Poolreiniger

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Unter Poolreiniger fallen zwei völlig verschiedene Dinge: Geräte, die Schmutz vom Boden holen, und Mittel, die das Wasser in Ordnung halten. Beides zusammen ergibt einen sauberen Pool – eines allein nie.
Die Mittel: wofür welches zuständig ist
| Mittel | Aufgabe | Zielwert |
| pH-Senker / pH-Heber | pH einstellen | 7,0–7,4 |
| Chlor (Tabletten, Granulat) | Desinfektion | 0,3–0,6 mg/l frei |
| Aktivsauerstoff | Desinfektion ohne Chlor | nach Produkt |
| Algenmittel | vorbeugend gegen Algen | wöchentlich |
| Flockungsmittel | Schwebstoffe binden | bei Trübung |
| Randreiniger | Fettrand an der Wasserlinie | nach Bedarf |
Der pH-Wert ist der wichtigste Wert überhaupt – und der am häufigsten vernachlässigte. Bei einem pH über 7,6 wirkt Chlor nur noch zu einem Bruchteil. Wer trübes Wasser mit immer mehr Chlor bekämpft, hat fast immer ein pH-Problem.
Stellen Sie deshalb immer zuerst den pH ein, dann alles andere. Alles Weitere ist ohne diesen Schritt Geldverschwendung.

Chlor oder Aktivsauerstoff
Chlor ist das bewährteste Mittel: zuverlässig, günstig, wirkt gegen Bakterien und Algen und hat eine Depotwirkung. Der Geruch, den man mit Chlor verbindet, stammt übrigens nicht vom Chlor selbst, sondern von Chloraminen – sie entstehen, wenn Chlor mit Schweiß, Urin und Hautschuppen reagiert. Riecht ein Pool stark nach Chlor, ist meist zu wenig davon im Wasser, nicht zu viel.
Aktivsauerstoff ist geruchsärmer und hautfreundlicher, wirkt aber kürzer und schwächer gegen Algen. Er eignet sich für kleinere, wenig belastete Becken und braucht häufigere Zugabe.
Brom ist temperaturstabiler und wird eher im Whirlpool eingesetzt.
Die Geräte
Kescher. Das wichtigste Werkzeug überhaupt. Was schwimmt, lässt sich leicht entfernen – was gesunken ist, nicht mehr. Fünf Minuten am Abend ersparen eine Stunde am Wochenende.
Bodensauger von Hand. Eine Saugdüse am Teleskopstab, über den Schlauch an Skimmer oder Saugleitung angeschlossen. Die Filteranlage erzeugt den Sog. Günstig und gründlich.
Wichtig: Den Schlauch vor dem Anschließen vollständig mit Wasser füllen, sonst zieht die Pumpe Luft.
Halbautomatische Sauger hängen ebenfalls am Kreislauf, bewegen sich aber selbst.
Poolroboter arbeiten unabhängig von der Filteranlage mit eigenem Motor und Filter. Sie reinigen Boden, Wände und je nach Modell die Wasserlinie. Die bequemste Lösung – und die einzige, die auch bei schwacher Umwälzpumpe funktioniert.
Wandbürste für Algenansatz in Ecken, wo die Strömung nicht hinkommt.
Was ein Roboter kostet und wann er sich lohnt
Einfache Modelle für den Boden beginnen bei etwa 300 Euro, Geräte mit Wandsteigung und Wasserlinie liegen bei 600 bis 1.500 Euro.
Lohnend sind sie ab einer Beckengröße, bei der manuelles Saugen zur Wochenaufgabe wird – etwa ab 30 Kubikmetern – und überall dort, wo viel Laub und Feinstaub eingetragen wird.
Achten Sie auf die Filterfeinheit: Grobe Filterkörbe lassen Sand und Pollen durch. Und darauf, ob der Filterkorb einfach zu entnehmen ist; bei Modellen, bei denen man das ganze Gerät zerlegen muss, unterbleibt die Reinigung.
Die Umwälzung – der unterschätzte Faktor
Das Wasser sollte pro Tag zwei- bis dreimal komplett umgewälzt werden. Bei 30 Kubikmetern und einer Pumpe mit 8 m³/h sind das 8 bis 11 Stunden täglich.
Der häufigste Fehler in der Poolpflege ist eine zu kurze Laufzeit aus Stromspargründen. Das Ergebnis sind Algen – und danach deutlich mehr Chemie, als die eingesparte Energie gekostet hätte.
Legen Sie die Hauptlaufzeit in die warmen Stunden und verteilen Sie sie auf mehrere Blöcke.
Den Filter nicht vergessen
Ein zugesetzter Filter ist die häufigste Ursache für trübes Wasser bei sonst guten Werten.
Sandfilter werden rückgespült, wenn der Druck am Manometer etwa 0,3 bis 0,5 bar über dem Normalwert liegt – meist wöchentlich. Der Filtersand hält drei bis fünf Jahre.
Kartuschenfilter werden abgespült. Zwei Kartuschen im Wechsel sind praktisch: Eine trocknet, während die andere arbeitet.
Was man sich sparen kann
Chlor ins grüne Wasser kippen, ohne den pH zu prüfen. Siehe oben.
Mehrere Mittel gleichzeitig zugeben. Manche reagieren miteinander. Geben Sie nacheinander zu, mit Umwälzung dazwischen.
Chlor bei praller Sonne. UV baut es schnell ab – chloren Sie abends.
Algenmittel als Reparatur. Es wirkt vorbeugend. Gegen bestehende Algenblüte hilft eine Stoßchlorung.
Der Rhythmus
- Täglich: keschern, Skimmerkorb leeren
- Zwei- bis dreimal die Woche: pH und Desinfektion messen
- Wöchentlich: Boden absaugen, Wasserlinie abwischen, Filter rückspülen
- Saisonal: Filtermedium tauschen, Grundreinigung, Ein- und Auswintern
Die Werte messen – womit?
Teststreifen sind die einfachste Methode: eintauchen, abgleichen, fertig. Genauigkeit für den Hausgebrauch ausreichend, solange die Dose dicht verschlossen und nicht abgelaufen ist.
Tropfentests (Pooltester) sind genauer und etwas umständlicher. Für den pH-Wert und freies Chlor die bessere Wahl.
Elektronische Messgeräte liefern exakte Werte und müssen regelmäßig kalibriert werden.
Dosieranlagen messen laufend und geben automatisch nach. Sie sind die komfortabelste Lösung und ab mittlerer Beckengröße eine Überlegung wert.
Egal welche Methode: Messen Sie immer an derselben Stelle, etwa in Beckenmitte und etwa 30 cm unter der Oberfläche – nicht direkt an der Einlaufdüse, dort sind die Werte nicht repräsentativ.



