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Heimwerker-Berater

Hortensiendünger

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was Hortensien brauchen
  2. Warum Hortensien blau oder rosa blühen
  3. Welche Düngerarten es gibt
  4. Wann und wie oft düngen
  5. Hausmittel: was taugt, was nicht
  6. Der richtige Boden und das richtige Wasser
  7. Hortensien im Kübel
  8. Anzeichen für falsche Ernährung
  9. Häufige Fragen

Hortensien sind hungrige Pflanzen mit besonderen Ansprüchen: Sie wollen viel Stickstoff und Kalium, wenig Phosphor und einen leicht sauren Boden. Ein spezieller Hortensiendünger ist genau darauf abgestimmt. Wer blaue Blüten will, braucht außerdem Aluminium – und den richtigen pH-Wert, sonst hilft kein Dünger der Welt.

Was Hortensien brauchen

Die großen Blütenbälle kosten Kraft. Hortensien wachsen schnell, verdunsten über ihre großen Blätter viel Wasser und bilden jedes Jahr reichlich Blütenmasse. Dafür brauchen sie:

  • Stickstoff für Blattwachstum und kräftige Triebe.
  • Kalium für feste Zellwände, Blühfreude und Frosthärte.
  • Wenig Phosphor. Phosphor bindet Aluminium im Boden und verhindert damit die Blaufärbung. Deshalb haben gute Hortensiendünger einen auffällig niedrigen mittleren Wert in der NPK-Angabe.
  • Magnesium und Eisen gegen gelbe Blätter mit grünen Adern.

Der zweite Punkt ist der Boden: Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) gedeihen am besten bei einem pH-Wert zwischen etwa 5 und 6. In kalkhaltigem Boden werden die Blätter gelb, weil die Pflanze trotz vorhandenem Eisen nichts davon aufnehmen kann.

Warum Hortensien blau oder rosa blühen

Die Blütenfarbe vieler Bauern- und Tellerhortensien hängt nicht nur von der Sorte ab, sondern vom Boden. Blau werden sie nur, wenn Aluminium verfügbar ist, und das ist es nur in saurem Boden mit einem pH-Wert unter etwa 5,5. Bei höherem pH-Wert bleibt das Aluminium gebunden, dieselbe Pflanze blüht rosa.

Zum Blaufärben verwendet man Alaun (Kaliumaluminiumsulfat) oder spezielle Blaumacher-Dünger. Sie wirken nur bei Sorten, die rosa oder blau blühen können. Weiße Hortensien bleiben weiß, Rispen- und Schneeballhortensien lassen sich grundsätzlich nicht umfärben.

Die Umstellung braucht Geduld. Eine rosa Hortensie wird nicht in einer Saison blau, oft erst im zweiten Jahr, und häufig mischen sich die Farben dazwischen zu Violett.

Welche Düngerarten es gibt

ArtWirkungGeeignet für
Flüssigdüngersofort, hält 1–2 WochenKübel, schnelle Korrektur
Mineralischer Langzeitdünger3–6 MonateKübel und Beet, wenig Aufwand
Organischer Hortensiendüngerlangsam, über WochenBeet, Bodenverbesserung
Hornspäne, Kompostlangsam, schwächerGrundversorgung im Beet

Im Beet ist organischer Dünger die erste Wahl. Er ernährt auch das Bodenleben und verbrennt keine Wurzeln. Im Kübel ist die Erde schnell ausgelaugt, dort ist ein Flüssigdünger alle ein bis zwei Wochen oder ein Langzeitdünger im Frühjahr einfacher zu handhaben.

Wann und wie oft düngen

  1. März bis April. Erste Gabe zum Austrieb, bei organischem Dünger etwas früher, weil er Zeit braucht.
  2. Mai bis Juli. Im Beet ein bis zwei weitere Gaben, im Kübel regelmäßig flüssig nachdüngen.
  3. Ab Mitte August nicht mehr. Späte Düngung regt neue, weiche Triebe an, die bis zum Winter nicht ausreifen und erfrieren. Weil Bauernhortensien am vorjährigen Holz blühen, verlieren Sie damit die Blüten des nächsten Jahres.

Die Menge steht auf der Packung. Im Zweifel lieber etwas weniger und öfter – überdüngte Hortensien bilden viel Blatt und wenig Blüte.

Hausmittel: was taugt, was nicht

Kaffeesatz enthält etwas Stickstoff, Kalium und Phosphor und säuert leicht. Getrocknet und dünn eingearbeitet ist er eine brauchbare Ergänzung, aber kein vollwertiger Dünger.

Hornspäne liefern langsam Stickstoff und sind eine gute Grundlage im Beet, allein aber einseitig.

Rhododendrondünger passt ebenfalls, weil Rhododendren ähnliche Ansprüche an den Boden haben. Ob er die Blaufärbung unterstützt, hängt vom Phosphorgehalt ab.

Blaukorn ist keine gute Idee: Es enthält viel Phosphor und kann bei Überdosierung Wurzeln schädigen.

Der richtige Boden und das richtige Wasser

Dünger kann einen falschen Boden nicht ausgleichen. Pflanzen Sie Hortensien in humusreiche, lockere Erde; bei kalkhaltigem Gartenboden hilft eine Mischung mit Rhododendronerde im Pflanzloch. Messen Sie den pH-Wert mit einem Teststreifen-Set aus dem Gartencenter, bevor Sie etwas korrigieren.

Gießen Sie möglichst mit Regenwasser. Hartes Leitungswasser bringt mit jedem Gießen Kalk in den Boden und hebt den pH-Wert langsam an. Das ist einer der häufigsten Gründe, warum blaue Hortensien nach ein paar Jahren rosa werden.

Hortensien im Kübel

Kübelhortensien sind vollständig auf Sie angewiesen. Die Erde in einem Pflanzkübel ist nach wenigen Wochen ausgelaugt, und durch das häufige Gießen werden Nährstoffe ausgewaschen. Topfen Sie alle zwei bis drei Jahre in frische, saure Erde um und düngen Sie von April bis Juli regelmäßig. Über den Winter kommen die Kübel an einen kühlen, frostfreien oder gut geschützten Platz; Hinweise dazu stehen unter Kübelpflanzen überwintern.

Anzeichen für falsche Ernährung

  • Gelbe Blätter mit grünen Adern: Eisenmangel, meist durch zu hohen pH-Wert.
  • Hellgrüne, kleine Blätter: Stickstoffmangel.
  • Viel Laub, kaum Blüten: zu viel Stickstoff, zu spät gedüngt oder im Frühjahr falsch geschnitten.
  • Braune Blattränder: eher Trockenheit oder Salzschaden durch Überdüngung.

Häufige Fragen

Kann ich normalen Blumendünger nehmen?

Im Notfall ja, aber die meisten Blühpflanzendünger enthalten viel Phosphor. Für rosa oder weiße Hortensien ist das egal, für blaue verhindert es die Farbe.

Wie viel kostet Hortensiendünger?

Flüssigdünger kostet etwa 5 bis 10 Euro je Liter, organischer Hortensiendünger im Beutel 8 bis 20 Euro für eine Saison und ein paar Pflanzen. Alaun gibt es in der Apotheke oder als fertigen Blaumacher.

Muss ich Rispenhortensien anders düngen?

Sie sind genügsamer und vertragen auch neutralen Boden. Eine Gabe Kompost oder organischer Volldünger im Frühjahr reicht meist. Der Blaumacher ist bei ihnen wirkungslos.

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