Tomatendünger
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Tomaten sind Starkzehrer: Sie brauchen über Monate viele Nährstoffe, um die schweren Früchte auszubilden. Ein Tomatendünger ist darauf abgestimmt – mit mehr Kalium als Stickstoff, dazu Magnesium und Spurenelemente. Wer mit einem stickstofflastigen Rasen- oder Universaldünger arbeitet, bekommt prächtige Blätter und wenige, wässrige Früchte.
Was Tomaten brauchen
| Stickstoff (N) | für Blatt und Trieb; zu viel macht die Pflanze weich und anfällig für Krankheiten |
| Phosphor (P) | für Wurzeln und Blüten; in den meisten Gartenböden ausreichend vorhanden |
| Kalium (K) | für Fruchtbildung, Geschmack und Festigkeit; der wichtigste Nährstoff ab der Blüte |
| Magnesium (Mg) | Baustein des Blattgrüns; Mangel zeigt sich als Gelbfärbung zwischen den Blattadern |
| Calcium (Ca) | für die Zellwände der Früchte; Mangel führt zur Blütenendfäule |
Auf der Packung stehen die Hauptnährstoffe als NPK-Angabe, etwa 4-3-6. Typische Tomatendünger haben deutlich mehr K als N.
Vor dem Pflanzen: die Grundversorgung
Bevor die Tomaten ins Beet kommen, arbeiten Sie reifen Kompost ein, etwa 3 bis 5 Liter je Quadratmeter, dazu eine Handvoll Hornspäne. Das deckt den Bedarf der ersten Wochen. Im Kübel übernimmt das eine vorgedüngte Tomatenerde, deren Vorrat meist für vier bis sechs Wochen reicht.
Frischer Mist gehört nicht direkt an die Wurzeln. Er ist zu scharf und bringt zu viel Stickstoff.
Ab der Blüte: nachdüngen
Die eigentliche Düngung beginnt, wenn sich die ersten Früchte ansetzen. Dann steigt der Bedarf stark an, besonders an Kalium. Von da an wird regelmäßig nachgedüngt, bis etwa Ende August. Später gebildete Früchte reifen ohnehin kaum noch aus.
Flüssig, fest oder als Depot
Flüssigdünger wird ins Gießwasser gemischt und wirkt schnell. Er ist ideal für Kübel und Balkonkästen, weil dort wenig Erde Nährstoffe speichert. Üblich ist eine Gabe alle ein bis zwei Wochen, bei großen Pflanzen in Töpfen auch öfter in schwächerer Konzentration. Maßgeblich ist die Dosierung auf der Packung.
Fester Dünger als Granulat wird um die Pflanze gestreut und leicht eingearbeitet. Er wirkt über einige Wochen und eignet sich für das Beet.
Depot- oder Langzeitdünger gibt seine Nährstoffe über mehrere Monate ab. Eine Gabe beim Pflanzen kann für die ganze Saison reichen. Der Nachteil: Man kann die Versorgung nicht mehr steuern, wenn die Pflanze im Hochsommer mehr braucht.
Organisch oder mineralisch
Organische Dünger bestehen aus Hornspänen, Knochenmehl, Vinasse, Pflanzenresten oder Mist. Bodenorganismen müssen sie erst aufschließen, deshalb wirken sie langsamer und schonender, und das Risiko der Überdüngung ist geringer. Sie verbessern nebenbei die Bodenstruktur. Ein Beispiel für einen organischen Universaldünger ist Oscorna Animalin.
Mineralische Dünger sind sofort verfügbar und genau dosierbar. Sie tragen aber nichts zum Bodenleben bei, und bei Überdosierung verbrennen sie die Wurzeln.
Für den Hausgarten ist ein organischer oder organisch-mineralischer Tomatendünger meist die ausgewogenste Wahl.
Selbst gemacht: Jauchen
Beinwelljauche ist reich an Kalium und passt gut zu Tomaten. Brennnesseljauche liefert vor allem Stickstoff und eignet sich eher in der Wachstumsphase vor der Blüte. Für beide gilt: frische Pflanzen in einem Eimer mit Wasser ansetzen, etwa zwei Wochen gären lassen, täglich umrühren. Verdünnt im Verhältnis 1 : 10 gießen, nie unverdünnt und nicht über die Blätter.
Blütenendfäule ist selten ein Düngerproblem
Braune, eingesunkene Flecken an der Unterseite der Frucht nennt man Blütenendfäule. Ursache ist Calciummangel in der Frucht – aber meist nicht im Boden. Die Pflanze kann Calcium nur mit dem Wasserstrom transportieren, und wenn unregelmäßig gegossen wird, kommt es in den Früchten nicht an. Die Abhilfe ist also gleichmäßiges Gießen, nicht mehr Dünger. Ein Tropfschlauch hilft dabei, besonders im Gewächshaus und bei Kübelpflanzen.
Anzeichen für Mangel und Überschuss
- Hellgrüne, gelbliche untere Blätter: Stickstoffmangel.
- Gelbe Flächen zwischen grünen Blattadern: Magnesiummangel. Hilft: Bittersalz, gelöst im Gießwasser.
- Braune Blattränder, unregelmäßig reifende Früchte: Kaliummangel.
- Üppiges, dunkles Laub, wenige Blüten: zu viel Stickstoff.
- Weiße Krusten auf der Erde im Kübel, welke Pflanze trotz feuchter Erde: Salzschaden durch Überdüngung. Kräftig durchspülen und die Düngung aussetzen.
Typische Fehler
- Düngen auf trockene Erde. Erst gießen, dann düngen, sonst verbrennen die Wurzeln.
- Universaldünger mit viel Stickstoff. Viel Grün, wenig Frucht.
- Zu früh zu viel. Junge Pflanzen brauchen wenig; der Bedarf kommt mit den Früchten.
- Bis in den Herbst düngen. Nach Ende August nimmt die Pflanze kaum noch auf.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich Tomaten düngen?
Im Kübel mit Flüssigdünger alle ein bis zwei Wochen ab Fruchtansatz, im Beet mit festem Dünger alle vier bis sechs Wochen. Die Packungsangabe hat Vorrang.
Kann ich Kaffeesatz als Tomatendünger nehmen?
Als kleine Beigabe ja, er enthält etwas Stickstoff und Kalium. Als alleinige Düngung reicht er nicht.
Hilft Urgesteinsmehl?
Es liefert Spurenelemente und verbessert die Bodenstruktur, ersetzt aber keinen Dünger. Mehr unter Urgesteinsmehl.



