Teichfilter

Inhalt11 Abschnitte
Ein Teichfilter hält das Wasser eines Gartenteichs klar, indem er Schmutz zurückhält und Bakterien einen Lebensraum bietet, die Fischausscheidungen und Pflanzenreste abbauen. Ein reiner Pflanzenteich ohne Fische kommt oft ohne Filter aus. Sobald Fische im Teich schwimmen, wird der Filter zur Pflicht – und er muss größer sein, als man denkt.
Was ein Filter leistet
Die Arbeit teilt sich in drei Stufen. Die mechanische Filterung hält Schwebstoffe, Algenfäden und Pflanzenreste zurück, meist mit Bürsten, Schaumstoff oder groben Matten. Die biologische Filterung ist die eigentliche Hauptaufgabe: Auf der großen Oberfläche von Filtermatten, Lavagranulat oder Kunststoffkörpern siedeln Bakterien, die giftiges Ammonium über Nitrit zu Nitrat umwandeln. Die dritte Stufe ist oft ein UV-C-Klärer, der Schwebealgen abtötet, die das Wasser grün färben.
Die Bauarten
| Bauart | Aufbau | Eignung |
| Durchlauffilter (Schwerkraftfilter) | Offener Behälter am Teichrand, Wasser läuft über ein Gefälle zurück | große Teiche, Fischteiche, hohe Filterleistung |
| Druckfilter | Geschlossener Behälter, kann eingegraben werden, Rücklauf auch bergauf zum Bachlauf | kleine und mittlere Teiche, unauffällig |
| Innenfilter | Pumpe und Filter als Einheit im Teich | Mini- und kleine Teiche |
| Kammerfilter | Mehrere Kammern hintereinander, oft mit Vorabscheider | Koi-Teiche, sehr hoher Besatz |
Die richtige Größe
Hersteller geben für jeden Filter ein maximales Teichvolumen an, meist getrennt für Teiche mit und ohne Fische. Nehmen Sie den Wert für Fischbesatz und rechnen Sie Reserve ein. Ein Teich in voller Sonne, mit vielen Fischen oder mit Laubeintrag braucht einen größeren Filter als ein halbschattiger Pflanzenteich.
Zur Umwälzung gibt es eine gängige Orientierung: In einem normalen Fischteich sollte das gesamte Wasser etwa alle zwei bis drei Stunden einmal durch den Filter laufen, in Koi-Teichen deutlich öfter. Das Teichvolumen schätzen Sie mit Länge × Breite × mittlerer Tiefe × 0,8 für die unregelmäßige Form.
Die Pumpe
Die Pumpe muss zum Filter passen. Ihre Nennleistung gilt ohne Förderhöhe und ohne Schlauchwiderstand – ab etwa 1 m Höhe und einigen Metern Schlauch kommt deutlich weniger an. Ein Blick in die Förderkurve des Herstellers zeigt die tatsächliche Menge. Gute Filterpumpen fördern auch grobe Schmutzpartikel, ohne zu verstopfen. Grundlagen zur Auswahl stehen unter Wasserpumpe.
Strom am Teich gehört an eine Steckdose mit Fehlerstrom-Schutzschalter (30 mA). Die Außensteckdose und ihre Zuleitung legt eine Elektrofachkraft, und alle Verbindungen müssen für den Außenbereich zugelassen sein.
Richtig platzieren und anschließen
- Ansaugung an der tiefsten Stelle, gegenüber vom Rücklauf. So entsteht eine Strömung über den ganzen Teich.
- Durchlauffilter höher als der Wasserspiegel aufstellen, damit das Wasser im freien Gefälle zurückfließt. Der Rücklaufschlauch sollte großzügig dimensioniert sein.
- Druckfilter können im Boden eingegraben werden, der Deckel muss für Wartung zugänglich bleiben.
- Schläuche kurz und ohne Knicke verlegen. Jeder Meter kostet Förderleistung.
- Rücklauf über einen Bachlauf bringt zusätzlich Sauerstoff ins Wasser, siehe Bachlaufschalen.
Das Filtermaterial
Filtermatten aus Schaumstoff in unterschiedlicher Porengröße sind der Standard. Grobe Matten fangen den Schmutz, feine polieren das Wasser. Bürsten sind als Vorfilter beliebt, weil sie sich leicht ausspülen lassen. Lavagranulat, Keramikringe oder sogenannte Bio-Körper bieten viel Oberfläche für Bakterien. Zeolith bindet Ammonium chemisch, sättigt sich aber und muss dann regeneriert oder getauscht werden.
Reinigen, ohne die Bakterien umzubringen
Spülen Sie Filtermatten nie mit Leitungswasser aus. Chlor und Temperaturunterschied töten einen Großteil der Bakterienkultur, und der Filter braucht Wochen, um sich zu erholen. Nehmen Sie stattdessen einen Eimer Teichwasser und drücken Sie die Matten darin nur so weit aus, dass sie wieder durchlässig sind. Nie alle Stufen gleichzeitig reinigen. Wie oft, hängt vom Besatz ab: im Sommer bei Fischteichen oft alle ein bis zwei Wochen den Vorfilter, die biologischen Matten deutlich seltener.
Winterbetrieb
Die Filterbakterien arbeiten bei Wassertemperaturen unter etwa 8 bis 10 °C kaum noch. Viele Teichbesitzer nehmen den Filter deshalb im Herbst außer Betrieb, reinigen ihn und lagern ihn frostfrei. Pumpe und UV-Klärer werden ebenfalls frostfrei gelagert. Läuft eine Pumpe im Winter weiter, sollte sie nicht aus der tiefsten Zone saugen, sonst vermischt sie das wärmere Tiefenwasser, in dem die Fische überwintern. Ein Teichbelüfter hält die Eisdecke offen, ohne die Wasserschichten zu stören.
Typische Probleme
- Grünes Wasser. Schwebealgen. Meist hilft ein UV-C-Klärer, dessen Röhre jährlich getauscht wird, weil die Strahlung nachlässt.
- Fadenalgen. Zu viele Nährstoffe. Weniger füttern, mehr Pflanzen, Schlamm absaugen – etwa mit einem Teichschlammsauger.
- Filter läuft über. Matten verstopft oder Rücklauf zu klein.
- Fische schnappen an der Oberfläche. Sauerstoffmangel, häufig im Hochsommer. Pumpe und Belüftung prüfen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Teichfilter?
Kleine Druckfiltersets mit Pumpe und UV-Klärer beginnen bei etwa 100 Euro. Für mittlere Fischteiche liegen gute Sets bei 250 bis 600 Euro, Mehrkammerfilter für Koi-Teiche deutlich darüber.
Muss der Filter rund um die Uhr laufen?
Während der Saison ja. Die Bakterien brauchen ständig frisches, sauerstoffreiches Wasser; ein paar Stunden Stillstand lassen sie absterben.
Brauche ich einen UV-Klärer?
Nicht zwingend. Er bekämpft Schwebealgen schnell, beseitigt aber nicht die Ursache, nämlich zu viele Nährstoffe.



