Kompostierer
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Kompostierer ist der Sammelbegriff für alles, was aus Garten- und Küchenabfällen Erde macht: vom offenen Lattenkasten über den geschlossenen Thermokomposter bis zur Wurmkiste auf dem Balkon. Die richtige Wahl hängt weniger vom Gerät ab als von der Frage, was Sie hineinwerfen – viel Rasenschnitt, viel Laub, vor allem Küchenabfälle oder alles gemischt.
Was Kompostierung braucht
Jede Kompostierung beruht auf denselben Voraussetzungen: Mikroorganismen, Pilze und Kleinlebewesen zersetzen organisches Material, wenn sie Sauerstoff, Feuchtigkeit und eine ausgewogene Mischung aus stickstoffreichem und kohlenstoffreichem Futter bekommen. Die Bauarten unterscheiden sich nur darin, wie sie diese Bedingungen herstellen – und wie viel Arbeit sie Ihnen dabei abnehmen.
Nebenbei ist Kompostierung die kleinste Form von Abfallwirtschaft: Was im Garten verrottet, muss nicht abgeholt, transportiert und in einer Anlage verarbeitet werden, und die fertige Erde ersetzt gekaufte Säcke.
Die Bauarten im Vergleich
| Bauart | Dauer bis reif | Geeignet für |
| Offener Lattenkomposter | 9–12 Monate | gemischte Gartenabfälle, größere Gärten |
| Drahtsilo aus Metall | 12–24 Monate | Laub, Grobmaterial |
| Thermokomposter | 6–9 Monate | kleinere Gärten, Küchenabfälle |
| Trommelkomposter | 2–6 Monate | kleine Mengen, schnelles Ergebnis |
| Wurmkiste | 3–6 Monate | Küchenabfälle, Balkon, Keller |
| Bokashi-Eimer | 2 Wochen Fermentation plus Nachrotte | Küchenabfälle, Wohnung |
Die Zeiten sind grobe Richtwerte. Wetter, Mischung und Zerkleinerung machen oft mehr aus als die Bauart.
Offene Komposter
Der klassische Kasten aus Latten, Brettern oder Kunststoffplatten, ohne Boden und meist ohne Deckel. Er ist luftig, hat Bodenkontakt und lässt Würmer einwandern. Mit zwei oder drei Kammern nebeneinander ist er das Arbeitspferd jedes größeren Gartens. Er verzeiht auch Fehler: Wird der Haufen zu nass, trocknet er an der Luft wieder ab, wird er zu trocken, befeuchtet ihn der nächste Regen. Der Nachteil ist der Platzbedarf, denn unter einem Quadratmeter Grundfläche funktioniert er schlecht, und er sieht nicht in jedem Vorgarten gut aus. Einzelheiten stehen unter Holzkomposter und Komposter aus Metall.
Geschlossene Thermokomposter
Kunststoffbehälter mit Deckel und Entnahmeklappe. Sie halten Wärme und Feuchtigkeit, sehen ordentlich aus und sind nachbarfreundlich. Dafür bekommen sie weniger Luft und kippen bei zu viel Rasenschnitt leicht ins Faulen. Mehr unter Komposter aus Kunststoff und Thermokomposter.
Trommelkomposter
Eine geschlossene Trommel auf einem Gestell, die alle paar Tage gedreht wird. Das Material wird dabei gemischt und belüftet, der Kompost ist schneller fertig als in jedem anderen Behälter. Der Nachteil: Das Volumen ist klein, meist 100 bis 250 Liter, und eine volle Trommel ist schwer zu drehen. Außerdem hat sie keinen Bodenkontakt, Würmer kommen also nicht hinein.
Wurmkiste
Ein geschlossener Kasten mit mehreren Etagen, in dem Kompostwürmer Küchenabfälle fressen und zu Wurmhumus verarbeiten. Sie funktioniert auch in der Wohnung, auf dem Balkon oder im Keller, weil sie bei richtiger Führung nicht riecht. Voraussetzung sind Temperaturen zwischen etwa 15 und 25 Grad und eine gleichmäßige Fütterung. Zitrusschalen, Zwiebeln und Gekochtes mögen die Würmer nicht.
Bokashi
Beim Bokashi werden Küchenabfälle in einem luftdichten Eimer mit Milchsäurebakterien fermentiert statt kompostiert. Nach etwa zwei Wochen ist ein saures, eingelegtes Material entstanden, das anschließend im Boden oder im Kompost nachrotten muss. Bokashi ist keine fertige Erde, sondern eine Vorstufe. Der Vorteil: Es nimmt auch gekochte Reste auf, die im normalen Kompost Ratten anlocken würden.
Elektrische Küchenkompostierer
Geräte für die Arbeitsplatte trocknen und zerkleinern Küchenabfälle in wenigen Stunden zu einem krümeligen Pulver. Das ist kein Kompost, sondern getrocknetes, zerkleinertes Material, das erst im Boden oder im Gartenkompost weiter verrottet. Die Geräte sind teuer, brauchen Strom und ersetzen den Kompost nicht. Für Wohnungen ohne Garten und ohne Biotonne können sie trotzdem eine Lösung sein.
Welcher Kompostierer passt zu Ihnen
Bevor Sie kaufen, lohnt ein ehrlicher Blick auf die Abfälle eines Jahres. Ein Garten mit 200 m² Rasen liefert im Sommer jede Woche mehrere Grasfangkörbe voll Schnitt, im Herbst kommen Laub und Staudenreste dazu. Ein Stadtbalkon liefert dagegen vor allem Gemüseschalen und Kaffeesatz. Beides mit demselben Gerät zu verarbeiten, funktioniert selten.
- Großer Garten mit Rasen, Hecke und Beeten: zwei bis drei offene Kammern plus ein Laubsilo.
- Reihenhausgarten: ein oder zwei Thermokomposter.
- Wenig Platz, vor allem Küchenabfälle: Trommelkomposter oder Wurmkiste.
- Wohnung ohne Garten: Wurmkiste oder Bokashi, sofern die Nachrotte irgendwo möglich ist.
Wer viel Grobmaterial hat, spart mit einem Gartenhäcksler Zeit, denn zerkleinerte Zweige verrotten ein Vielfaches schneller. Wie Sie einen Kompost anlegen und befüllen, erklärt Kompost selber bauen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Kompostierer?
Einfache offene Komposter und Drahtsilos gibt es ab 15 bis 30 Euro, Thermokomposter ab etwa 40 Euro, Trommelkomposter und Wurmkisten meist 80 bis 250 Euro. Elektrische Küchenkompostierer kosten mehrere hundert Euro.
Braucht man trotzdem eine Biotonne?
Oft ja. Gekochte Speisereste, Fleisch, große Mengen Laub oder kranke Pflanzen gehören nicht in jeden Kompost. Vielerorts ist die Biotonne ohnehin Pflicht; manche Gemeinden gewähren aber eine Befreiung bei Eigenkompostierung.
Wie oft muss ich den Kompost umsetzen?
Beim offenen Haufen ein- bis zweimal im Jahr, beim Thermokomposter reicht gelegentliches Lockern, die Trommel drehen Sie alle zwei bis drei Tage.

