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Heimwerker-Berater

Worauf man beim Kauf und bei der Montage einer Haustür achten sollte

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Worauf man beim Kauf und bei der Montage einer Haustür achten sollte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Das Material
  2. Wärmeschutz
  3. Die Sicherheitsklasse
  4. Beschläge und Schloss
  5. Maße und Barrierefreiheit
  6. Die Optik
  7. Der Einbau
  8. Typische Fehler
  9. Kosten
  10. Häufige Fragen

Eine Haustür muss mehr aushalten als jede andere Tür im Haus: Wetter, Temperaturunterschiede von 40 Grad zwischen innen und außen, täglich Dutzende Öffnungen und gelegentlich einen Einbruchsversuch. Entscheidend sind drei Dinge: der Wärmeschutz, die Sicherheitsklasse und ein fachgerechter Einbau. Die Optik kommt danach, auch wenn sie beim Kauf gern zuerst kommt.

Das Material

MaterialStärkenSchwächen
Kunststoffgünstig, pflegeleicht, gute Dämmwerteverzieht sich bei dunklen Farben in praller Sonne leichter
Holzwarm, natürlich, reparierbarbraucht alle paar Jahre einen neuen Anstrich
Aluminiumsehr formstabil, langlebig, schlanke Profileteuer, braucht thermisch getrennte Profile
Holz-AluHolz innen, wetterfeste Schale außenteuerste Variante

Für eine Westseite ohne Vordach, die Schlagregen und Nachmittagssonne abbekommt, ist Aluminium die robusteste Wahl. Kunststoff reicht bei geschützter Lage vollkommen. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie unter Haustür: lieber Aluminium statt Kunststoff.

Wärmeschutz

Maß für die Dämmung ist der U-Wert in W/(m²K): je kleiner, desto besser. Das Gebäudeenergiegesetz verlangt beim Austausch einer Außentür einen U-Wert von höchstens 1,8. Gute Haustüren liegen heute bei 0,8 bis 1,2, Passivhaustüren darunter. Achten Sie darauf, dass der Wert für die ganze Tür gilt (Ud), nicht nur für das Türblatt.

Große Glasflächen verschlechtern den Wert. Eine Füllung mit Dreifachverglasung hält die Werte auch mit Glasanteil im grünen Bereich.

Die Sicherheitsklasse

Einbruchhemmende Türen werden nach DIN EN 1627 in Widerstandsklassen eingeteilt. Für Einfamilienhäuser empfiehlt die Polizei mindestens RC 2. Eine solche Tür hält einem Gelegenheitstäter mit Schraubendreher, Zange und Keilen mindestens drei Minuten stand. Das klingt wenig, reicht aber: Die meisten Einbrecher geben auf, wenn sie nicht schnell hineinkommen.

RC 1 NGrundschutz gegen körperliche Gewalt, kaum Schutz gegen Werkzeug.
RC 2Widerstand gegen einfaches Werkzeug, Empfehlung für Wohnhäuser.
RC 3Zusätzlich Kuhfuß und zweiter Schraubendreher, für exponierte Lagen.

Die Klasse gilt nur für das geprüfte Gesamtsystem aus Türblatt, Rahmen, Beschlägen und Einbau. Ein RC-2-Türblatt mit schwachem Schließblech oder schlecht befestigtem Rahmen ist keine RC-2-Tür mehr.

Beschläge und Schloss

Eine Mehrfachverriegelung mit drei oder fünf Verriegelungspunkten verteilt die Kraft über die ganze Türhöhe. Dazu gehört ein Schutzbeschlag, der den Zylinder nicht mehr als 3 mm überstehen lässt, und ein Profilzylinder mit Aufbohr- und Ziehschutz. Wer später nachrüsten will, findet Hinweise unter Einbruchschutz an der Tür nachrüsten.

Elektronische Schlösser mit Fingerabdruck oder App sind bequem, sollten aber eine mechanische Notöffnung haben.

