Ein Gartentor selber bauen

Inhalt9 Abschnitte
Ein einfaches Gartentor aus Holz ist ein gutes Einsteigerprojekt: ein Rahmen, eine Strebe, einige Latten und zwei Beschläge. Schwierig ist nur eines – dass der Flügel nach einem Jahr nicht durchhängt und über den Boden schleift. Das verhindert allein die richtig eingebaute Diagonalstrebe.
Maße und Planung
Ein Gartentor für einen Fußweg ist meist 90 bis 120 cm breit und so hoch wie der angrenzende Zaun, oft 80 bis 120 cm. Messen Sie den lichten Abstand zwischen den Pfosten und ziehen Sie für die Luft an beiden Seiten je etwa 1 bis 1,5 cm ab, auf der Schlossseite etwas mehr, je nach Riegel. Unten bleibt ein Abstand von 5 bis 8 cm zum Boden, damit das Tor auch bei Laub und Schnee aufgeht.
Planen Sie die Laufrichtung: Tore öffnen sich meist nach innen, auf das eigene Grundstück. Nach außen auf einen Gehweg aufschlagende Tore sind vielerorts unzulässig.
Das Holz
| Lärche | Harzreich, witterungsbeständig ohne Holzschutz, vergraut silbrig. Die übliche Wahl für draußen. |
| Douglasie | Ähnlich haltbar wie Lärche, oft etwas günstiger. |
| Kiefer, kesseldruckimprägniert | Günstig und haltbar, leicht grünlich, für Anstriche gut geeignet. |
| Eiche | Sehr haltbar und schwer. Gerbsäure verfärbt ungeschützte Stahlbeschläge schwarz, daher Edelstahl verwenden. |
| Fichte, unbehandelt | Für draußen ungeeignet, fault ohne dauerhaften Anstrich rasch. |
Mehr zum Holz steht bei den Lärchenbrettern.
Material und Werkzeug
- 2 Riegel (Querhölzer) aus Kantholz, etwa 45 × 70 mm, in Torbreite
- 1 Diagonalstrebe aus demselben Kantholz
- Latten oder Staketen, etwa 20 × 70 mm, in Torhöhe
- 2 Ladenbänder oder Torbänder mit passenden Kloben
- 1 Torriegel oder Torschloss
- Edelstahl- oder verzinkte Schrauben
- Säge, Akkuschrauber, Schleifpapier, Wasserwaage, Schraubzwingen, Zollstock
Schutzbrille beim Sägen und Schleifen, Gehörschutz bei der Kreissäge und eine Staubmaske beim Schleifen sind keine Übertreibung.
Schritt für Schritt
- Zuschneiden. Latten auf Torhöhe, Riegel auf Torbreite abzüglich etwa 2 cm, damit sie nicht über die Latten hinausstehen. Die oberen Lattenenden lassen sich spitz oder rund zuschneiden, damit Regenwasser abläuft.
- Schleifen. Kanten brechen und Splitter entfernen, besonders am oberen Rand, wo Hände hingreifen.
- Behandeln. Wer lasieren oder lackieren will, macht es jetzt, bevor montiert wird. So sind auch die später verdeckten Flächen geschützt.
- Auslegen. Die Riegel parallel auf eine ebene Fläche legen, etwa 15 bis 20 cm vom oberen und unteren Ende. Die Latten darauflegen, mit gleichmäßigem Abstand. Ein Abstandsklotz hilft dabei.
- Verschrauben. Jede Latte mit zwei Schrauben je Riegel befestigen. Mit dem Winkel prüfen, dass das Tor rechtwinklig ist.
- Strebe einsetzen. Siehe nächster Abschnitt.
- Beschläge montieren. Bänder auf die Riegel an der Scharnierseite, den Riegel oder das Schloss auf der anderen.

Die Strebe – richtig herum
Die Diagonalstrebe läuft vom unteren Riegel an der Scharnierseite schräg nach oben zum oberen Riegel an der Schlossseite. So stützt sie die freie Seite des Tores ab und wird auf Druck belastet. Andersherum eingebaut hängt sie die Schlossseite nur an und verhindert das Durchhängen nicht – ein häufiger und ärgerlicher Fehler.
Die Strebe wird an beiden Enden schräg zugeschnitten, sodass sie satt zwischen den Riegeln sitzt. Dann wird sie von der Lattenseite aus mit jeder Latte verschraubt, die sie kreuzt. Aus Riegeln und Strebe ergibt sich die bekannte Z-Form.
Pfosten und Montage
Das Tor ist nur so gut wie seine Pfosten. Kanthölzer von 9 × 9 oder 12 × 12 cm in einem Pfostenträger oder H-Anker aus verzinktem Stahl, der einbetoniert wird, halten am längsten. Wie die Löcher gegraben werden, steht unter Den Gartenzaun errichten. Richten Sie die Pfosten mit der Pfostenwasserwaage aus.
- Kloben am Pfosten befestigen, im Abstand der Bänder am Tor.
- Tor unterlegen. Mit Holzklötzen auf die gewünschte Bodenfreiheit bringen.
- Einhängen und prüfen, ob das Tor frei schwingt und in jeder Stellung stehen bleibt. Pendelt es von allein auf oder zu, stehen die Kloben nicht genau übereinander.
- Gegenstück für den Riegel am Schlosspfosten montieren und einen Anschlag setzen, damit das Tor nicht durchschwingt.
Typische Fehler
- Strebe falsch herum. Der häufigste Fehler überhaupt; das Tor hängt nach wenigen Monaten.
- Zu wenig Luft zum Pfosten. Holz quillt bei Nässe, und ein knapp eingepasstes Tor klemmt im Herbst.
- Verzinkte Schrauben in Eiche. Die Gerbsäure greift sie an und hinterlässt schwarze Streifen.
- Pfosten nicht senkrecht. Ein schiefer Pfosten lässt das Tor von selbst auf- oder zuschwingen, egal wie sauber der Flügel gebaut ist.
- Hirnholz ungeschützt. Die oberen Lattenenden saugen Wasser; schräg oder rund zugeschnitten und gestrichen halten sie deutlich länger.
Pflege
Unbehandelte Lärche braucht keine Pflege, vergraut aber. Lasierte oder lackierte Tore bekommen alle zwei bis vier Jahre einen neuen Anstrich, bevor die alte Schicht abblättert. Einmal im Jahr die Schrauben nachziehen und die Bänder mit einem Tropfen Öl versorgen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Bau?
Für ein einfaches Lattentor mit vorhandenem Pfosten reicht oft ein Tag, mit Pfostensetzen, Anstrich und Trocknungszeiten sollten Sie mehrere Tage einplanen.
Brauche ich Hilfe?
Beim Bauen nicht, beim Einhängen ist eine zweite Person sehr hilfreich. Ein Tor aus Hartholz wiegt schnell mehr, als man mit einer Hand halten und gleichzeitig ausrichten kann.
Wie mache ich das Tor blickdicht?
Mit Brettern statt Latten oder einer zweiten Lage auf Lücke. Dann wird das Tor aber schwerer und fängt mehr Wind, die Beschläge müssen entsprechend kräftiger sein. Mehr dazu unter Das Gartentor blickdicht machen. Für ein größeres, massiveres Tor lohnt der Blick auf Ein Holztor selber bauen.



