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Heimwerker-Berater

Düngermischgerät

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Düngermischgerät
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie es funktioniert
  2. Wann es sich lohnt
  3. Druck und Durchfluss
  4. Anschluss und Trinkwasserschutz
  5. Ein Rechenbeispiel
  6. Welcher Dünger hinein darf
  7. Typische Fehler
  8. Was es kostet
  9. Pflege
  10. Häufige Fragen

Ein Düngermischgerät wird zwischen Wasserhahn und Gartenschlauch gesetzt und mischt dem Gießwasser Flüssigdünger in einem festen Verhältnis bei. Das Anrühren in der Gießkanne entfällt, und große Flächen lassen sich in einem Arbeitsgang gießen und düngen. Ein Liter Konzentrat reicht bei 1 Prozent Dosierung für 100 Liter Gießwasser.

Wie es funktioniert

Im Gerät sitzt ein Behälter für das Düngerkonzentrat, meist etwa einen Liter groß. Das durchströmende Wasser saugt über eine Düse eine kleine Menge Konzentrat an und vermischt es. Das Mischverhältnis stellen Sie an einem Drehregler ein.

Übliche Einstellungen sind:

  • 0,2 Prozent für empfindliche Pflanzen und Jungpflanzen
  • 0,5 Prozent für Zimmer-, Balkon- und Kübelpflanzen
  • 1,0 Prozent für Gemüse, Beete und Rasen
  • 2,0 Prozent für stark zehrende Pflanzen

Maßgeblich ist aber nicht das Gerät, sondern die Dosierung auf der Düngerflasche. Rechnen Sie sie in Prozent um: 10 ml Dünger je Liter Wasser entsprechen 1 Prozent, 5 ml je Liter entsprechen 0,5 Prozent.

Wann es sich lohnt

Das Düngermischgerät spielt seine Stärke aus, wo viele Pflanzen regelmäßig flüssig gedüngt werden: Gemüsegarten, Gewächshaus, Balkon mit vielen Kästen, Rosenbeete. Wer ohnehin mit dem Schlauch gießt, spart das Schleppen von Gießkannen und das Anrühren von Lösung.

Für wenige Topfpflanzen lohnt es sich nicht – da ist die Gießkanne mit Messbecher schneller. Auch Pflanzen mit sehr unterschiedlichem Bedarf lassen sich schlecht mit einer Einstellung versorgen.

Druck und Durchfluss

Damit die Ansaugung funktioniert, braucht das Gerät ausreichend Wasserdruck. Rechnen Sie mit mindestens 2 bis 4 bar und einem Durchfluss von etwa 10 bis 14 Litern pro Minute. Normaler Hausdruck reicht dafür meist. An einer schwachen Regentonnenpumpe oder bei langen, dünnen Schläuchen kann die Ansaugung dagegen aussetzen, und das Wasser fließt ohne Dünger durch.

Prüfen Sie das beim ersten Einsatz: Gießen Sie einige Minuten und kontrollieren Sie, ob der Konzentratspiegel im Behälter sinkt.

Anschluss und Trinkwasserschutz

Das Gerät wird mit Schlauchkupplungen zwischen Hahn und Schlauch gesetzt, meist ohne Werkzeug. Viele Modelle haben eine Stellung „nur Wasser“, mit der Sie ohne Dünger gießen oder das Gerät durchspülen, ohne es abzubauen.

Wichtig ist der Schutz des Trinkwassers. Fällt der Druck im Hausnetz ab, kann Düngerlösung über den Schlauch zurückgesaugt werden. Die DIN EN 1717 verlangt deshalb Sicherungseinrichtungen gegen Rückfließen. Viele Außenwasserhähne haben einen Rückflussverhinderer eingebaut; wo das nicht der Fall ist, gehört einer an den Hahn. Wer ganz sicher gehen will, betreibt das Mischgerät an einer Regenwasser- oder Brunnenpumpe statt am Trinkwasser.

