. Tuch und Gefäß darunter halten, Schlüssel eine halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn drehen. Es zischt.
- Schließen, sobald Wasser kommt. Erst wenn statt Luft ein gleichmäßiger Wasserstrahl austritt, ist der Heizkörper luftfrei.
- Nächster Heizkörper. Arbeiten Sie von unten nach oben und beginnen Sie mit dem Heizkörper, der der Heizung am nächsten ist.
Danach die Pumpe wieder einschalten und den Druck prüfen.

Den Anlagendruck prüfen
Am Heizkessel oder in der Nähe sitzt ein Manometer. Beim Einfamilienhaus liegt der Solldruck im kalten Zustand meist zwischen 1 und 2 bar. Eine Faustregel: Gebäudehöhe in Metern geteilt durch 10, plus 0,5 bar. Ein Haus mit 8 m Höhe von Kessel bis oberstem Heizkörper braucht also etwa 1,3 bar.
Viele Manometer haben einen grünen Bereich oder einen roten Zeiger für den Sollwert. Steht der Druck darunter, fehlt Wasser.
Wasser nachfüllen
- Heizung ausschalten und abkühlen lassen.
- Füllschlauch anschließen, einerseits an einen Wasserhahn, andererseits an den Füll- und Entleerhahn (KFE-Hahn) der Heizung.
- Schlauch mit Wasser füllen, bevor er an den KFE-Hahn kommt. Sonst drücken Sie die Luft direkt wieder ins System.
- Beide Hähne langsam öffnen, dabei das Manometer beobachten.
- Bei Solldruck schließen, Schlauch abnehmen, Heizung einschalten.
Viele neue Anlagen verlangen aufbereitetes Heizungswasser. Steht dazu etwas in der Anleitung des Kessels oder hat der Installateur eine Füllstation mit Enthärtung eingebaut, nutzen Sie diese. Neuere Anlagen haben oft eine Systemtrennung am Füllanschluss, die das Trinkwasser vor Heizungswasser schützt.
Warum der Druck immer wieder fällt
Einmal im Jahr etwas nachzufüllen, ist normal. Fällt der Druck innerhalb von Tagen oder Wochen deutlich, hat die Anlage ein Problem: ein undichtes Ventil, eine tropfende Verschraubung oder ein defektes Ausdehnungsgefäß. Letzteres gleicht die Volumenänderung des Wassers beim Aufheizen aus; verliert es seinen Vordruck, schwankt der Anlagendruck stark. Das prüft der Fachbetrieb.
Typische Fehler
- Ventil ganz herausgedreht. Das Entlüftungsventil muss nur eine halbe Umdrehung geöffnet werden. Wer weiterdreht, hält plötzlich die Schraube in der Hand und einen Wasserstrahl im Gesicht.
- Zu früh geschlossen. Kommt nur ein Spritzer Wasser mit Luft gemischt, ist noch Luft drin. Warten, bis der Strahl gleichmäßig läuft.
- Druck nicht kontrolliert. Nach dem Entlüften mehrerer Heizkörper fehlt oft ein halbes Bar.
- Füllschlauch trocken angeschlossen. Damit pumpen Sie die Luft, die Sie gerade entfernt haben, gleich wieder hinein.
Wartung, die Sie selbst machen können
- Vor der Heizperiode entlüften und den Druck prüfen.
- Thermostatventile gängig machen. Nach dem Sommer klemmt der Ventilstift oft. Kopf abnehmen, Stift einige Male hineindrücken. Mehr dazu unter Heizkörperthermostat.
- Heizkörper entstauben. Staub zwischen den Lamellen mindert die Wärmeabgabe und riecht beim ersten Aufheizen.
- Heizkörper freihalten. Möbel und Vorhänge davor stauen die Wärme.
Wartung durch den Fachbetrieb
Eine Gas- oder Ölheizung sollte jährlich gewartet werden. Der Fachbetrieb reinigt Brenner und Wärmetauscher, prüft Abgaswerte, Sicherheitseinrichtungen, Ausdehnungsgefäß und Pumpe. Eine Wartung kostet meist 150 bis 300 Euro. Das ist nicht dasselbe wie die Messung durch den Schornsteinfeger, die gesetzlich vorgeschrieben ist.
Eine gut eingestellte Anlage läuft effizienter und länger. Mehr dazu im Beitrag Lebensdauer der Heizung erhöhen.
Häufige Fragen
Wie oft muss man die Heizung entlüften?
Einmal zu Beginn der Heizperiode und immer dann, wenn es gluckert oder ein Heizkörper oben kalt bleibt.
Muss die Heizung beim Entlüften aus sein?
Die Umwälzpumpe sollte aus sein, damit die Luft sich oben sammelt. Das Wasser darf noch warm sein – Vorsicht, es kann heiß austreten.
Hilft Entlüften gegen einen ungleich warmen Heizkörper?
Wenn Luft die Ursache ist, ja. Bleiben einzelne Heizkörper trotzdem kühl, fehlt oft der hydraulische Abgleich. Weitere Tipps unter 22 Tipps zum Heizkosten sparen.



