Ein Baumhaus bauen - Bauanleitung und Tipps

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Ein Baumhaus ist das Traumprojekt vieler Kinder und eine ernsthafte Bauaufgabe für Erwachsene. Es trägt Menschen in einigen Metern Höhe, hängt an einem lebenden, wachsenden Baum und muss Wind und Wetter aushalten. Die wichtigsten Entscheidungen fallen vor dem ersten Brett: welcher Baum, welche Höhe, welche Befestigung.
Den richtigen Baum finden
Geeignet sind gesunde, ausgewachsene Laubbäume mit tiefen Wurzeln und festem Holz: Eiche, Buche, Ahorn, Linde, Esskastanie oder ein großer, stabiler Obstbaum. Der Stamm sollte mindestens 20 cm Durchmesser haben, für eine Plattform, die mehrere Kinder trägt, deutlich mehr.
Weniger geeignet sind Pappeln, Weiden und Birken mit weichem oder brüchigem Holz sowie flach wurzelnde Fichten, die bei Sturm umkippen können. Finger weg von Bäumen mit Pilzbefall, toten Ästen, Rissen oder Höhlen im Stamm. Im Zweifel lassen Sie den Baum von einem Baumpfleger begutachten – das ist billiger als ein Unfall.

Was rechtlich zu klären ist
Ein kleines Baumhaus im eigenen Garten ist in den meisten Bundesländern genehmigungsfrei. Grenzen setzen die Landesbauordnungen, etwa über den Rauminhalt; in Bayern sind Gebäude ohne Aufenthaltsraum bis 75 m³ verfahrensfrei. Genehmigungsfrei heißt aber nicht regelfrei: Abstandsflächen zum Nachbarn und ein Bebauungsplan gelten trotzdem.
Viele Städte haben außerdem eine Baumschutzsatzung. Sie schützt Bäume ab einem bestimmten Stammumfang, und schon das Bohren in den Stamm kann dann genehmigungspflichtig sein. Eine kurze Nachfrage bei der Gemeinde klärt das.
Die Bauweise wählen
| Bauweise | Belastung für den Baum | Geeignet für |
| Auf Stelzen neben oder um den Baum | sehr gering | junge oder empfindliche Bäume, Einsteiger |
| Teils am Baum, teils auf Stützen | gering | die meisten Gartenbäume |
| Ganz im Baum auf Tragbalken | höher | große, alte, gesunde Bäume |
Für den ersten Bau ist die gemischte Bauweise am sichersten: Die Plattform liegt auf der einen Seite auf einem am Baum befestigten Balken und auf der anderen Seite auf zwei Stützen mit Fundament.
Baumschonend befestigen
Weniger ist mehr: Wenige große Befestigungspunkte schaden dem Baum weniger als viele Nägel. Jede Verletzung der Rinde ist eine Eintrittspforte für Pilze.
- Verwenden Sie wenige, kräftige Schrauben oder Gewindestangen aus verzinktem Stahl, keine Nägel.
- Setzen Sie Befestigungen nicht übereinander in eine Linie, das schwächt den Stamm.
- Lassen Sie Platz zum Wachsen. Zwischen Stamm und Plattform 5 bis 8 cm Abstand halten, Bohlen nie um den Stamm herum festklemmen.
- Bäume bewegen sich im Wind. Verbindungen, die zwei Stämme oder Äste starr miteinander koppeln, reißen irgendwann. Auf einer Seite gleitende Auflager verwenden.
- Keine Seile, Drähte oder Ketten um Stamm oder Äste binden – sie schnüren beim Wachsen ein.
Material
Für das Grundgerüst eignen sich Kanthölzer und Bohlen aus Lärche oder Douglasie, beide ohne Holzschutz lange haltbar. Druckimprägniertes Holz ist ebenfalls möglich; für Flächen, die Kinder berühren, ist unbehandeltes, gehobeltes Holz angenehmer. Die Bohlen des Tragwerks sollten nicht zu lang frei tragen – bei Spannweiten über etwa 2 m brauchen sie eine Zwischenstütze.
Dazu kommen verzinkte oder Edelstahl-Schrauben, Winkelverbinder, Dielen für den Boden, Latten oder Bretter für die Wände und Dachmaterial wie Bitumenschindeln oder Dachpappe.
Der Bauablauf
- Plattform planen. Größe und Höhe festlegen. Für Kinder genügt eine Plattform von etwa 2 × 2 m in 1,5 bis 2,5 m Höhe.
- Tragbalken setzen. Waagerecht ausrichten, am Baum befestigen, auf der Gegenseite Stützen auf Punktfundamenten setzen.
- Rahmen bauen. Einen Rahmen aus Kanthölzern auf die Tragbalken legen und verschrauben.
- Streben einbauen. Schräge Streben im Winkel von etwa 45 Grad zwischen Stützen und Rahmen verhindern, dass die Plattform seitlich kippt.
- Boden verlegen. Dielen mit etwa 5 mm Fuge, damit Regenwasser abläuft.
- Einstiegsluke aussparen und mit einer Klappe versehen, die sich nicht von allein schließen kann.
- Wände und Geländer aufbauen.
- Dach aufsetzen mit ausreichendem Gefälle und Überstand.
Geländer und Fallschutz
Kinder fallen nicht aus Unvorsichtigkeit, sondern weil sie spielen. Ab etwa 1 m Fallhöhe gehört ein Geländer oder eine Brüstung um die Plattform. Senkrechte Stäbe sind besser als waagerechte Latten, die zum Hochklettern einladen. Die Abstände zwischen den Stäben sollten so eng sein, dass kein Kopf hindurchpasst und stecken bleiben kann.
Unter und um das Baumhaus gehört ein weicher Untergrund: Rasen reicht bei niedrigen Plattformen, bei größeren Höhen ist eine 20 bis 30 cm dicke Schicht aus Rindenmulch, Sand oder Holzhäcksel besser. Die Leiter wird oben und unten fest verankert.
Dach und Pflege
Ein Dach schützt das Holz und macht das Baumhaus auch bei Nieselregen nutzbar. Es braucht Gefälle und Überstand, damit Regen von den Wänden fernbleibt. Lärche und Douglasie müssen nicht gestrichen werden, vergrauen aber. Wer streicht, verwendet für Kinderspielzeug geeignete Lasuren.
Kontrollieren Sie das Baumhaus jedes Frühjahr: lockere Schrauben, morsche Bretter, eingewachsene Befestigungen, tote Äste über dem Dach. Ein Baum verändert sich, und das Baumhaus muss mitgehen.
Häufige Fragen
Aus welchem Material baut man ein Baumhaus?
Aus heimischem, witterungsbeständigem Holz wie Lärche oder Douglasie, verbunden mit verzinkten oder Edelstahlschrauben. Tropenholz ist nicht nötig.
Darf ich an jedem Baum bauen?
Nur an gesunden, ausreichend starken Bäumen und nur, wenn keine Baumschutzsatzung entgegensteht. An Bäumen auf der Grundstücksgrenze oder beim Nachbarn braucht es dessen Zustimmung.
Was kostet ein Baumhaus?
Ein einfaches Plattformhaus in Eigenbau kostet einige hundert Euro Material. Mit Wänden, Dach, Leiter und Rutsche sind schnell über 1000 Euro erreicht. Wer lieber am Boden baut, findet eine Anleitung unter Ein Spielhäuschen bauen.



