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Heimwerker-Berater

Handbagger

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Handbagger
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wofür der Handbagger da ist
  2. Handbagger oder Erdbohrer?
  3. Stiellänge und Arbeitstiefe
  4. Schaufelbreite und Lochdurchmesser
  5. Material: Stahl und Stiel
  6. So heben Sie ein Loch aus
  7. Wurzeln und Steine
  8. Beton und Pfosten
  9. Pflege
  10. Häufige Fragen

Ein Handbagger, auch Erdlochausheber oder Lochspaten genannt, besteht aus zwei gegenüberliegenden Schaufeln an zwei Stielen. Man stößt ihn geschlossen in den Boden, spreizt die Stiele, und die Schaufeln greifen die Erde wie eine Zange. So entstehen schmale, tiefe Löcher mit senkrechten Wänden – genau das, was man für Zaunpfosten und Punktfundamente braucht.

Wofür der Handbagger da ist

Der Handbagger ist ein Spezialwerkzeug für Pfostenlöcher. Mit einem normalen Spaten wird ein 80 cm tiefes Loch oben zwangsläufig breit und trichterförmig, weil man sonst nicht mehr hineinkommt. Der Handbagger arbeitet senkrecht nach unten und hebt nur so viel Erde aus, wie wirklich nötig ist. Das spart Beton und Arbeit. Typische Einsätze sind Zaun- und Carportpfosten, Punktfundamente für Gartenhaus oder Terrasse, Pfähle für Rankgerüste und Löcher für Obstbaumpfähle. Wie ein ganzer Zaun damit entsteht, zeigt der Beitrag Den Gartenzaun errichten.

Handbagger oder Erdbohrer?

Der zweite Weg zum Pfostenloch ist der Handerdbohrer mit Spiral- oder Messerkopf. Beide haben ihre Stärken:

Handbagger
  • kommt mit Steinen und Wurzeln besser zurecht
  • Loch kann oval oder etwas breiter werden
  • funktioniert auch in schwerem, feuchtem Lehm
Erdbohrer
  • exakt runde Löcher mit festem Durchmesser
  • schneller in lockerem, steinfreiem Boden
  • bleibt an Steinen und dicken Wurzeln hängen

Wer steinigen Boden hat, ist mit dem Handbagger besser bedient. In lockerem Sand oder Mutterboden ist der Bohrer schneller.

Stiellänge und Arbeitstiefe

Die Stiele sind meist 1,00 bis 1,40 m lang, das ganze Gerät misst entsprechend 1,20 bis 1,60 m. Die Stiellänge bestimmt, wie tief Sie graben können. Für frostfreie Fundamente mit 80 cm Tiefe sollten die Stiele deutlich länger sein, denn man braucht über dem Loch noch Platz zum Spreizen. Größere Menschen sollten eher lange Stiele wählen, sonst arbeiten sie gebückt.

Schaufelbreite und Lochdurchmesser

Die Schaufeln sind gewölbt und meist 15 bis 20 cm breit. Damit entstehen Löcher von etwa 15 bis 25 cm Durchmesser. Für einen Zaunpfosten mit 7 bis 9 cm Kantenlänge reicht das, denn um den Pfosten herum sollen rundum einige Zentimeter Beton liegen. Für größere Fundamente mit 30 bis 40 cm Seitenlänge ist ein Handbagger zu schmal; dann muss man das Loch seitlich erweitern oder zum Spaten greifen.

Material: Stahl und Stiel

Die Schaufeln sollten aus gehärtetem Stahl sein, geschmiedet oder zumindest dick und verwindungssteif. Dünnes Blech verbiegt sich an der ersten Wurzel. Bei den Stielen gibt es drei Varianten: Holz, das angenehm in der Hand liegt, aber bei Nässe quellen kann; Stahlrohr, das stabil ist, aber schwer und im Winter kalt; und Glasfaser, leicht und bruchfest. Rutschfeste Griffe sind bei allen Varianten ein Plus. Ein Gewicht von 3 bis 5 kg ist üblich.

So heben Sie ein Loch aus

  1. Loch markieren. Mit Schnur und Holzpflock die Pfostenreihe abstecken, die Löcher einzeln markieren.
  2. Grasnarbe abstechen. Mit dem Spaten ein Stück Rasen ausstechen; der Handbagger arbeitet sich schlecht durch dichte Wurzeln.
  3. Geschlossen einstoßen. Stiele zusammen, Schaufeln senkrecht mit Schwung in den Boden stoßen. In festem Boden mehrfach nacharbeiten.
  4. Spreizen und greifen. Stiele auseinanderdrücken, dadurch schließen sich die Schaufeln unten und halten die Erde.
  5. Herausheben und entleeren. Gerade nach oben ziehen, neben dem Loch Stiele zusammendrücken, Erde fällt heraus.
  6. Wiederholen und drehen. Nach jedem Stich das Gerät etwas drehen, damit das Loch rund und gleichmäßig wird.

Legen Sie die Erde auf eine Plane neben das Loch. So bleibt der Rasen sauber und Sie können das Loch nach dem Setzen des Pfostens wieder verfüllen.

Wurzeln und Steine

Eine dünne Wurzel lässt sich mit einem kräftigen Stoß der Schaufeln durchtrennen. Dicke Wurzeln sollten Sie mit einer Astschere oder Säge kappen, bevor Sie weitergraben. Steine hebt der Handbagger in der Regel mit heraus, solange sie zwischen die Schaufeln passen. Sehr große Steine lockert man mit einer Brechstange. Prüfen Sie vor dem Graben, ob Leitungen im Boden liegen. Strom-, Gas- und Wasserleitungen im Garten sind nicht immer dokumentiert.

Beton und Pfosten

Nach dem Ausheben wird der Pfosten gesetzt, ausgerichtet und mit Beton fixiert. Für Zaunpfosten reicht meist ein erdfeuchter Beton, den man lagenweise einfüllt und verdichtet. Alternativen ohne Beton sind Schraubfundamente, die in den Boden gedreht werden. Mehr zur Fundamentart steht beim Punktfundament.

Pflege

Nach der Arbeit die Schaufeln mit Wasser abspülen, trocknen lassen und dünn einölen. Holzstiele gelegentlich mit Leinöl behandeln. Eine stumpfe Schaufelkante kann man mit der Feile nachschärfen, dann dringt sie leichter in den Boden. Lagern Sie das Gerät trocken und aufgehängt.

Häufige Fragen

Was kostet ein Handbagger?

Einfache Modelle gibt es ab etwa 20 Euro, robuste Ausführungen mit geschmiedeten Schaufeln und Glasfaserstielen kosten 40 bis 80 Euro.

Wie tief kann ich damit graben?

Mit langen Stielen 80 bis 100 cm. Darunter wird es mühsam, weil man nicht mehr genug Hebel zum Spreizen hat.

Geht das auch in Lehm?

Ja, sogar gut. Nasser Lehm klebt allerdings an den Schaufeln; ein Eimer Wasser zum Abspülen zwischendurch hilft.

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