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Heimwerker-Berater

Sandfilteranlage für den Pool

Gartenvon Andreas5 Min. · 9 Abschnitte
Sandfilteranlage für den Pool
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie der Filter arbeitet
  2. Die Bauteile im Überblick
  3. Top-Mount oder Side-Mount
  4. Die richtige Größe finden
  5. Sand, Glas oder Filterbälle
  6. Wo die Anlage stehen sollte
  7. Pflege über die Saison
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Eine Sandfilteranlage pumpt das Poolwasser durch einen Kessel voller Quarzsand und hält dort Schwebstoffe, Haare, Pollen und feinen Schmutz zurück. Sie ist die übliche Filtertechnik für Aufstell-, Stahlwand- und Einbaupools ab etwa 10 m³. Sie ersetzt aber keine Wasserpflege: Keime und Algen stoppt erst die Desinfektion, meist mit Chlor. Der Filter sorgt dafür, dass das Chlor nicht gegen trübes Wasser anarbeiten muss.

Wie der Filter arbeitet

Die Pumpe saugt das Wasser über den Skimmer an der Wasseroberfläche an und drückt es von oben in den Filterkessel. Dort rieselt es durch eine 40 bis 60 cm hohe Sandschicht. Die Körner halten Partikel bis hinunter zu etwa 20 bis 40 Mikrometern fest – deutlich feiner als bei einer Kartuschenfilterpumpe. Am Kesselboden sammelt der sogenannte Filterstern das gereinigte Wasser und leitet es über die Einlaufdüse zurück ins Becken.

Mit der Zeit setzt sich der Sand zu. Der Druck im Kessel steigt, der Durchfluss sinkt. Dann wird rückgespült: Das Wasser läuft umgekehrt durch den Sand, lockert ihn auf und spült den Schmutz in den Abfluss. Das ist der eigentliche Vorteil der Bauart – der Filter wird nicht ausgetauscht, sondern gereinigt. Wie das geht, steht unter Sandfilteranlage richtig spülen.

Die Bauteile im Überblick

PumpeBewegt das Wasser, meist mit Vorfilterkorb für Blätter und Haare. Einzelheiten bei der Sandfilterpumpe.
FilterkesselDruckbehälter aus Kunststoff, bei großen Anlagen aus glasfaserverstärktem Polyester. Nimmt 25 bis über 100 kg Füllung auf.
MehrwegeventilStellt zwischen Filtern, Rückspülen, Nachspülen, Entleeren, Zirkulieren und Geschlossen um. Sechs oder sieben Stellungen sind üblich.
ManometerZeigt den Kesseldruck. Ohne Manometer wissen Sie nicht, wann rückgespült werden muss.
FiltersternGeschlitzte Arme am Kesselboden. Die Schlitze sind so fein, dass der Sand drinbleibt – und so empfindlich, dass sie beim Befüllen leicht brechen.

Top-Mount oder Side-Mount

Bei der Top-Mount-Anlage sitzt das Ventil oben auf dem Kesselhals. Das ist die günstige und verbreitete Bauart für Aufstellpools. Der Nachteil zeigt sich beim Sandwechsel: Das Ventil muss ab, der alte Sand wird von oben herausgeschaufelt, oft mit einem Nasssauger.

Bei der Side-Mount-Anlage sitzt das Ventil seitlich, der Kessel hat oben einen großen Deckel und unten einen Ablass. Das macht die Wartung angenehmer und ist bei Einbaupools mit festen Rohrleitungen die Regel. Mehrschichtfilter mit unterschiedlichen Körnungen findet man vor allem in öffentlichen Bädern; privat lohnt sich das kaum.

Die richtige Größe finden

Faustregel: Das gesamte Beckenwasser sollte in 4 bis 6 Stunden einmal durch den Filter laufen, und das zwei- bis dreimal am Tag. Daraus ergibt sich die nötige Umwälzleistung.

BeckeninhaltBeispielUmwälzleistung ab
bis 15 m³Aufstellpool 3,66 m rund4 m³/h
15–30 m³Stahlwandpool 4,6 m rund6 m³/h
30–50 m³Einbaubecken 7 × 3,5 m8–10 m³/h
über 50 m³großes Einbaubecken12 m³/h und Side-Mount-Kessel

Den Inhalt rechnen Sie so: Länge × Breite × Wassertiefe bei eckigen Becken, bei runden Becken Radius × Radius × 3,14 × Wassertiefe. Die Herstellerangabe zur Pumpenleistung gilt ohne Gegendruck – im Betrieb, mit Sand und Leitungen, kommt merklich weniger an. Planen Sie eine Stufe größer, wenn der Pool unter Bäumen steht oder viel genutzt wird.

