Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Solar Tiervertreiber

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie er funktioniert
  2. Gegen welche Tiere
  3. Was die Grenzen sind
  4. Wo aufstellen
  5. Rücksicht auf Nachbarn und Haustiere
  6. Die Solarversorgung
  7. Alternativen und Ergänzungen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Ein Solar-Tiervertreiber ist ein kleines Gerät im Garten, das Tiere mit Ultraschall, Blitzlicht oder beidem verjagt, sobald ein Bewegungsmelder anspricht. Das Solarmodul lädt tagsüber einen Akku, der nachts den Betrieb sichert – ein Kabel ist nicht nötig. Die Geräte können helfen, aber verlassen sollten Sie sich nicht darauf: Viele Tiere gewöhnen sich an den Ton, und die Wirkung hängt stark von Tierart, Frequenz und Aufstellung ab.

Wie er funktioniert

Ein Infrarot-Bewegungsmelder erkennt warme, sich bewegende Körper. Dann gibt das Gerät für einige Sekunden einen Ton ab, meist im Bereich zwischen etwa 13 und 50 kHz, oft zusätzlich ein Blitzlicht. Ultraschall bezeichnet Frequenzen oberhalb von etwa 20 kHz, also über der Hörgrenze der meisten Erwachsenen. Katzen, Hunde, Marder und Nagetiere hören weit höher als Menschen und empfinden die lauten Töne als unangenehm.

Viele Geräte arbeiten mit wechselnden Frequenzen, damit sich die Tiere nicht so schnell gewöhnen. Einstellbar sind meist die Frequenzstufe für die Zieltierart, die Empfindlichkeit des Bewegungsmelders und ob das Licht mitblitzt.

Gegen welche Tiere

  • Katzen: Die häufigste Anwendung, etwa gegen fremde Katzen im Beet oder Sandkasten. Die Wirkung ist unterschiedlich; manche Katzen meiden die Stelle, andere ignorieren sie nach einer Woche.
  • Marder und Waschbären: Am Carport oder Gartenhaus möglich, im Motorraum gibt es eigene Geräte. Mehr dazu unter Marder vertreiben.
  • Füchse, Rehe, Wildschweine: Nur begrenzt. Größere Wildtiere lassen sich allenfalls kurz beeindrucken.
  • Vögel: Die meisten Vögel hören kaum im Ultraschallbereich. Blitzlicht wirkt allenfalls kurz.
  • Maulwürfe und Wühlmäuse: Dafür gibt es eigene Geräte, die in den Boden gesteckt werden – mit ähnlich wechselhaftem Erfolg.

Was die Grenzen sind

Gewöhnung ist das Hauptproblem. Ein Tier, das merkt, dass auf den Ton nichts folgt, kommt wieder. Hinzu kommt: Ultraschall breitet sich gerichtet aus und wird von Pflanzen, Zäunen und Mauern geschluckt. Hinter einem Busch wirkt das Gerät kaum. Unabhängige Untersuchungen zeigen eher gemischte Ergebnisse. Ähnliches gilt für Geräte im Haus, siehe Ultraschall-Schädlingsbekämpfer.

Wo aufstellen

  1. Direkt auf die Einfallschneise richten, also dorthin, wo das Tier herkommt – Zaunlücke, Mauerkrone, Beetrand.
  2. Freie Sicht nach vorne, ohne Pflanzen im Schallkegel. Der Wirkbereich liegt meist bei einigen Metern Tiefe und einem Winkel von 90 bis 120 Grad.
  3. Höhe: etwa auf Höhe des Tieres, also 20 bis 50 cm über dem Boden.
  4. Sonne für das Solarmodul. Im Schatten lädt der Akku nicht voll, und das Gerät fällt in der zweiten Nacht aus. Manche Modelle haben ein abgesetztes Modul oder einen USB-Anschluss zum Nachladen.
  5. Nicht auf Wege oder die Terrasse richten, sonst löst das Gerät bei jedem Schritt aus.

Rücksicht auf Nachbarn und Haustiere

Kinder und Jugendliche hören oft bis nahe 20 kHz, manche Erwachsene ebenfalls. Stellen Sie Frequenzen unter 20 kHz nicht auf Wege, Spielplätze oder Nachbargrundstücke ein – das Piepen ist für diese Menschen deutlich hörbar und nervt. Eigene Hunde und Katzen reagieren genauso wie fremde. Auch Igel, Fledermäuse und andere Wildtiere nehmen den Ton wahr; richten Sie das Gerät deshalb nicht dauerhaft auf Hecken und Laubhaufen, in denen Igel überwintern. Hunde auf dem Nachbargrundstück können auf wiederholtes Auslösen mit Bellen reagieren.

Die Solarversorgung

Das Modul ist klein, meist nur einige Watt. Im Sommer reicht das problemlos. Im Winter mit kurzen Tagen und niedriger Sonne kann die Ladung knapp werden, besonders wenn das Gerät nachts oft auslöst. Gute Geräte zeigen den Ladezustand an und lassen sich per USB nachladen. Akkus halten einige Jahre und sollten austauschbar sein.

Alternativen und Ergänzungen

Oft wirkt eine Kombination besser als ein einzelnes Gerät. Ein Rasensprenger mit Bewegungsmelder ist gegen Katzen und Reiher erstaunlich wirksam, weil Nässe unmissverständlich ist. Beete lassen sich mit Kies, Stäben oder engmaschigem Draht unattraktiv machen. Gegen Marder am Haus helfen verschlossene Einschlupflöcher. Und gegen die Nachbarkatze hilft manchmal einfach ein Gespräch.

Typische Fehler

  • Gerät hinter einem Busch. Der Schall kommt nicht an.
  • Falsche Frequenzstufe. Für Katzen andere Einstellung als für Marder – Anleitung lesen.
  • Dauerbetrieb ohne Bewegungsmelder. Beschleunigt die Gewöhnung und nervt Nachbarn.
  • Nur ein Gerät für den ganzen Garten. Jedes Gerät schützt nur einen Sektor.

Häufige Fragen

Was kostet ein Solar-Tiervertreiber?

Einfache Geräte ab etwa 20 Euro, bessere mit mehreren Frequenzen, Blitzlicht und größerem Akku 30 bis 60 Euro.

Schadet Ultraschall den Tieren?

Nach heutigem Kenntnisstand verursacht er keine bleibenden Schäden, ist aber unangenehm – das ist ja der Zweck. Bei Heimtieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen im Freigehege sollte das Gerät nicht in deren Richtung zeigen.

Wie schnell wirkt das Gerät?

Oft zeigen sich erste Veränderungen nach einigen Tagen. Ob die Wirkung anhält, sehen Sie erst nach einigen Wochen.

Funktioniert es bei Regen?

Die meisten Geräte sind spritzwassergeschützt. Der Bewegungsmelder kann bei starkem Regen fehlauslösen.

Das könnte Sie auch interessieren