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Heimwerker-Berater

Kaminventilator

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Kaminventilator
Inhalt10 Abschnitte
  1. Das Problem: warme Decke, kalte Füße
  2. Die zwei Bauarten
  3. Wie ein elektrischer Warmluftverteiler arbeitet
  4. Was das Gebläse bringt
  5. Einbau
  6. Worauf Sie achten sollten
  7. Einfache Alternative: Deckenventilator
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen
  10. Videos zum Thema

Ein Kaminventilator verteilt die Wärme eines Kamins oder Ofens, die sich sonst unter der Decke des Aufstellraums staut. Er erzeugt keine zusätzliche Wärme, er bringt sie nur dorthin, wo sie gebraucht wird – in den Raum hinein, auf Fußhöhe oder in Nachbarzimmer. Es gibt ihn als stromlosen Aufsatzlüfter und als elektrisches Gebläse im Kamin.

Das Problem: warme Decke, kalte Füße

Ein Kaminofen gibt einen großen Teil seiner Wärme über Konvektion ab. Die warme Luft steigt nach oben, sammelt sich unter der Decke, kühlt an Fenstern und Außenwänden ab und fällt dort wieder nach unten. Das Ergebnis: Am Sofa ist es warm, in der Zimmerecke kalt, am Boden zieht es. Ein Ventilator durchmischt die Luft und verteilt die Wärme gleichmäßiger.

Kaminventilator-sinnvoll
Kaminventilator ja oder nein? Er ist zumindest eine große Hilfe gegen kalte Füße! So wie im Bild muss man dann nicht mehr machen... | Foto: Hans / Pixabay

Die zwei Bauarten

Stromloser AufsatzlüfterElektrisches Gebläse
Einsatzortauf der Ofenplatteim Kamineinsatz oder in der Warmluftverkleidung
AntriebTemperaturunterschiedNetzstrom
Wirkungverteilt im Aufstellraumverteilt im Raum und über Kanäle in Nebenräume
MontageaufstellenOfenbauer, Elektroanschluss
Preis30–150 Euro200–800 Euro plus Einbau

Der stromlose Ventilator wird auf die heiße Oberseite des Ofens gestellt und dreht sich von allein, sobald der Ofen warm ist. Wie er funktioniert und worauf es ankommt, steht im Beitrag Ofenventilator.

Das elektrische Gebläse sitzt dagegen im Ofen oder in der Verkleidung eines Kamins und drückt die erwärmte Konvektionsluft aktiv heraus. Darum geht es hier.

Wie ein elektrischer Warmluftverteiler arbeitet

Bei einem Heizkamin mit Warmluftverkleidung strömt Raumluft unten in die Verkleidung, erwärmt sich am Kamineinsatz und tritt oben durch Gitter wieder aus. Ein Gebläse im unteren Bereich verstärkt diesen Luftstrom. Es wird über einen Temperaturfühler automatisch zugeschaltet, sobald der Kamin warm ist, und läuft nach, bis er abgekühlt ist.

Mit Warmluftkanälen lässt sich die Luft zusätzlich in angrenzende Räume leiten, etwa ins Esszimmer oder ins Obergeschoss. Dafür werden Rohre aus der Warmluftkammer durch Wand oder Decke geführt und enden in Auslassgittern. Ein Gebläse sorgt für den nötigen Druck.

Was das Gebläse bringt

Die Leistung des Ofens steigt nicht. Aber: Mehr Wärme verlässt den Kamin, statt sich in der Verkleidung zu stauen, und der Aufstellraum überhitzt weniger, weil ein Teil der Wärme in die Nebenräume geht. Für offene Grundrisse und Häuser mit einem zentralen Kamin ist das oft der größte Komfortgewinn.

Die Grenzen: Warme Luft über lange Kanäle zu verteilen, kostet Temperatur. Mehr als ein bis zwei Nebenräume lassen sich meist nicht sinnvoll mitversorgen. Und die Luftbewegung trägt Staub mit.

Einbau

Ein elektrisches Kamingebläse wird beim Bau des Kamins eingeplant oder vom Ofenbauer nachgerüstet. Es braucht Platz in der Warmluftkammer, eine Zuluft von unten, einen Temperaturfühler und einen Stromanschluss. Den Anschluss ans Netz übernimmt eine Elektrofachkraft. Leitungen und Fühler müssen hitzebeständig sein und vor Strahlungswärme geschützt verlegt werden.

Warmluftkanäle durch Wände und Decken sind Brandschutzthema: Sie brauchen bei der Durchführung durch Decken und Brandwände geeignete Bauteile. Sprechen Sie Kanäle in andere Räume vorher mit dem Ofenbauer und dem Schornsteinfeger ab.

Worauf Sie achten sollten

  • Lautstärke. Das Gebläse läuft abends im Wohnzimmer. Achten Sie auf regelbare Drehzahl und geringe Geräuschangaben.
  • Temperatursteuerung. Automatisches Ein- und Ausschalten über Fühler ist Pflicht, sonst läuft das Gebläse auch bei kaltem Kamin.
  • Wartung. Gebläse und Filter setzen sich mit Staub zu. Ein Zugang für die Reinigung muss vorhanden sein.
  • Stromausfall. Der Kamin muss auch ohne Gebläse gefahrlos betrieben werden können. Das ist bei zugelassenen Anlagen der Fall.

Einfache Alternative: Deckenventilator

Wer keinen Umbau will, kann mit einem Deckenventilator im Winterbetrieb viel erreichen: Er dreht langsam rückwärts, schiebt die warme Luft unter der Decke nach außen und an den Wänden entlang nach unten. Das ist leise und kostet wenig Strom. Auch ein normaler Standventilator auf niedriger Stufe, der die warme Luft vom Ofen weg in den Raum schiebt, hilft.

Typische Fehler

  • Gebläse zu stark. Es zieht kalte Luft an und verursacht Zugluft.
  • Kanäle zu lang. Am Ende kommt nur noch lauwarme Luft an.
  • Keine Reinigungsöffnung. Das Gebläse verstaubt und wird laut.
  • Gebläse direkt in der Strahlungswärme. Motor und Kabel altern schnell.

Häufige Fragen

Kann man einen Kaminventilator selbst bauen?

Stromlose Aufsatzlüfter selbst zu bauen, lohnt kaum. Elektrische Gebläse im Kamin sind Sache des Ofenbauers.

Für welche Öfen eignet er sich?

Elektrische Gebläse vor allem für Heizkamine mit Warmluftverkleidung. Stromlose Ventilatoren für freistehende Kaminöfen mit ebener Oberseite.

Wie laut ist ein Kamingebläse?

Das hängt vom Modell und der Drehzahl ab. Auf niedriger Stufe sind gute Gebläse kaum zu hören, auf voller Stufe deutlich. Eine regelbare Drehzahl ist deshalb wichtiger als die maximale Luftleistung.

Spart ein Kaminventilator Holz?

Indirekt. Wenn die Wärme besser verteilt wird, reicht oft eine niedrigere Ofenleistung für dasselbe Wohlgefühl. Mehr zum Heizen mit Holz unter Kaminholz kaufen.

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