Baumischabfälle

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Baumischabfall ist das, was bei Umbau und Renovierung übrig bleibt und sich nicht sauber trennen lässt: Holzreste, Folien, Kunststoff, Tapeten, Teppich, Metall und ein wenig Schutt, alles durcheinander. Er ist die teuerste Abfallart auf der Baustelle – jedes Teil, das Sie vorher heraussortieren, spart Geld. Und einige Stoffe dürfen gar nicht hinein.
Die drei Abfallarten auf der Baustelle
| Bauschutt | Mineralische Abfälle: Beton, Ziegel, Fliesen, Mörtel, Naturstein. Wird aufbereitet und wiederverwertet, deshalb vergleichsweise günstig. |
| Baumischabfall | Gemischte, nicht mineralische Abfälle aus Bau und Renovierung. Muss aufwendig sortiert werden und kostet ein Mehrfaches. |
| Gefährliche Abfälle | Asbest, alte Mineralwolle, teerhaltige Stoffe, Lacke, Lösemittel. Eigene Entsorgungswege, nie in den Mischcontainer. |
Grundsätzlich gilt für Bauabfälle eine Pflicht zur getrennten Sammlung. Wer sauber trennt, zahlt für Schutt, Holz und Metall jeweils den günstigeren Satz, Metall bringt am Wertstoffhof oft sogar noch etwas ein.
Was hinein darf
- Holzreste wie alte Türen, Leisten, Paneele und Verschnitt, auch lackiert.
- Kunststoffe: Rohre, Folien, Verpackungen, Kabelkanäle.
- Bodenbeläge wie Teppich, PVC, Laminat.
- Tapeten, Pappe, Styropor-Verpackungen in üblichen Mengen.
- Metallteile, sofern Sie sie nicht getrennt abgeben.
- Kleine Mengen Bauschutt, etwa anhaftender Putz. Viele Entsorger begrenzen den mineralischen Anteil, meist auf einige Prozent.
Was nicht hinein darf
- Asbest, etwa in alten Wellplatten, Blumenkästen, Fensterbänken oder Bodenplatten. Hinweise unter Asbest erkennen.
- Alte Mineralwolle aus der Zeit vor etwa 1996. Sie gilt als möglicherweise krebserregend und wird staubdicht verpackt getrennt entsorgt.
- Teerhaltige Dachpappe und alte Parkettkleber auf Teerbasis.
- Farben, Lacke, Lösemittel, Bauschaum-Dosen mit Resten. Sie gehören zur Schadstoffsammlung.
- Elektrogeräte, Leuchtstoffröhren, Batterien.
- Gipskarton wird bei vielen Entsorgern gesondert angenommen, weil Gips im Recycling stört. Fragen Sie vorher nach.
- Grünschnitt und Hausmüll. Beides verteuert den Container und kann zur Nachberechnung führen.
Findet der Entsorger verbotene Stoffe, berechnet er die Sortierung und Sonderentsorgung nach. Das kann teurer werden als der Container selbst.
Container, Big Bag oder Anhänger
| Lösung | Volumen | Passt für |
| Anhänger zum Wertstoffhof | bis etwa 1 m³ je Fahrt | kleine Renovierungen |
| Big Bag | meist 0,7 bis 1,5 m³ | ein Zimmer, Bad, wenig Platz vor dem Haus |
| Absetzcontainer | 3 bis 10 m³ | Kernsanierung, Dachausbau, mehrere Räume |
Big Bags lassen sich über den Entsorger buchen, der sie mit dem Kran abholt, oder als Säcke kaufen und selbst zum Wertstoffhof bringen. Ein Standard-Big-Bag mit 90 × 90 × 90 cm fasst etwa 0,7 m³ und trägt bis zu 1000 kg.

Worauf es beim Big Bag ankommt
Achten Sie auf die zulässige Last, meist 1000 kg, und den Sicherheitsfaktor, üblich ist 5:1. Der Sack hält dann das Fünffache seiner Nennlast, bevor er reißt. Das ist beim Heben mit dem Kran wichtig. Vier stabile Hebeschlaufen sind Standard. Säcke mit Schürze oder Deckel lassen sich verschließen, damit nichts herausweht und niemand nachts seinen Sperrmüll dazulegt. Für Bauschutt reicht ein offener Sack, bei Dämmstoff und Folien ist ein Deckel sinnvoll.
Stellplatz auf öffentlichem Grund
Steht der Container oder Big Bag auf Gehweg oder Straße, braucht es meist eine Sondernutzungserlaubnis der Gemeinde. Viele Entsorger beantragen sie gegen Gebühr mit. Auf dem eigenen Grundstück ist keine Genehmigung nötig, aber der Lkw muss heranfahren können. Bei einem Kranwagen genügt oft eine Einfahrt, ein Absetzkipper braucht mehr Platz und festen Untergrund.
Was die Entsorgung kostet
Die Preise schwanken regional stark. Baumischabfall kostet je Kubikmeter ein Mehrfaches von sauberem Bauschutt. Ein Big Bag mit Abholung liegt oft bei 100 bis 250 Euro, ein Container mit 5 bis 7 m³ bei mehreren hundert Euro. Kleine Mengen nimmt der Wertstoffhof teils kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr an, meist nur bis zu einer Obergrenze je Anlieferung.
Sortieren Schritt für Schritt
- Vor Beginn Schadstoffe klären. Bei Gebäuden vor 1993 an Asbest denken, im Zweifel eine Probe untersuchen lassen.
- Getrennte Sammelstellen einrichten: eine Ecke für Schutt, eine für Holz, eine für Metall, eine Kiste für Schadstoffe.
- Mischabfall zuletzt füllen, wenn die anderen Fraktionen herausgezogen sind.
- Schwere Teile unten, sperriges Material zerkleinern, damit Hohlräume verschwinden.
- Nicht überfüllen. Container und Big Bags dürfen nicht über den Rand geladen werden, sonst verweigert der Fahrer die Abholung.
Typische Fehler
- Asbestplatten zerbrochen und in den Mischcontainer geworfen. Das gefährdet alle Beteiligten und wird teuer. Siehe Asbestplatten entsorgen.
- Grünschnitt mit hineingemischt. Er gehört zur Gartenabfall-Entsorgung.
- Container zu klein bestellt. Ein zweiter Container kostet deutlich mehr als eine Nummer größer.
- Offener Container über Nacht auf der Straße, der sich mit fremdem Müll füllt.
Häufige Fragen
Wie viel Bauschutt darf im Baumischabfall sein?
Das legt jeder Entsorger selbst fest, meist nur ein kleiner Prozentanteil. Größere Mengen Schutt gehören in einen eigenen, günstigeren Container.
Kann ich Baumischabfall im Hausmüll entsorgen?
Kleinste Mengen wie ein paar Tapetenreste ja. Alles darüber hinaus gehört zum Wertstoffhof oder in Container und Big Bag. Mehr dazu unter Bauschutt und Baumischabfall richtig entsorgen.
Lohnt sich ein Entsorgungsunternehmen?
Bei größeren Mengen ja. Es kümmert sich um Stellplatz, Genehmigung und Abholung und bringt den Abfall zur zugelassenen Anlage.


