Doppelgrabegabel

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Die Doppelgrabegabel, auch Grelinette oder Broadfork genannt, ist eine breite Gabel mit zwei Stielen. Man tritt sie in den Boden und zieht die Stiele zu sich, dabei bricht die Erde auf, ohne gewendet zu werden. Sie lockert bis 30 oder 40 cm tief und schont dabei Rücken und Bodenleben – deshalb ist sie bei Gemüsegärtnern so beliebt.
Aufbau und Maße
| Breite | meist 40 bis 70 cm |
| Zinken | 4 bis 7 Stück, 25 bis 40 cm lang, aus gehärtetem Stahl |
| Stiele | zwei, meist aus Holz oder Stahlrohr, etwa 1 bis 1,3 m lang |
| Gewicht | etwa 4 bis 7 kg |
| Preis | grob 60 bis 250 Euro, je nach Ausführung |
Das Gewicht ist kein Nachteil: Es hilft beim Eindringen in den Boden. Wer die Gabel aber öfter anheben und versetzen muss, merkt jedes Kilo.
Wie sie arbeitet
Die Gabel wird senkrecht auf den Boden gestellt, dann steigen Sie auf den Querbalken und drücken die Zinken mit dem Körpergewicht in die Erde. Danach ziehen Sie die Stiele nach hinten. Die Zinken hebeln den Boden hoch, er bricht in Schollen auf. Die Gabel wird wieder herausgezogen und etwa 15 bis 20 cm weiter hinten erneut eingesetzt. Sie arbeiten rückwärts, sodass Sie nie auf die gelockerte Fläche treten.
Der Rücken bleibt die ganze Zeit gerade. Die Arbeit machen Beine und Körpergewicht, nicht die Lendenwirbel wie beim Umgraben.
Vorteile und Grenzen
Dafür
| Dagegen
|
Leichte oder schwere Ausführung
Leichte Modelle mit dünneren Zinken und etwa 25 bis 30 cm Arbeitstiefe eignen sich für lockere, sandige oder bereits gut bearbeitete Böden. Sie lassen sich leichter handhaben, verbiegen aber auf schwerem Lehm.
Schwere Modelle mit massiven Zinken reichen bis etwa 40 cm tief und sind für schwere, verdichtete oder erstmals bearbeitete Böden gemacht. Wer eine Rasenfläche in ein Gemüsebeet verwandeln will, braucht diese Ausführung.
Als Faustregel für die Zinkenlänge: 25 cm für schnelle Lockerung, 30 cm für normale Gemüsebeete, 35 bis 40 cm für Wurzelgemüse und stark verdichtete Böden.
Worauf Sie beim Kauf achten
Befestigung der Zinken. Durchgehend verschweißte oder in den Querbalken eingesteckte und verschraubte Zinken halten; nur punktuell angeschweißte Zinken brechen bei Belastung gern ab. Fragen Sie im Zweifel nach Ersatzteilen.
Fußposition. Manche Gabeln haben den Trittbalken mittig, andere bieten zusätzlich seitliche Trittflächen. Seitliche Tritte erlauben es, das Gewicht gleichmäßig zu verteilen und mit beiden Füßen einzutreten.
Griffe und Stiellänge. Die Stiele sollten etwa bis zur Brust reichen. Zu kurze Stiele zwingen zum Bücken, zu lange erschweren das Hebeln. Querstreben oder Bügelgriffe oben erlauben unterschiedliche Handstellungen.
Stiele aus Holz oder Stahl. Holz ist angenehmer in der Hand und dämpft, Stahlrohr ist unverwüstlich, aber kalt und schwerer.

Die richtige Technik
- Bei feuchtem, nicht nassem Boden arbeiten. Nasser Boden verschmiert, trockener lässt die Zinken nicht eindringen.
- Gabel senkrecht ansetzen, beide Füße auf den Querbalken und gleichmäßig eintreten, notfalls mit leichtem Wippen.
- Stiele langsam nach hinten ziehen, bis die Erde aufbricht. Nicht ruckartig, sonst verbiegen die Zinken.
- Leicht zurück und herausziehen, dann 15 bis 20 cm weiter hinten erneut ansetzen.
- Schollen liegen lassen oder mit einem Rechen oder Krümmer oberflächlich zerkleinern und Kompost einarbeiten.
Bei den Handstellungen gibt es zwei bewährte Varianten: die Hände oben an den Stielenden, wie beim Lenker eines Fahrrads, oder zuerst oben und nach etwa zwei Dritteln des Wegs weiter unten umgreifen, um mehr Hebel zu bekommen.
Wann Sie die Doppelgrabegabel nutzen
Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, vor der Aussaat, oder der Herbst nach der Ernte. Beete, die regelmäßig gemulcht und nicht betreten werden, brauchen oft nur einmal im Jahr eine Lockerung. Sie eignet sich auch hervorragend, um Kompost oder Gründüngung tief einzuarbeiten, ohne den Boden umzudrehen.
Andere Geräte zum Lockern stellt der Beitrag Den Boden auflockern vor, darunter die Gartenkralle und die Wiedehopfhacke.
Pflege und Lagerung
Nach der Arbeit Erdreste von den Zinken abkratzen und die Gabel trocken lagern. Holzstiele einmal im Jahr mit Leinöl einreiben, damit sie nicht austrocknen und splittern. Verbogene Zinken lassen sich bei kleinen Abweichungen vorsichtig zurückbiegen; stark verbogene oder angerissene Zinken sollten ersetzt werden, sofern der Hersteller Ersatzteile anbietet. Stellen Sie die Gabel nie mit den Zinken nach oben ab – wer im Dunkeln darauf tritt, bekommt den Stiel ins Gesicht.
Häufige Fragen
Wie viel Fläche schafft man?
Das hängt vom Boden ab. Auf einem schon öfter bearbeiteten Gemüsebeet geht es zügig voran, bei einer erstmals umgewandelten Rasenfläche deutlich langsamer. Planen Sie bei schwerem Boden mehrere kürzere Einheiten statt eines langen Tages.
Verbiegen die Zinken?
Bei guter Qualität und richtiger Technik kaum. Die meisten Schäden entstehen, wenn man mit Gewalt gegen Steine oder Wurzeln hebelt. Dann lieber zurücksetzen und neu ansetzen.
Eignet sich die Doppelgrabegabel für Rasen?
Zum Lüften eines verdichteten Rasens ja, wenn man sie nur einsticht und leicht wippt, ohne die Grasnarbe aufzubrechen.
Kann ich eine Doppelgrabegabel selbst bauen?
Mit Schweißgerät und Stahlrundmaterial ist das möglich. Die Zinken müssen aus gehärtetem Stahl sein, sonst verbiegen sie im ersten schweren Boden.

