Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Dachreinigung-Kosten

Reinigungvon Christoph4 Min. · 8 Abschnitte
Dachreinigung-Kosten
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wann eine Reinigung sinnvoll ist
  2. Die Verfahren
  3. Die Kosten
  4. Selbst machen?
  5. Angebote vergleichen
  6. Vorbeugen ist billiger
  7. Was Sie selbst prüfen können
  8. Die Rechnung im Vergleich

Moos und Algen auf dem Dach sehen nach Vernachlässigung aus. Ob sie wirklich ein Problem sind, ist eine andere Frage – und sie entscheidet darüber, ob eine Reinigung ihr Geld wert ist.

Wann eine Reinigung sinnvoll ist

Sachlich begründet ist sie, wenn Moos die Dachrinne zusetzt, wenn Bewuchs unter die Ziegel wächst und den Wasserablauf stört, oder wenn dicke Moospolster bei Regen so viel Wasser speichern, dass die Dachlast spürbar steigt.

Rein optisch motiviert ist sie in den meisten anderen Fällen. Ein Moosbelag auf einem intakten Tonziegel schadet dem Dach nicht; Ziegel sind seit Jahrhunderten damit bewachsen.

Was eine Reinigung nicht leistet: Sie macht kein altes Dach dicht und verlängert die Lebensdauer beschädigter Ziegel nicht. Ist die Oberfläche eines Betondachsteins bereits ausgewaschen und porös, beschleunigt die Reinigung den Verfall eher.

Die Verfahren

Hochdruckreinigung. Das verbreitetste und umstrittenste Verfahren. Mit 100 bis 150 bar wird der Bewuchs abgestrahlt.

Das Ergebnis sieht sofort eindrucksvoll aus. Der Preis dafür: Bei Betondachsteinen wird die werkseitige Oberflächenbeschichtung mit abgetragen. Danach ist der Stein rauer und saugfähiger als vorher – und in zwei bis drei Jahren stärker bewachsen als vor der Reinigung. Bei Tonziegeln mit Engobe oder Glasur gilt dasselbe für diese Schicht.

Dazu kommt das Risiko, Wasser unter die Ziegel zu drücken. Auf die Unterspannbahn gehört kein Hochdruckstrahl.

Sanfte Reinigung mit Bürste. Aufwendiger, schonender, ohne Wasserdruck. Für empfindliche und alte Eindeckungen die richtige Wahl.

Chemische Reinigung. Ein Moos- und Algenentferner wird aufgesprüht und über Wochen von der Witterung abgewaschen. Kein mechanischer Abtrag, dafür eine Frage der Umweltverträglichkeit – das Mittel landet über die Dachrinne im Boden oder in der Kanalisation. Prüfen Sie vorher, ob es dafür zugelassen ist.

Beschichtung nach der Reinigung. Eine aufgesprühte Versiegelung soll die Oberfläche schließen und neuen Bewuchs verzögern. Sie wird gern als Werterhalt verkauft; die Haltbarkeit liegt realistisch bei einigen Jahren, und auf porösen Steinen hält sie schlecht.

Hausdach-Reinigung mit einem Hochdruckreiniger
Hausdach-Reinigung mit einem Hochdruckreiniger | Foto: Skorzewiak / Depositphotos.com

Die Kosten

Richtwerte je Quadratmeter Dachfläche, ohne Gerüst:

LeistungRichtpreis je m²
Reinigung Hochdruck5–12 Euro
Reinigung mit Bürste8–18 Euro
Chemische Behandlung3–8 Euro
Beschichtung/Versiegelung10–25 Euro
Rinnenreinigung3–6 Euro je lfd. Meter

Dazu kommen die Positionen, die in Angeboten gern klein stehen:

  • Gerüst: 6 bis 12 Euro je m² Gerüstfläche, oft mit Mindestmiete
  • Hubsteiger: 250 bis 600 Euro am Tag
  • Entsorgung des abgetragenen Materials
  • An- und Abfahrt

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit etwa 120 m² Dachfläche landen Sie bei reiner Reinigung schnell bei 1.000 bis 2.000 Euro, mit Beschichtung bei 2.500 bis 4.000 Euro.

Selbst machen?

Davon ist abzuraten, und zwar nicht aus Vorsicht, sondern wegen der Zahlen: Stürze aus der Höhe gehören zu den häufigsten schweren Unfällen am Bau. Ein bemoostes Dach ist nass und rutschig, und die Ziegel tragen punktuelle Lasten schlecht.

Wer trotzdem selbst arbeitet, braucht eine gesicherte Anschlageinrichtung und persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz – nicht nur eine angelehnte Leiter.

Was Sie dagegen gut selbst machen können: die Dachrinne reinigen und überhängende Äste zurückschneiden. Beides bekämpft die Ursache und kostet nichts.

Angebote vergleichen

Achten Sie auf drei Punkte, an denen sich seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden.

Wird die Eindeckung vorher begutachtet? Ein Betrieb, der ohne Blick auf das Dach einen Quadratmeterpreis nennt, hat nicht geprüft, ob die Ziegel den Druck überhaupt vertragen.

Steht der Arbeitsdruck im Angebot? Bei Hochdruckreinigung ist das die entscheidende technische Angabe.

Gibt es eine Zusage zu beschädigten Ziegeln? Bei jeder Dachbegehung gehen einzelne Ziegel zu Bruch. Wer vorher sagt, wie damit umgegangen wird, arbeitet sauber.

Besondere Vorsicht bei Haustürgeschäften. Angebote „weil wir gerade nebenan arbeiten“ sind ein bekanntes Muster, und die Arbeit wird häufig mit zu hohem Druck und ohne Sicherung ausgeführt.

Vorbeugen ist billiger

Moos wächst dort, wo es feucht und schattig bleibt. Schneiden Sie überhängende Äste zurück, halten Sie die Dachrinne frei und entfernen Sie Laub von der Fläche.

Bei Neueindeckungen lohnt sich der Blick auf die Oberfläche: Glasierte und engobierte Ziegel sind dichter und werden deutlich langsamer bewachsen als unbehandelte Betondachsteine.

Was Sie selbst prüfen können

Bevor Sie ein Angebot einholen, lohnt ein Blick mit dem Fernglas vom Garten aus. Darauf sollten Sie achten:

  • Verschobene oder gebrochene Ziegel – ein Handwerkerauftrag, keine Reinigungsfrage
  • Ausgewaschene Oberflächen bei Betondachsteinen: Wenn der Kies sichtbar wird, ist die Beschichtung weg und Hochdruck scheidet aus
  • Bewuchs in der Rinne – das ist das eigentliche Problem und ohne Dachreinigung lösbar
  • Moos auf der Nordseite ist normal und meist unkritisch

Die Rechnung im Vergleich

Ein Dach hält je nach Eindeckung 40 bis 80 Jahre. Eine Reinigung mit Beschichtung für 3.000 Euro verlängert diese Zeit nicht nachweisbar.

Zum Vergleich: Eine komplette Neueindeckung eines Einfamilienhauses liegt je nach Material bei 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter. Wer ein Dach reinigen lässt, das ohnehin in wenigen Jahren erneuert wird, zahlt zweimal.

Lassen Sie im Zweifel einen Dachdecker den Zustand beurteilen, bevor Sie einen Reinigungsauftrag vergeben.

Das könnte Sie auch interessieren