Die richtige Arbeitskleidung für den Heimwerker und Hobbygärtner

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Die alte Jeans und die ausgetretenen Turnschuhe reichen für vieles – bis der Schleifstaub in die Augen fliegt, die Knie nach einer Stunde Fliesenlegen schmerzen oder die Motorsäge abrutscht. Gute Arbeitskleidung ist keine Frage des Stils, sondern der Sicherheit und Ausdauer. Wichtiger als die Hose sind Augen, Ohren, Hände und Füße.
Erst die Arbeit, dann die Kleidung
Wer nur gelegentlich ein Regal aufhängt, braucht keine Profiausrüstung. Wer regelmäßig renoviert, im Garten Bäume schneidet oder mit Flex und Schleifmaschine arbeitet, schon. Überlegen Sie, was Sie tatsächlich tun:
- Renovieren und Innenausbau: Knieschutz, Atemschutz, Schutzbrille, robuste Hose mit Taschen.
- Arbeiten mit Maschinen: eng anliegende Kleidung, Gehörschutz, Schutzbrille.
- Garten und Grundstück: wetterfeste Kleidung, Handschuhe, feste Schuhe oder Stiefel, Sonnen- und Zeckenschutz.
- Motorsäge: Schnittschutzhose, Schnittschutzschuhe, Helm mit Visier und Gehörschutz – ohne Ausnahme.
Die Grundregel an Maschinen
An Bohrmaschine, Drechselbank und Tischkreissäge gilt: nichts Lockeres, was sich aufwickeln kann. Weite Ärmel, offene Jacken, Schals, Ketten, Ringe und lange offene Haare können von rotierenden Teilen erfasst werden. Die Folgen reichen von Prellungen bis zu schweren Handverletzungen.
Deshalb sind an Bohrmaschinen und Drehmaschinen auch Handschuhe tabu, die sich um den Bohrer wickeln könnten. Anders bei Winkelschleifer oder Motorsäge, wo feste Handschuhe vor Funken und Splittern schützen – hier kommt es auf die Maschine an.
Die Hose
Eine gute Arbeitshose hält viel aus und stört nicht bei der Bewegung. Mischgewebe aus Polyester und Baumwolle sind robust, trocknen schnell und laufen kaum ein. Reine Baumwolle ist angenehmer, aber weniger abriebfest. Verstärkungen an Knien und Taschen aus besonders reißfestem Gewebe verlängern die Lebensdauer erheblich.
Kniepolstertaschen sind für alle, die am Boden arbeiten, das wichtigste Detail. In die Taschen werden Polster eingeschoben, die auf Höhe der Knie sitzen. Das ist bequemer als Knieschoner mit Riemen, die in der Kniekehle scheuern. Latzhosen halten Werkzeug und Zollstock nah am Körper und rutschen beim Bücken nicht.
Schuhe
Für Baustellenarbeit gibt es Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345 mit Zehenschutzkappe. Die Klassen S1 bis S3 unterscheiden sich unter anderem in Wasserabweisung und Durchtrittschutz. Für Heimwerker ist S3 die vielseitigste Wahl: Schutzkappe, durchtrittsicher, wasserabweisend. Einzelheiten stehen bei den Sicherheitsschuhen.
Im Garten genügen oft feste Schuhe mit gutem Profil oder Gummistiefel. Wer aber mit Spaten, Hacke oder Mäher arbeitet, schützt seine Zehen mit einem Sicherheitsschuh besser als mit einem Turnschuh.
Handschuhe
Es gibt nicht den einen Arbeitshandschuh. Für Gartenarbeit eignen sich Handschuhe mit Nitril- oder Latexbeschichtung, die nass nicht rutschen. Für Rosen und Dornen braucht es lange Stulpen. Für Montagearbeiten sind dünne, eng anliegende Handschuhe mit gutem Tastgefühl besser. Wer mit Chemikalien, Lösungsmitteln oder Beton arbeitet, braucht chemikalienbeständige Handschuhe – Zementbrühe ist stark alkalisch und verätzt die Haut.
Welcher Handschuh für welche Arbeit passt, steht unter Wie finde ich die passenden Arbeitshandschuhe und bei den Montagehandschuhen.
Schutzausrüstung, die oft fehlt
| Schutzbrille | Bei Schleifen, Bohren über Kopf, Flexen, Heckenschnitt, Arbeiten mit Chemikalien. Normalbrillen schützen nicht seitlich. |
| Gehörschutz | Ab etwa 80 dB(A) sinnvoll, also bei fast jeder Maschine vom Winkelschleifer bis zum Laubbläser. |
| Atemschutz | FFP2 für Schleifstaub und Bohrstaub, FFP3 für feine, gefährliche Stäube. Einfache Staubmasken schützen kaum. |
| Schnittschutzhose | Pflicht bei der Motorsäge. Fasern im Inneren blockieren die Kette in Sekundenbruchteilen. |
Asbest ist kein Fall für Heimwerker-Schutzausrüstung. Wer in einem älteren Haus auf verdächtige Platten, Kleber oder Bodenbeläge stößt, lässt sie von einem Fachbetrieb prüfen und entfernen.
Stauraum und Taschen
Gute Arbeitskleidung hat Taschen an den richtigen Stellen: eine Zollstocktasche am Oberschenkel, Holstertaschen am Bund, ein Stifthalter an der Brust. Das spart Wege und verhindert, dass Werkzeug in der Hosentasche drückt. Übertreiben Sie es nicht – mit vollen Taschen wiegt die Hose schnell mehrere Kilo und zieht nach unten.
Wetter und Garten
Im Garten arbeitet man oft stundenlang in der Sonne. Lange, leichte Kleidung und ein Hut schützen besser als Sonnencreme allein. Wer in hohem Gras oder im Unterholz arbeitet, trägt lange Hosen und steckt sie in die Socken – so kommen Zecken schwerer an die Haut. Helle Kleidung macht sie leichter sichtbar.
Für Regenarbeit lohnt sich eine atmungsaktive Regenjacke. Wasserdichte, aber nicht atmungsaktive Kleidung weicht von innen durch, sobald man sich anstrengt.
Qualität erkennen
Achten Sie auf doppelte oder dreifache Nähte an belasteten Stellen, Nieten oder Riegel an Taschenecken, stabile Reißverschlüsse und Stoffe mit einer Angabe zum Flächengewicht – robuste Hosen liegen meist deutlich über 250 g/m². Eine gute Arbeitshose kostet 40 bis 100 Euro und hält bei regelmäßiger Nutzung mehrere Jahre. Wer mehr über die Tradition des Handwerkergewands wissen will, findet sie unter Zunftkleidung.
Häufige Fragen
Reichen normale Jeans?
Für leichte Arbeiten ja. Sie haben aber keine Kniepolster, wenig Taschen und sind nass schwer und kalt. Für längere Arbeiten ist eine Arbeitshose angenehmer.
Was trägt man unter der Arbeitskleidung?
Funktionswäsche, die Schweiß nach außen leitet, im Winter mehrere Schichten. Mehr dazu unter Arbeitskleidung für Handwerker – was trägt man drunter.
Wie wasche ich Arbeitskleidung?
Nach Etikett, meist bei 40 bis 60 Grad. Stark verschmutzte Kleidung vorher ausschütteln und getrennt waschen; Zement- und Gipsreste gehören nicht in die Waschmaschine.



