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Heimwerker-Berater

Teichbelüfter

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Teichen im Sommer der Sauerstoff ausgeht
  2. Wann ein Belüfter sinnvoll ist
  3. Wie ein Belüfter aufgebaut ist
  4. Die Pumpengröße
  5. Was der Betrieb kostet
  6. Aufstellen und anschließen
  7. Im Winter: Ausströmer hoch
  8. Belüfter, Filter, Pflanzen – wer macht was
  9. Häufige Fragen

Ein Teichbelüfter pumpt Luft über einen Schlauch zu einem Ausströmer am Teichgrund. Die aufsteigenden Blasen bringen Sauerstoff ins Wasser und wälzen es um. Für einen Fischteich im Hochsommer ist er oft der Unterschied zwischen ruhigem Wasser und toten Fischen am Morgen – für einen naturnahen Pflanzenteich ohne Fische ist er meist überflüssig.

Warum Teichen im Sommer der Sauerstoff ausgeht

Wasser kann umso weniger Sauerstoff lösen, je wärmer es ist. Bei 10 °C sind es rund 11 mg je Liter, bei 20 °C etwa 9 mg, bei 30 °C nur noch gut 7 mg. Gleichzeitig steigt mit der Temperatur der Bedarf: Fische atmen schneller, Bakterien zersetzen mehr Schlamm und Laub.

Dazu kommt der Tag-Nacht-Wechsel. Tagsüber produzieren Wasserpflanzen und Algen Sauerstoff, nachts verbrauchen sie ihn. Der Tiefpunkt liegt daher in den frühen Morgenstunden. Wenn Fische dann an der Oberfläche nach Luft schnappen, ist das ein Alarmzeichen.

Wann ein Belüfter sinnvoll ist

Fischbesatz. Je mehr Fische, desto wichtiger. Bei Goldfischen in geringer Dichte reicht oft ein gut bepflanzter Teich mit Filter. Koi brauchen viel Sauerstoff und werden praktisch immer mit Belüftung gehalten.

Kleine und flache Teiche. Sie erwärmen sich schnell und haben wenig Puffer.

Viel Laub und Schlamm. Der Abbau organischer Stoffe verbraucht Sauerstoff. Ohne ihn entsteht Faulschlamm mit Schwefelwasserstoff.

Hitzewellen und Gewitterschwüle. Wer keinen Dauerbelüfter will, kann einen Belüfter für heiße Wochen bereithalten.

Wie ein Belüfter aufgebaut ist

Luftpumpemeist eine Membranpumpe, steht trocken und geschützt am Ufer, niemals im Wasser
Luftschlauchführt vom Ufer zum Ausströmer; möglichst kurz halten, jeder Meter kostet Druck
AusströmerStein, Stab, Ring oder Teller aus porösem Material; zerteilt die Luft in feine Blasen
Rückschlagventilverhindert, dass bei Stromausfall Wasser in die Pumpe läuft

Je feiner die Blasen, desto größer die Oberfläche und desto mehr Sauerstoff geht ins Wasser über. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Umwälzung: Die Blasensäule zieht Wasser vom Grund nach oben, wo es an der Oberfläche Sauerstoff aufnimmt.

Die Pumpengröße

Die Leistung wird in Litern Luft pro Minute angegeben. Hersteller nennen dazu die geeignete Teichgröße, und die ist meist knapp kalkuliert. Für Fischteiche wählen Sie besser eine Nummer größer.

Wichtig ist die Wassertiefe. Je tiefer der Ausströmer liegt, desto höher der Gegendruck, desto weniger Luft kommt an. Eine Pumpe, die an der Oberfläche 60 Liter pro Minute schafft, bringt in 1,5 m Tiefe spürbar weniger. Seriöse Datenblätter geben die Leistung in Abhängigkeit von der Tiefe an.

Was der Betrieb kostet

Kleine Belüfter für Teiche bis wenige Kubikmeter nehmen 3 bis 10 W auf, Anlagen für größere Fischteiche 20 bis 60 W. Ein Belüfter mit 20 W, der das ganze Jahr durchläuft, verbraucht rund 175 kWh. Bei 30 bis 35 Cent je Kilowattstunde sind das etwa 50 bis 60 Euro im Jahr. Wer nur von Mai bis September belüftet, halbiert die Kosten ungefähr.

Solarbetriebene Belüfter gibt es auch. Sie haben einen Haken: Sie laufen am Tag, wenn die Pflanzen ohnehin Sauerstoff liefern, und stehen nachts, wenn er fehlt. Modelle mit Akku mildern das. Mehr dazu unter Solarpumpe.

Aufstellen und anschließen

  1. Pumpe erhöht und trocken aufstellen, am besten über dem Wasserspiegel. Steht sie tiefer, braucht sie zwingend ein Rückschlagventil.
  2. Schlauch knickfrei verlegen, am Ufer durch einen Stein oder eine Pflanzung verdecken.
  3. Ausströmer mit Gewicht am Grund fixieren, nicht direkt in den Schlamm legen, sonst wirbelt er ihn auf.
  4. Strom über eine Außensteckdose mit FI-Schutzschalter (RCD) anschließen. Das gilt für alle elektrischen Geräte am Teich.

Im Winter: Ausströmer hoch

Im Winter bildet sich am Teichgrund eine Schicht mit etwa 4 °C – das wärmste Wasser im Teich, in dem Fische die Kältestarre überstehen. Ein Belüfter am Grund würde diese Schicht mit dem kalten Oberflächenwasser vermischen. Der Teich kühlt bis zum Grund aus.

Hängen Sie den Ausströmer deshalb im Herbst auf 20 bis 30 cm unter die Oberfläche. Dort hält er ein kleines Loch im Eis offen, durch das Faulgase entweichen können, ohne die Temperaturschichtung zu stören. Alternativ nutzen Sie eine Teichheizung als Eisfreihalter.

Belüfter, Filter, Pflanzen – wer macht was

Ein Belüfter ersetzt keinen Filter. Der Teichfilter hält Schwebstoffe zurück und beherbergt Bakterien, die giftiges Ammonium über Nitrit zu Nitrat umbauen. Diese Bakterien brauchen ihrerseits Sauerstoff, deshalb arbeitet ein Filter mit Belüftung besser.

Unterwasserpflanzen wie Hornkraut oder Tausendblatt sind der natürliche Sauerstofflieferant, aber nur bei Licht. Ein Springbrunnen oder Bachlauf bringt ebenfalls Sauerstoff ein, allerdings vor allem an der Oberfläche; tiefe Zonen erreicht er kaum.

Häufige Fragen

Soll der Belüfter Tag und Nacht laufen?

Bei Fischbesatz im Sommer ja, vor allem nachts. Tagsüber kann er bei Bedarf pausieren.

Wie laut ist ein Teichbelüfter?

Membranpumpen summen leise und sind auf wenigen Metern kaum zu hören. Ein gedämmter Kasten oder eine Aufstellung auf weichem Untergrund hilft, wenn der Belüfter an der Terrasse steht.

Muss ich den Ausströmer reinigen?

Ja. Die Poren setzen sich mit Kalk und Algen zu, die Blasen werden gröber und die Leistung sinkt. Ausströmersteine sind Verschleißteile und kosten wenig; Membranen der Pumpe halten meist ein bis zwei Jahre.

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