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Rollrasen verlegen – Anleitung und weitere nützliche Hinweise

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Rollrasen verlegen – Anleitung und weitere nützliche Hinweise
Inhalt10 Abschnitte
  1. Vor- und Nachteile gegenüber Saat
  2. Die richtige Menge
  3. Die passende Sorte
  4. Schritt 1: Alten Rasen und Unkraut entfernen
  5. Schritt 2: Boden vorbereiten
  6. Schritt 3: Liefertermin und Verlegen
  7. Schritt 4: Walzen und Wässern
  8. Schritt 5: Die ersten Wochen
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Rollrasen ist fertig vorgezogener Rasen, der in Bahnen geliefert und wie ein Teppich ausgelegt wird. Nach zwei bis drei Wochen ist er angewachsen und belastbar. Die Arbeit liegt nicht beim Auslegen, sondern bei der Vorbereitung des Bodens – und beim Wässern danach. Wer dort spart, sieht nach einem Monat braune Fugen.

Vor- und Nachteile gegenüber Saat

Dafür
  • sofort grün, nach 2–3 Wochen begehbar
  • kaum Unkraut in den ersten Jahren
  • Verlegung fast das ganze Jahr möglich
  • kein Vogelfraß, kein Ausschwemmen der Saat
Dagegen
  • ein Vielfaches teurer als Saatgut
  • schwere Bahnen, viel Handarbeit am Liefertag
  • muss sofort verlegt werden
  • hoher Wasserbedarf in den ersten Wochen

Zum Vergleich: Saatgut für 100 m² kostet meist unter 50 Euro, Rollrasen für dieselbe Fläche inklusive Lieferung schnell mehrere hundert Euro.

Die richtige Menge

Eine Rolle entspricht meist genau 1 m², üblich sind Bahnen von 2,5 m × 40 cm oder 2 m × 50 cm. Messen Sie die Fläche aus und rechnen Sie etwa 5 % Verschnitt dazu, bei vielen Kurven und Beeten eher 10 %. Für 50 m² Rasenfläche also rund 53 Rollen.

Jede Rolle wiegt je nach Feuchtigkeit etwa 15 bis 20 kg. Eine Palette mit 50 m² bringt damit fast eine Tonne auf die Einfahrt. Am Liefertag sind zwei Personen und eine Schubkarre Gold wert.

Die passende Sorte

Die meisten Anbieter führen mehrere Mischungen: Gebrauchs- oder Spielrasen für Familiengärten, Zierrasen für repräsentative Flächen, Schattenrasen für Plätze unter Bäumen und Trockenrasen für sonnige, sandige Lagen. Für die meisten Gärten ist der Spielrasen die richtige Wahl.

Hier soll Rollrasen verlegt werden
Hier soll Rollrasen verlegt werden

Schritt 1: Alten Rasen und Unkraut entfernen

Alter Rasen, Wurzelunkraut und Steine müssen weg. Den alten Rasen schält man mit einem Sodenschneider ab oder fräst ihn zweimal im Abstand einiger Wochen um. Einfach draufgelegt, wächst der alte Rasen durch den neuen und bildet Buckel. Mehr zum Gerät bei der Rasenfräse.

Schritt 2: Boden vorbereiten

  1. Lockern. 15 bis 20 cm tief umgraben oder fräsen. Verdichtungen aus der Bauphase gründlich aufbrechen.
  2. Verbessern. Schwere Lehmböden mit Sand und Kompost durchlässiger machen, sehr sandige Böden mit Kompost oder Rasenerde anreichern.
  3. Planieren. Mit dem Rechen oder einer Richtlatte eben ziehen. Die Oberfläche soll etwa 2 bis 3 cm unter angrenzenden Wegen und Kanten liegen, denn so dick ist die Rasenbahn.
  4. Walzen. Einmal mit der Rasenwalze verdichten. Fußspuren dürfen danach nur noch wenige Millimeter tief sein. Entstandene Senken auffüllen.
  5. Starterdünger einrechen, damit die Wurzeln schnell in den Boden wachsen.

Schritt 3: Liefertermin und Verlegen

Rollrasen muss am Tag der Lieferung verlegt werden. Aufgerollt erwärmt er sich, und das Gras vergilbt schon nach einem Tag. Den Boden vor dem Auslegen leicht anfeuchten.

  1. An einer geraden Kante beginnen, etwa an einem Weg oder einer Terrasse.
  2. Bahnen Stoß an Stoß legen, ohne Überlappung und ohne Lücken. Die Kanten fest aneinanderdrücken.
  3. Im Verband verlegen, wie bei einer Mauer: Die Querstöße der nächsten Reihe versetzt zur vorherigen.
  4. Auf Brettern arbeiten, nicht direkt auf den frisch gelegten Bahnen oder dem vorbereiteten Boden stehen.
  5. Zuschneiden mit einem scharfen Messer oder einem alten Brotmesser an Beeten, Bäumen und Kanten. Kleine Reststücke gehören nicht an den Rand, sondern in die Mitte, wo sie von allen Seiten gestützt werden.

Schritt 4: Walzen und Wässern

Nach dem Verlegen die gesamte Fläche walzen, damit die Bahnen vollflächig Bodenkontakt haben. Direkt danach kräftig wässern: 15 bis 20 Liter je Quadratmeter, sodass Bahn und Boden darunter durchfeuchtet sind. Heben Sie an einer Ecke eine Bahn an – der Boden darunter muss nass sein.

Nach dem Verlegen muss der Rasen bewässert werden
Nach dem Verlegen muss der Rasen bewässert werden

Schritt 5: Die ersten Wochen

In den ersten zwei Wochen täglich wässern, bei Hitze auch zweimal, bis die Wurzeln in den Boden gewachsen sind. Den Test macht man mit einem leichten Zug an einer Ecke: Lässt sich die Bahn nicht mehr anheben, ist sie angewachsen. Danach auf normale Bewässerung umstellen, siehe Rasenpflege.

Der erste Schnitt folgt nach etwa 10 bis 14 Tagen, wenn der Rasen 6 bis 8 cm hoch ist, auf etwa 4 bis 5 cm. Die Fläche in dieser Zeit möglichst wenig betreten.

Typische Fehler

  • Boden nicht eben. Jede Senke bleibt als Mulde sichtbar.
  • Rollen über Nacht liegen gelassen. Der Rasen vergilbt und wächst schlecht an.
  • Fugen offen. Durch Lücken trocknen die Kanten aus, die Fugen bleiben braun.
  • Zu wenig gegossen. Der häufigste Grund, warum Rollrasen in den ersten Wochen eingeht.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Verlegen?

Von März bis Oktober, solange der Boden nicht gefroren ist. Frühjahr und Herbst sind ideal, im Hochsommer ist der Wasserbedarf enorm.

Kann ich Rollrasen auf alten Rasen legen?

Nein. Der alte Rasen muss vorher entfernt werden, sonst verfilzt er mit dem neuen und bildet Unebenheiten.

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