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Heimwerker-Berater

Bokashi Eimer

Gartenvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Bokashi Eimer
Inhalt11 Abschnitte
  1. Wie Bokashi funktioniert
  2. Aufbau des Eimers
  3. Was Sie brauchen
  4. Was hinein darf
  5. Was nicht hinein gehört
  6. Schritt für Schritt
  7. Riecht es richtig?
  8. Das feste Bokashi verwenden
  9. Den Sickersaft nutzen
  10. Für wen sich Bokashi eignet
  11. Häufige Fragen

Ein Bokashi-Eimer macht aus Küchenabfällen in wenigen Wochen einen Bodenverbesserer – in der Küche, ohne Garten-Kompost und ohne Gestank. Die Abfälle verrotten dabei nicht, sie werden unter Luftabschluss fermentiert, ähnlich wie Sauerkraut. Das Ergebnis ist noch kein Kompost, sondern ein saures Zwischenprodukt, das im Boden zu Ende umgesetzt wird.

Wie Bokashi funktioniert

Der Begriff stammt aus dem Japanischen und bedeutet sinngemäß fermentiertes organisches Material. Die Abfälle werden im Eimer schichtweise mit Effektiven Mikroorganismen versetzt, einer Mischung aus Milchsäurebakterien, Hefen und anderen Mikroben. Unter Luftabschluss vergären sie die Reste. Dabei sinkt der pH-Wert stark, was Fäulnisbakterien unterdrückt. Nach etwa zwei Wochen Ruhe ist das Material durchfermentiert und kann in die Erde.

Aufbau des Eimers

Ein Bokashi-Eimer hat einen dicht schließenden Deckel, einen Siebeinsatz über dem Boden und einen Zapfhahn unten. Das Sieb trennt die festen Reste vom Sickersaft, der sich darunter sammelt. Der Hahn lässt den Saft ab, ohne dass der Deckel geöffnet werden muss. Ein Stampfer drückt die Abfälle zusammen und presst Luft heraus.

Was Sie brauchen

Zwei EimerEiner wird befüllt, während der andere ruht. Mit nur einem Eimer entsteht eine Zwangspause.
MikroorganismenAls Bokashi-Kleie zum Streuen oder als Flüssigkeit zum Sprühen.
StampferLiegt oft bei, sonst tut es ein Kartoffelstampfer.
GrößeÜbliche Eimer fassen 10 bis 20 Liter. Für einen Zwei-Personen-Haushalt reichen zwei Eimer mit je etwa 15 Litern.

Was hinein darf

  • Obst- und Gemüsereste, auch Zitrusschalen in kleinen Mengen.
  • Kaffeesatz, Teebeutel ohne Kunststoffanteil.
  • Brot, Nudeln, Reis, auch gekochte Reste.
  • Eierschalen, zerkleinert.
  • Kleine Mengen Fleisch, Fisch und Käse vertragen viele Eimer, sie sind aber eine häufige Quelle für schlechten Geruch.

Was nicht hinein gehört

Flüssigkeiten wie Suppen, Milch oder Öl, verschimmelte Lebensmittel, große Knochen, Papier, Asche, Kunststoff und Tierkot. Auch Grünschnitt aus dem Garten ist im Eimer fehl am Platz, er gehört auf den Kompost. Vorsicht auch bei großen Mengen auf einmal: Wer nach einem Fest einen halben Eimer Salatreste auf einen Schlag einfüllt, ohne ausreichend Kleie dazwischen, bekommt eine nasse, schlecht fermentierte Masse. Lieber in Schichten von wenigen Zentimetern arbeiten und jede Schicht gleichmäßig impfen.

Schritt für Schritt

  1. Abfälle zerkleinern. Stücke von wenigen Zentimetern fermentieren gleichmäßiger.
  2. Schicht einfüllen, gut andrücken, mit Kleie bestreuen oder mit der Flüssigkeit besprühen.
  3. Deckel sofort schließen. Jeder Luftkontakt stört die Fermentation.
  4. Alle zwei bis drei Tage den Sickersaft abzapfen. Bleibt er im Eimer, fault es von unten.
  5. Ist der Eimer voll, eine letzte Schicht Kleie darauf, Deckel zu und den Eimer etwa zwei Wochen an einem nicht zu kalten Ort ruhen lassen. Den Saft weiter ablassen.
  6. Zweiten Eimer befüllen, während der erste ruht.

Riecht es richtig?

Gelungenes Bokashi riecht säuerlich, nach Essig, Sauerkraut oder eingelegtem Gemüse. Ein weißer Belag auf der Oberfläche ist ein gutes Zeichen, das sind Hefen. Riecht es faulig oder zeigen sich grüner oder schwarzer Schimmel, ist Luft eingedrungen oder der Saft wurde nicht abgelassen. Dann gehört der Inhalt auf den normalen Kompost oder in die Biotonne.

Das feste Bokashi verwenden

Das fermentierte Material ist sehr sauer und sollte nicht direkt an Pflanzenwurzeln kommen. Graben Sie es in einem Beet 15 bis 20 cm tief ein und decken Sie es mit Erde ab. Nach etwa zwei Wochen hat das Bodenleben es umgesetzt, dann kann gepflanzt oder gesät werden. Alternativ geben Sie es auf den Kompost, wo es die Rotte beschleunigt. Im Hochbeet lässt es sich in die unteren Schichten einarbeiten. Hintergründe zum klassischen Kompost stehen unter Kompost selber bauen.

Den Sickersaft nutzen

Der Saft ist ein nährstoffreicher Flüssigdünger, aber unverdünnt zu sauer. Verdünnen Sie ihn etwa 1:50, also 10 ml auf einen halben Liter Wasser, und gießen Sie damit Zimmer- und Gartenpflanzen. Der Saft hält sich nicht lange, am besten verwenden Sie ihn innerhalb eines Tages.

Für wen sich Bokashi eignet

Bokashi passt für Wohnungen mit Balkon oder kleinem Garten, in denen kein Platz für einen Komposthaufen ist. Er ist auch eine Alternative, wenn die Biotonne fehlt oder im Sommer übel riecht. Wer gar keine Erde hat, in die das fertige Material kann, braucht einen Abnehmer, etwa einen Gemeinschaftsgarten. Für große Mengen Gartenabfälle ist ein Thermokomposter die bessere Lösung.

Häufige Fragen

Was kostet ein Bokashi-Eimer?

Einzelne Eimer gibt es ab etwa 20 Euro, Sets mit zwei Eimern und einem Kilo Kleie kosten 40 bis 80 Euro. Nachschub an Kleie oder Flüssigkeit kostet einige Euro je Monat.

Stinkt der Eimer in der Küche?

Bei geschlossenem Deckel nicht. Beim Öffnen riecht es kurz säuerlich. Fauliger Geruch zeigt einen Fehler an.

Was mache ich im Winter mit dem fertigen Bokashi?

Ist der Boden gefroren, geben Sie das Material in einen verschlossenen Behälter mit etwas Erde oder auf den Kompost. Dort setzt es sich langsam um und ist im Frühjahr beetfertig.

Wie reinige ich den Eimer?

Nach dem Leeren mit warmem Wasser ausspülen, ohne scharfe Reiniger. Ein Rest der Mikroorganismen im Eimer schadet nicht, er hilft der nächsten Füllung.

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