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Heimwerker-Berater

Kaminbesteck

Haushaltvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Kaminbesteck
Inhalt11 Abschnitte
  1. Die vier Teile und wofür sie gut sind
  2. Auf die Länge kommt es an
  3. Material und Verarbeitung
  4. Der Ständer
  5. Was Sie sonst noch brauchen
  6. Asche sicher entsorgen
  7. Richtig schüren
  8. Pflege
  9. Was ein Kaminbesteck kostet
  10. Häufige Fragen
  11. Video zum Thema

Ein Kaminbesteck besteht aus Schürhaken, Zange, Schaufel und Besen, meist an einem Ständer neben dem Ofen. Das sind die Werkzeuge, mit denen Sie ins Feuer greifen, ohne sich die Finger zu verbrennen – und die Asche herausholen, ohne die halbe Wohnung einzustauben. Ein gutes Set kostet wenig und hält Jahrzehnte.

Die vier Teile und wofür sie gut sind

SchürhakenGlut schüren, Scheite verschieben, Luftwege freilegen. Das meistgenutzte Teil.
ZangeScheite umlegen, verrutschte Stücke zurücksetzen, glühende Holzreste greifen.
SchaufelAsche aus dem Brennraum oder dem Aschekasten holen.
BesenAsche zusammenkehren, Ofenboden und Vorlegeplatte sauber halten.

Bei einem modernen Kaminofen mit Rost und Aschekasten brauchen Sie am häufigsten den Schürhaken und die Zange. Schaufel und Besen kommen einmal in der Woche oder beim Leeren des Aschekastens zum Einsatz. Bei einem offenen Kamin ohne Aschekasten ist die Schaufel dagegen ständig in Gebrauch.

Auf die Länge kommt es an

Die Werkzeuge sollten mindestens 60 bis 70 cm lang sein. Kürzere Sets sehen hübsch aus, bringen die Hand aber zu nah an die Glut. Für große offene Kamine sind 75 bis 80 cm angenehmer.

Achten Sie auf einen Griff, der sich nicht aufheizt: Holz, umwickeltes Metall oder ein Griff mit Abstand zum Schaft. Ein massiver Stahlgriff, der eine halbe Stunde am heißen Ofen hing, ist unangenehm warm.

Material und Verarbeitung

Pulverbeschichteter Stahl ist der Standard: robust, günstig, schwarz oder anthrazit passend zu den meisten Öfen. Gusseisen ist schwer und rustikal, Edelstahl passt zu modernen Kaminen und rostet nicht, Messing ist die klassische Variante für den offenen Kamin mit Tradition.

Prüfen Sie die Verbindungen: Bei billigen Sets ist die Schaufel nur gepresst und verbiegt sich beim ersten schweren Aschehaufen, und die Zange bekommt Spiel. Die Besenborsten sollten aus hitzebeständigem Material sein, etwa Tampico-Faser oder Rosshaar; Kunststoffborsten schmelzen an der ersten Glut.

Der Ständer

Der Ständer hält die Werkzeuge griffbereit und ordentlich zusammen. Er sollte standfest sein, mit einem schweren Fuß oder breiter Basis, damit er beim Herausziehen eines Werkzeugs nicht kippt. Wandhalter sparen Platz, eignen sich aber nur, wenn die Wand neben dem Ofen nicht zu heiß wird.

Was Sie sonst noch brauchen

  • Kaminhandschuhe. Hitzebeständige Handschuhe aus Leder oder Aramid, am besten mit langer Stulpe. Mit ihnen legen Sie nach, ohne sich an der Tür zu verbrennen.
  • Ascheeimer mit Deckel. Aus Metall, nie aus Kunststoff. Mehr dazu beim Ascheeimer.
  • Aschesauger. Für kalte Asche aus dem Brennraum, schneller und staubfreier als Schaufel und Besen. Siehe Aschesauger.
  • Holzkorb. Für den Tagesvorrat neben dem Ofen, siehe Kaminholzkorb.

Asche sicher entsorgen

Asche kann auch nach 24 Stunden noch Glutnester enthalten. Deshalb gilt: Asche nur in einen Metalleimer mit Deckel, den Eimer auf nicht brennbaren Untergrund stellen und mindestens einen bis zwei Tage abkühlen lassen, bevor sie in die Mülltonne kommt. Viele Tonnenbrände gehen genau auf zu früh entsorgte Asche zurück.

Asche aus unbehandeltem Holz gehört in den meisten Gemeinden in den Restmüll, nicht in die Biotonne. Als Gartendünger ist sie nur in kleinen Mengen geeignet, weil sich darin auch Schwermetalle aus dem Holz anreichern können. Asche von lackiertem, beschichtetem oder behandeltem Holz hat im Garten nichts zu suchen – solches Holz gehört allerdings auch gar nicht erst in den Ofen.

Richtig schüren

Schüren heißt nicht stochern. Die Glut braucht Luft von unten. Schieben Sie mit dem Schürhaken die Glut zusammen, legen Sie neue Scheite mit etwas Abstand auf, damit Luft dazwischen strömt, und schließen Sie die Tür wieder. Häufiges Öffnen lässt Rauch in den Raum und bringt Unruhe in die Verbrennung. Bei modernen Öfen regelt die Luftzufuhr am Ofen den Abbrand besser als jedes Werkzeug.

Pflege

Das Besteck braucht wenig Pflege: gelegentlich mit einem trockenen Tuch abwischen, Rost an blanken Stellen mit Stahlwolle entfernen und mit etwas Ofenpolitur oder Öl schützen. Messing wird mit Messingpolitur wieder glänzend. Den Besen ausklopfen, nicht nass reinigen.

Was ein Kaminbesteck kostet

Einfache Sets aus pulverbeschichtetem Stahl gibt es ab etwa 25 Euro. Solide Sets mit schwerem Ständer und hitzebeständigen Borsten kosten 50 bis 120 Euro, Designsets aus Edelstahl oder Messing auch mehr.

Häufige Fragen

Was braucht man wirklich?

Schürhaken und Zange für das Feuer, Schaufel und Besen für die Asche. Wer einen Aschesauger besitzt, kommt ohne Schaufel aus.

Brauche ich bei einem Kaminofen mit Glastür ein Besteck?

Ja. Auch beim geschlossenen Ofen wird nachgelegt, geschürt und entascht.

Kann ich statt Besteck einfach Grillzange und Handfeger nehmen?

Zur Not ja, auf Dauer nein. Grillzangen sind zu kurz und greifen dicke Scheite schlecht, und die Kunststoffborsten eines Handfegers schmelzen an der ersten Glut. Wer nur selten feuert, kommt mit einem Schürhaken und einem Aschesauger aus.

Wie lang sollte das Besteck sein?

Mindestens 60 cm, für große offene Kamine 75 cm und mehr.

Video zum Thema

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