Rasenkehrmaschine
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Eine Rasenkehrmaschine nimmt Laub, Schnittgut, Moosreste und Zweige vom Rasen auf, indem rotierende Bürsten alles in einen Fangsack werfen. Angetrieben werden die Bürsten nicht von einem Motor, sondern über die Räder beim Schieben oder Ziehen. Das macht sie leise, wartungsarm und auf großen, ebenen Flächen deutlich schneller als jeder Rechen. Auf nassem Laub oder im unebenen Gelände stößt sie dagegen an ihre Grenzen.
Wie sie funktioniert
Über ein Zahnrad- oder Riemengetriebe übertragen die Räder ihre Drehung auf eine Bürstenwalze, die sich mehrfach schneller dreht als die Räder selbst. Die Bürsten streichen über die Grasspitzen, fassen Blätter und Halme und schleudern sie nach hinten in den Behälter. Je schneller man schiebt, desto kräftiger kehrt die Maschine.
Das Prinzip ist dasselbe wie beim Teppichkehrer im Haus, nur größer und robuster. Einen Überblick über handgeführte Kehrer und ihre Alternativen gibt der Artikel zum Rasenkehrer.
Zwei Bauformen
Handgeschobene Kehrmaschinen haben meist eine Kehrbreite von etwa 50 bis 60 cm und einen Fangsack aus Gewebe. Sie eignen sich für Gärten bis zu einigen hundert Quadratmetern.
Anhängekehrmaschinen werden an einen Aufsitzmäher oder Rasentraktor gekoppelt. Sie kehren oft um 1 Meter und mehr in einem Zug, haben einen großen Auffangbehälter und lassen sich per Hebel vom Fahrersitz aus entleeren. Für Parks, große Grundstücke und Obstwiesen sind sie die wirtschaftlichste Lösung.
Die richtige Kehrbreite
| Fläche | Sinnvolle Kehrbreite | Bauform |
| bis ca. 300 m² | 45–55 cm | handgeschoben |
| 300–1000 m² | 55–70 cm | handgeschoben, großer Sack |
| über 1000 m² | 90–130 cm | Anhängegerät |
Breiter ist nicht immer besser. Eine breite Handmaschine wird mit vollem Sack schwer und kommt zwischen Beeten und Bäumen schlecht durch.
Worauf Sie achten sollten
- Höhenverstellung der Bürsten. Die Bürsten sollen die Grasspitzen streifen, nicht in den Boden graben. Eine stufenlose oder mehrstufige Verstellung ist Pflicht.
- Bürstenzahl und Material. Mehrere Bürsten aus kräftigem Kunststoff kehren gründlicher. Weiche Borsten schieben nasses Laub eher vor sich her.
- Fangsack. Groß genug, leicht auszuhängen, mit festem Rahmen. Ein Sack, der beim Entleeren zusammenfällt, kostet Nerven.
- Räder. Große Räder mit Profil laufen leichter über unebenen Rasen und treiben die Bürsten zuverlässiger an.
- Klappbarer Griff. Für die Lagerung im engen Gartenhaus ein echter Vorteil.
Wann sie funktioniert – und wann nicht
Gut: Trockenes Laub, frischer Rasenschnitt ohne Fangkorb, Kiefernnadeln, kleine Zweige, Moos- und Filzreste nach dem Vertikutieren, Obst-Fallgut in kleinen Mengen.
Schlecht: Nasses, am Boden klebendes Laub, dicke Laubschichten, hohes Gras, stark unebene oder steile Flächen. Auch Walnüsse und Äpfel überfordern die meisten Geräte – sie verklemmen sich oder beschädigen die Bürsten.
Für Wege, Hof und Terrasse sind die meisten Rasenkehrmaschinen ebenfalls brauchbar, solange der Belag eben ist. Für echte Hofreinigung gibt es jedoch eigene Geräte wie den Motorbesen.
Die Alternativen
Auf kleinen Flächen bleibt der Laubrechen die günstigste Lösung. Ein Laubsauger kommt in Ecken und Beete, ist aber laut und bei nassem Laub ebenfalls mühsam. Wer ohnehin mäht, kann Laub mit einem Rasenmäher mit Fangkorb aufnehmen – das zerkleinert es gleich für den Kompost. Für Laub unter Hecken und zwischen Stauden hilft ein Laubsammler.
Nach dem Vertikutieren
Ein besonders nützlicher Einsatz: Nach dem Vertikutieren liegen Moos und Rasenfilz in Mengen auf der Fläche. Die Kehrmaschine nimmt sie in einem Durchgang auf, wo man mit dem Rechen eine halbe Stunde beschäftigt wäre. Wie man dabei vorgeht, steht beim Rasenvertikutierer. Eine Kehrmaschine ersetzt den Vertikutierer aber nicht – sie nimmt nur auf, was lose liegt.
So kehren Sie effizient
Kehren Sie in langen, geraden Bahnen und mit gleichmäßigem, eher zügigem Schritttempo, denn davon hängt die Bürstendrehzahl ab. Die Bahnen dürfen sich um eine Handbreit überlappen, sonst bleiben Streifen liegen. Bei dicken Laubschichten zweimal fahren: erst mit etwas höher gestellten Bürsten die obere Lage, dann tiefer den Rest. Den Fangsack leeren, sobald er etwa zu drei Vierteln gefüllt ist.
Pflege
Nach jedem Einsatz den Fangsack leeren und trocknen lassen, sonst schimmelt er. Die Bürsten von Grasresten und eingewickelten Halmen befreien. Getriebe und Radlager einmal pro Saison mit etwas Öl oder Fett versorgen, je nach Herstellerangabe. Abgenutzte Bürsten sind bei vielen Modellen als Ersatzteil erhältlich. Über Winter trocken lagern.
Typische Fehler
- Zu langsam geschoben. Die Bürsten drehen dann kaum und schieben das Laub vor sich her.
- Bürsten zu tief. Sie reißen Rasen und Erde heraus und blockieren.
- Sack überfüllt. Die Leistung fällt ab, bevor er ganz voll ist. Lieber früher leeren.
Häufige Fragen
Was kostet eine Rasenkehrmaschine?
Handgeschobene Geräte gibt es ab etwa 60 bis 80 Euro, solide Modelle mit großer Kehrbreite bei 100 bis 200 Euro. Anhängekehrmaschinen für Rasentraktoren beginnen meist im mittleren dreistelligen Bereich.
Hilft die Kehrmaschine gegen Moos?
Nicht direkt. Sie entfernt loses Moos nach dem Vertikutieren, aber nicht das Moos in der Grasnarbe. Wie man Moos dauerhaft loswird, steht unter Moos aus dem Rasen entfernen.
Geht es auch bei feuchtem Laub?
Bei leicht feuchtem Laub ja, bei nassem kaum. Dann lieber einen trockenen Tag abwarten oder zum Rechen greifen.