Sand, Glas oder Filterbälle

Klassisch ist Quarzsand in der Körnung 0,4 bis 0,8 mm. Er ist billig und filtert gut, muss aber alle drei bis fünf Jahre ersetzt werden, weil die Körner verkleben und sich Kanäle bilden, durch die das Wasser ungefiltert rauscht.

Filterglas (meist 0,5 bis 1,0 mm) kostet mehr, filtert etwas feiner, verklebt kaum und hält deutlich länger. Weil es leichter ist, braucht es nur etwa 80 Prozent der Sandmenge. Filterbälle wiegen fast nichts und lassen sich waschen, filtern aber gröber und setzen sich bei viel Schmutz schnell zu. Ob der Kessel dafür freigegeben ist, steht in der Anleitung.

Wo die Anlage stehen sollte

Die Anlage steht am besten auf gleicher Höhe oder unterhalb des Wasserspiegels, damit die Pumpe nicht erst ansaugen muss. Der Untergrund muss eben und tragfähig sein: Ein gefüllter Kessel wiegt schnell 100 kg. Eine Gehwegplatte oder ein kleines Fundament verhindert, dass sich die Anlage schief stellt.

Schützen Sie sie vor praller Sonne und Regen, aber nicht in einer luftdichten Kiste – der Motor braucht Kühlung. Für den Stromanschluss gilt im Poolbereich: nur über einen Fehlerstromschutzschalter mit 30 mA und mit dem Abstand zum Beckenrand, den der Hersteller vorgibt. Den Aufbau Schritt für Schritt finden Sie unter Sandfilteranlage anschließen.

Pflege über die Saison

Im Alltag verlangt die Anlage wenig: den Vorfilterkorb der Pumpe wöchentlich leeren, das Manometer im Blick behalten und rückspülen, wenn der Druck steigt. Einmal im Monat lohnt ein Blick auf alle Verschraubungen – kleine Tropfstellen werden sonst zu großen. Der Sand wird alle drei bis fünf Jahre getauscht, Filterglas deutlich seltener. Vor dem ersten Frost wird die Anlage entleert, das Manometer abgeschraubt und die Pumpe frostfrei eingelagert. Wer die Anlage im Frühjahr wieder aufbaut, spült zuerst rück, damit Staub aus dem Winterlager nicht im frisch gefüllten Becken landet.

Typische Fehler

  • Zu kleine Anlage gekauft. Das Wasser bleibt trotz langer Laufzeit trüb, weil es nicht oft genug durch den Filter kommt.
  • Kein Manometer im Blick. Ohne Druckanzeige wird entweder zu selten rückgespült oder so oft, dass viel Wasser verloren geht.
  • Ventil bei laufender Pumpe umgestellt. Das beschädigt die Dichtung im Ventil. Immer erst ausschalten.
  • Falsche Körnung. Zu feiner Sand verstopft den Filterstern und gelangt ins Becken, zu grober filtert schlecht.
  • Chlor gespart, weil ja gefiltert wird. Dann wird das Wasser trotz Filter grün. Hilfe bei grünem Poolwasser.

Häufige Fragen

Was kostet eine Sandfilteranlage?

Kleine Sets für Aufstellpools gibt es ab etwa 100 Euro. Solide Anlagen mit 6 bis 8 m³/h, Sechswegeventil und Manometer liegen bei 200 bis 400 Euro, Side-Mount-Anlagen für Einbaupools bei 500 Euro und mehr. Die Füllung kostet je nach Material 20 bis 100 Euro zusätzlich.

Wie lange muss die Anlage täglich laufen?

In der Badesaison meist 8 bis 12 Stunden, verteilt auf zwei oder drei Blöcke per Zeitschaltuhr. Bei Hitze und vielen Badegästen länger, in kühlen Wochen kürzer.

Brauche ich trotzdem Chlor?

Ja. Der Sandfilter hält Partikel zurück, tötet aber keine Keime ab. Den passenden Wert erklärt der Beitrag zum Chlorwert im Pool.

Eignet sich die Anlage auch für den Gartenteich?

Nur bedingt. Teiche mit Fischen und Pflanzen erzeugen viel organischen Schlamm, der den Sand schnell zusetzt. Dort arbeitet ein spezieller Teichfilter meist besser.

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