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Heimwerker-Berater

Hochbeet

Gartenvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Hochbeet
Inhalt11 Abschnitte
  1. Was ein Hochbeet ausmacht
  2. Die richtigen Maße
  3. Materialien
  4. Der Standort
  5. Das Hochbeet befüllen
  6. Was wo wächst
  7. Gießen und düngen
  8. Winterfest machen
  9. Kaufen oder selber bauen
  10. Häufige Fragen
  11. Video zum Thema

Ein Hochbeet bringt den Garten auf Arbeitshöhe. Es schont den Rücken, erwärmt sich im Frühjahr schneller und liefert durch den geschichteten Aufbau in den ersten Jahren besonders viele Nährstoffe. Die wichtigste Entscheidung fällt beim Maß: Ein Hochbeet, dessen Mitte man nicht erreicht, wird zur Last.

Was ein Hochbeet ausmacht

Ein Hochbeet ist ein erhöhter Kasten, meist 70 bis 90 cm hoch, der mit organischem Material in Schichten gefüllt wird. Unten liegen grobe Äste, darüber immer feineres Material, obenauf gute Erde. Das Material verrottet langsam und gibt dabei Wärme und Nährstoffe ab. Hochbeete sind deshalb im ersten Jahr besonders nährstoffreich und im Frühjahr einige Wochen früher bepflanzbar als ein normales Beet.

Die richtigen Maße

Höhe70 bis 90 cm, je nach Körpergröße. Etwa Hüfthöhe ist angenehm.
BreiteHöchstens 1,20 m, wenn man von beiden Seiten arbeitet. Bei Wandlage höchstens 60 bis 70 cm.
LängeBeliebig, üblich sind 1,50 bis 3 m. Ab 2 m brauchen Holzwände eine Mittelstrebe.

Die Breite richtet sich nach der Armlänge: Man muss von beiden Seiten bequem bis zur Mitte reichen. Für Rollstuhlfahrer gibt es unterfahrbare Tischbeete.

Hochbeet bepflanzen
Gerade in der Stadt lohnt es sich ein Hochbeet zu bepflanzen. | Foto: markusspiske / Depositphotos.com

Materialien

Holz ist der Klassiker. Lärche und Douglasie halten ohne chemischen Holzschutz viele Jahre, Kiefer und Fichte kürzer. Die Innenseite wird mit einer Noppenbahn ausgekleidet, damit feuchte Erde das Holz nicht direkt berührt. Den Boden dabei nicht verschließen, sonst staut sich Wasser.

Metall aus verzinktem Stahl oder Cortenstahl ist langlebig und modern, heizt sich in der Sonne aber stark auf; die Randbereiche trocknen dann schnell aus.

Stein – ob Naturstein, Klinker oder Gabionen – hält Jahrzehnte, speichert Wärme und sieht wertig aus, braucht aber ein Fundament und ist aufwendig im Bau.

Kunststoff und WPC sind pflegeleicht und leicht, aber nicht jedermanns Geschmack.

Hochbeet aus Naturstein
Hochbeet aus Natursteinen. | Foto: oocoskun / Depositphotos.com

Der Standort

Ein Hochbeet braucht mindestens sechs Stunden Sonne am Tag. Ideal ist eine Ausrichtung in Nord-Süd-Richtung, damit beide Längsseiten gleichmäßig Licht bekommen. Der Platz sollte eben sein und nah am Wasseranschluss liegen. Unter Bäumen fällt Laub hinein, und Wurzeln wachsen von unten ein.

Das Hochbeet befüllen

  1. Wühlmausgitter. Engmaschiger, verzinkter Draht auf dem Boden, an den Wänden hochgezogen.
  2. Grobe Äste und Zweige, etwa 30 cm. Sorgen für Drainage und Luft. Häckselgut aus dem Gartenhäcksler passt hier gut.
  3. Umgedrehte Grassoden oder Laub, etwa 15 bis 20 cm.
  4. Grober Kompost oder gut verrotteter Mist, etwa 20 cm.
  5. Feine Erde, gemischt mit reifem Kompost, 25 bis 30 cm. Die Pflanzschicht.

Jede Schicht leicht andrücken und angießen. Rechnen Sie damit, dass das Beet im ersten Jahr um 10 bis 20 cm absackt. Im nächsten Frühjahr wird mit Kompost und Erde aufgefüllt. Wie guter Kompost entsteht, steht unter Kompost selber bauen.

Was wo wächst

Im ersten Jahr ist das Beet sehr nährstoffreich. Dann gedeihen Starkzehrer: Tomaten, Zucchini, Kürbis, Gurken, Kohl. Im zweiten Jahr folgen Mittelzehrer wie Möhren, Salat, Zwiebeln, Spinat. Ab dem dritten Jahr sind Schwachzehrer wie Kräuter, Radieschen, Erbsen und Bohnen passend. Danach wird das Beet neu befüllt oder mit viel Kompost aufgefrischt. Für Kletternde wie Gurken hilft eine Rankhilfe an der Nordseite, damit sie die anderen Pflanzen nicht beschattet.

Gießen und düngen

Hochbeete trocknen schneller aus als normale Beete, weil Wind und Sonne auch die Seiten erwärmen. An heißen Tagen täglich gießen, am besten morgens. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält die Feuchte. Ein Tropfschlauch spart Arbeit. Düngen ist im ersten Jahr kaum nötig. Ab dem zweiten Jahr gibt man organischen Dünger oder Kompost.

Winterfest machen

Nach der Ernte können Sie Wintergemüse wie Feldsalat, Grünkohl oder Winterporree nachpflanzen. Wer das Beet ruhen lässt, deckt es mit Laub, Stroh oder Mulch ab, damit der Boden nicht auswäscht und die Bodenlebewesen geschützt sind. Holzbeete profitieren davon, dass die oberen Bretter nicht dauernd nass sind. Hinweise zum Schutz der Pflanzen gibt Winterschutz für Pflanzen.

Kaufen oder selber bauen

Bausätze aus Holz gibt es ab etwa 100 Euro, stabile Modelle aus Lärche oder Metall kosten 200 bis 500 Euro. Dazu kommt die Befüllung, die man zum größten Teil aus dem eigenen Garten bestreiten kann. Selbst bauen ist mit Brettern, Kanthölzern und etwas Werkzeug an einem Wochenende möglich. Das Wichtigste dabei: stabile Eckpfosten, denn die feuchte Erde drückt mit erheblicher Kraft gegen die Wände.

Häufige Fragen

Braucht ein Hochbeet eine Folie?

Innen an den Holzwänden eine Noppenbahn, am Boden nicht. Das Wasser muss nach unten abfließen können.

Kann ich ein Hochbeet auf Pflaster stellen?

Ja, aber dann fehlt der Bodenkontakt für Regenwürmer, und überschüssiges Wasser muss seitlich abfließen können.

Wie viel Füllmaterial brauche ich?

Ein Beet mit 2 × 1 m Fläche und 80 cm Höhe fasst rund 1,6 m³. Das ist mehr, als man denkt.

Video zum Thema

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