Maße und Barrierefreiheit

Messen Sie die alte Tür nicht am Türblatt, sondern am Mauerwerk: Rohbaubreite und Rohbauhöhe. Der Fachbetrieb rechnet davon die Einbaufuge ab. Eine lichte Durchgangsbreite von 90 cm macht die Tür auch mit Rollator, Kinderwagen oder Umzugskarton bequem nutzbar.

Für einen barrierefreien Zugang darf die Schwelle höchstens 2 cm hoch sein. Moderne Magnet- oder Absenkdichtungen erreichen das ohne Abstriche bei der Dichtheit.

Die Optik

Die Haustür ist das Gesicht des Hauses, und sie sollte zu Fenstern, Fassade und Dach passen. Farbe, Griffstange, Glaseinsatz und Seitenteil lassen sich kombinieren. Ein Seitenteil mit Glas bringt Licht in dunkle Flure, ein Oberlicht ebenso. Wer unsicher ist, orientiert sich an der Form der Fenster: Sprossen am Fenster und glatte Tür oder umgekehrt wirken meist unruhig. Anregungen gibt es unter Welcher Haustür-Typ soll es sein.

Der Einbau

Eine Haustür ist nur so gut wie ihr Einbau. Fachgerecht nach dem sogenannten RAL-Leitfaden bedeutet:

  1. Rahmen mechanisch befestigen. Mit Rahmendübeln oder Montageankern im Mauerwerk, nicht nur mit Bauschaum. Schaum dämmt, er trägt nicht.
  2. Innen dichter als außen. Innen ein dampfdichtes Band, außen ein schlagregendichtes, aber diffusionsoffenes. So kann Feuchte aus der Fuge nach außen entweichen.
  3. Lot und Waage prüfen. Schon wenige Millimeter Schiefstand führen dazu, dass die Tür schleift oder von allein aufgeht.
  4. Bodenanschluss planen. Zwischen Türblatt und fertigem Fußboden bleibt ein Abstand von etwa 10 mm, abgedichtet durch die Bodendichtung.
  5. Beschläge einstellen. Nach dem Einbau Anpressdruck und Schließverhalten justieren.

Typische Fehler

  • Nur geschäumt, nicht verschraubt. Der Rahmen gibt nach, die Einbruchhemmung ist dahin.
  • Außen dicht, innen offen. Warme Raumluft kondensiert in der Fuge, der Schaum durchfeuchtet, Schimmel folgt.
  • Fußbodenaufbau vergessen. Wird später ein dickerer Belag verlegt, schleift die Tür.
  • Kein Vordach. Ein Haustürvordach schützt Tür und Besucher vor Regen und verlängert die Lebensdauer spürbar.

Kosten

Einfache Kunststoff-Haustüren beginnen bei etwa 1500 Euro, solide Modelle mit RC 2 und gutem U-Wert liegen bei 2500 bis 4500 Euro, Aluminiumtüren mit Seitenteil oft darüber. Der Einbau durch den Fachbetrieb kostet zusätzlich einige hundert Euro. Für Türen, die bestimmte Dämmwerte erreichen, gibt es je nach aktueller Förderlage Zuschüsse, auch die Einbruchhemmung wird teils gefördert.

Häufige Fragen

Kann ich eine Haustür selbst einbauen?

Mit Erfahrung und zwei Personen ja. Die Garantie und der Nachweis der RC-Klasse hängen aber oft am Einbau durch einen zertifizierten Betrieb. Klären Sie das vor dem Kauf.

Wie lange hält eine Haustür?

Gut gepflegte Türen halten 30 Jahre und mehr. Dichtungen und Beschläge verschleißen früher und sollten nach 10 bis 15 Jahren geprüft werden.

Wie lange dauert die Lieferung?

Maßgefertigte Haustüren haben meist mehrere Wochen Lieferzeit. Planen Sie den Tausch nicht für die Woche vor dem Umzug. Weitere Antworten stehen unter Haustürkauf: häufig gestellte Fragen.

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