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Heimwerker-Berater

Naturzaun

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die Varianten im Vergleich
  2. Der Staketenzaun aus Kastanie
  3. Der Haselnusszaun
  4. Der Weidenzaun
  5. Die Benjeshecke
  6. Pfosten: die Schwachstelle
  7. Was Nachbarrecht und Gemeinde sagen
  8. Kosten
  9. Häufige Fragen

Ein Naturzaun besteht aus unbehandeltem Holz, Ästen oder lebenden Pflanzen und fügt sich in den Garten ein, statt ihn abzugrenzen wie eine Mauer. Klassiker sind der Staketenzaun aus Kastanie, der geflochtene Haselzaun und der Weidenzaun. Sie halten kürzer als ein Metallzaun, altern aber schön – und die Materialien sind am Ende ihres Lebens einfach Kompost.

Die Varianten im Vergleich

ZaunSichtschutzHaltbarkeitAufbau
Staketenzaun Kastaniegeringoft 15 Jahre und mehrRolle, an Pfosten gespannt
Haselflechtzaunhochetwa 5–10 Jahrefertige Elemente oder vor Ort geflochten
Weidenzaun geflochtenhochetwa 5–8 Jahrefertige Matten oder Elemente
Lebender Weidenzaunmittel, wächstunbegrenzt bei PflegeRuten im Winter stecken
Benjesheckemittel bis hochwird ständig nachgefülltÄste zwischen Pfostenreihen

Der Staketenzaun aus Kastanie

Gespaltene Latten aus Edelkastanie, mit verzinktem Draht zu einer Rolle verbunden, werden zwischen Pfosten gespannt. Kastanienholz enthält viel Gerbsäure und gehört zu den dauerhaftesten heimischen Hölzern. Es braucht keinen Anstrich und keine Imprägnierung und bekommt mit den Jahren eine silbergraue Patina. Durch die Lücken zwischen den Latten bleibt der Garten offen und luftig.

Staketenzäune gibt es in Höhen von etwa 60 bis 180 cm. Sie eignen sich als Einfassung für Vorgärten, Bauerngärten und Gemüsebeete. Einzelheiten zu Aufbau und Material stehen unter Staketenzaun und Kastanienzaun, die Selbstbau-Anleitung unter Staketenzaun selber bauen.

Der Haselnusszaun

Haselruten sind biegsam, zäh und werden zu dichten Elementen verflochten. Der Zaun bietet damit echten Sichtschutz und bremst Wind, ohne ihn ganz abzuhalten – das mögen Pflanzen dahinter. Die Elemente werden meist in Größen um 180 × 180 cm angeboten und an Pfosten befestigt.

Hasel ist weniger haltbar als Kastanie. Dort, wo sie Bodenkontakt hat oder ständig nass wird, beginnt sie nach einigen Jahren zu faulen. Ein Abstand von einigen Zentimetern zum Boden verlängert die Lebensdauer erheblich.

Der Weidenzaun

Weidenruten gibt es als geflochtene Matten, die man an einen vorhandenen Zaun bindet, oder als stabile Elemente. Sie wirken leichter als Hasel und werden gern auf Balkon und Terrasse eingesetzt.

Der lebende Weidenzaun ist eine eigene Kategorie: Frische Weidenruten werden im Winter, solange sie ohne Laub sind, etwa 20 bis 30 cm tief in den Boden gesteckt und schräg miteinander verflochten. Sie treiben im Frühjahr aus und bilden eine grüne Wand. Sie müssen allerdings jedes Jahr geschnitten werden, sonst wachsen sie zu Bäumen heran.

Die Benjeshecke

Zwischen zwei Reihen Pfosten im Abstand von etwa einem Meter werden Äste und Schnittgut aufgeschichtet. Die Hecke sinkt mit der Zeit zusammen und wird mit neuem Schnittgut von oben aufgefüllt. Für Vögel, Igel und Insekten ist sie ein wertvoller Lebensraum, und das Schnittgut aus dem eigenen Garten wird sinnvoll verwertet statt entsorgt. Mehr zur Verwertung steht unter Gartenabfälle verwerten.

Pfosten: die Schwachstelle

Die Pfosten tragen den Zaun und stecken im feuchten Boden. Ein Holzpfosten, der direkt in der Erde steht, fault an der Grenze zwischen Boden und Luft. Besser sind Einschlaghülsen oder Pfostenträger aus verzinktem Stahl in einem Betonfundament, sodass das Holz ein paar Zentimeter über dem Boden endet. Dauerhafte Hölzer wie Robinie, Kastanie oder Lärchenkernholz halten auch im Boden einige Jahre länger als Fichte oder Kiefer.

Der Pfostenabstand liegt bei Staketenzäunen meist bei 2 bis 2,5 m, bei Flechtelementen richtet er sich nach der Elementbreite. Wie man Pfostenlöcher effizient setzt, zeigt Den Gartenzaun errichten.

Was Nachbarrecht und Gemeinde sagen

Wie hoch ein Zaun an der Grundstücksgrenze sein darf und ob er eine Genehmigung braucht, regeln die Nachbarrechtsgesetze der Länder, Bebauungspläne und örtliche Satzungen. In vielen Gemeinden sind Einfriedungen bis etwa 1,2 bis 2 m genehmigungsfrei, manche Bebauungspläne schreiben aber Material oder Höhe vor. Vor dem Bau beim Bauamt nachfragen und mit dem Nachbarn sprechen – das spart Ärger. Für lebende Zäune und Hecken gilt: Radikale Rückschnitte sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz nur vom 1. Oktober bis 28. Februar erlaubt.

Kosten

Kastanienstaketen gibt es ab etwa 10 bis 20 Euro je laufendem Meter, Haselflechtelemente liegen je nach Größe und Dichte bei 40 bis 100 Euro je Element. Dazu kommen Pfosten und Befestigung. Lebende Weidenzäune sind am günstigsten, wenn man die Ruten im Winter bei einem Weidenschnitt bekommt.

Häufige Fragen

Muss man einen Naturzaun streichen?

Nein. Kastanie, Hasel und Weide werden unbehandelt verwendet. Lasuren halten auf den unregelmäßigen Oberflächen schlecht und verhindern das natürliche Vergrauen, das den Charme ausmacht.

Welcher Naturzaun hält am längsten?

Kastanie, weil das Holz von Natur aus viel Gerbsäure enthält. Hasel und Weide sind nach etwa einem Jahrzehnt am Ende, halten aber mit Bodenabstand spürbar länger.

Wie mache ich ein Gartentor dazu?

Ein Tor aus demselben Material wirkt am stimmigsten. Für einen Fußweg sind 100 bis 120 cm Breite üblich. Anleitungen gibt es unter Ein Gartentor selber bauen und Staketenzaun-Tor einbauen.

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