Ein Rechenbeispiel

Angenommen, auf der Flasche steht: 20 ml Dünger auf 2 Liter Wasser. Das sind 10 ml je Liter, also 1 Prozent. Genau diese Stufe stellen Sie am Gerät ein. Steht dort dagegen 5 ml auf 1 Liter, sind es 0,5 Prozent.

Nun die Menge: Ein Gemüsebeet von 20 m² bekommt beim Düngen etwa 5 Liter Wasser je Quadratmeter, zusammen also 100 Liter. Bei 1 Prozent verbraucht das Gerät dafür einen Liter Konzentrat – einen vollen Behälter. Füllen Sie deshalb nur so viel Konzentrat ein, wie Sie für die geplante Fläche brauchen. Dann wissen Sie am Ende auch, dass die Dosierung gestimmt hat: Ist der Behälter nach 100 Litern leer, passt es.

Die Wassermenge lässt sich über die Zeit abschätzen. Bei 12 Litern pro Minute dauern 100 Liter gut acht Minuten.

Welcher Dünger hinein darf

Nur echte Flüssigdünger und wasserlösliche Nährsalze, die vollständig gelöst sind. Pulverdünger, die nicht restlos gelöst sind, verstopfen die Düse. Auch Pflanzenstärkungsmittel auf Flüssigbasis lassen sich so ausbringen.

Rasendünger in Granulatform gehört nicht ins Mischgerät, er wird gestreut. Und bei Harnstoff und anderen stickstoffreichen Nährsalzen gilt: sehr sparsam und nur nach Herstellerangabe. Zu viel Stickstoff auf einmal verbrennt Wurzeln und Blätter und belastet das Grundwasser. Welche Düngerart wann passt, zeigt Welcher Rasendünger zu welcher Jahreszeit.

Typische Fehler

  • Zu hoch dosiert. Doppelt so viel Dünger wirkt nicht doppelt, sondern schadet. Lieber schwächer und öfter.
  • In praller Sonne gedüngt. Düngerlösung auf Blättern bei Hitze führt zu Verbrennungen. Morgens oder abends gießen.
  • Auf trockene Erde gedüngt. Bei ausgetrocknetem Boden erst mit klarem Wasser vorgießen.
  • Gerät nicht gespült. Eingetrocknete Düngerreste verkleben Düse und Regler. Nach jedem Einsatz mit klarem Wasser durchspülen.
  • Im Winter draußen gelassen. Gefrierendes Restwasser sprengt das Gehäuse.

Was es kostet

Einfache Düngermischgeräte gibt es ab etwa 15 Euro. Modelle mit größerem Behälter, feinerer Einstellung und besserer Verarbeitung liegen bei 30 bis 60 Euro. Ein Rückflussverhinderer für den Wasserhahn kostet einige Euro zusätzlich und ist gut angelegt.

Pflege

Nach dem Gebrauch Restkonzentrat entnehmen oder im geschlossenen Gerät lagern, wenn der Hersteller das erlaubt, und das Gerät mit klarem Wasser durchspülen. Die Dichtungen gelegentlich prüfen; spröde Dichtungen lassen Luft ziehen, und dann stimmt die Dosierung nicht. Über den Winter frostfrei lagern.

Häufige Fragen

Kann ich damit auch nur gießen?

Ja, in der Stellung „nur Wasser“ oder mit leerem Behälter. Bei manchen Geräten muss der Behälter dafür abgenommen werden.

Funktioniert es mit einem Rasensprenger?

Grundsätzlich ja, solange Druck und Durchfluss stimmen. Die Verteilung ist dann aber weniger kontrollierbar, und Blätter werden großflächig benetzt. Für Beete ist die Brause besser.

Welche Flüssigdünger eignen sich?

Jeder Flüssigdünger, der klar gelöst ist: Universaldünger, Tomatendünger, Grünpflanzendünger. Organische Flüssigdünger mit Schwebstoffen vorher gut schütteln und gelegentlich die Düse reinigen.

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