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Heimwerker-Berater

Katalytofen

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Katalytofen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie ein Katalytofen funktioniert
  2. Wofür er sich eignet
  3. Was im Raum bleibt
  4. Verbrauch und Leistung
  5. Sicherheitsausstattung
  6. Aufstellen und Betreiben
  7. Katalytofen mit Kaminanschluss
  8. Alternativen
  9. Häufige Fragen

Ein Katalytofen verbrennt Flüssiggas ohne sichtbare Flamme an einer Katalysatorplatte und gibt die Wärme als milde Strahlung ab. Er braucht keinen Strom und keinen Schornstein, deshalb ist er beliebt für Werkstatt, Gartenhaus und Wintergarten. Genau das ist aber auch sein Haken: Alle Verbrennungsgase bleiben im Raum. Wer ihn betreibt, muss lüften – regelmäßig und ohne Ausnahme.

Wie ein Katalytofen funktioniert

Das Gas strömt aus der Flasche durch einen Druckminderer in den Ofen und dort gleichmäßig in eine Matte aus Glasfaser oder Keramik, die mit einem Katalysator beschichtet ist, meist mit Platin. An dieser Oberfläche reagiert das Gas mit dem Sauerstoff der Raumluft schon bei niedrigen Temperaturen. Es entsteht keine Flamme, sondern eine gleichmäßig warme Fläche von einigen hundert Grad.

Zum Starten wird die Platte mit einer Zündvorrichtung kurz vorgewärmt, danach hält sich die Reaktion selbst. Die Wärme verteilt sich überwiegend als Strahlung: Was vor dem Ofen steht, wird warm, die Luft im Raum folgt langsamer.

In den 1970er-Jahren waren Katalytöfen, damals oft mit Benzin oder Spiritus betrieben, weit verbreitet. Heute laufen praktisch alle Geräte mit Propan oder Butan aus der Flasche.

Wofür er sich eignet

  • Werkstatt, Garage, Gartenhaus. Räume, die nur gelegentlich und für ein paar Stunden warm sein sollen.
  • Wintergarten und Veranda in der Übergangszeit.
  • Baustellen und Rohbauten, sofern sie gut belüftet sind.
  • Notheizung bei einem Ausfall der Hauptheizung, mit den gleichen Einschränkungen.

Als Dauerheizung für Wohnräume, Schlafzimmer, Bad oder Kinderzimmer ist er ungeeignet.

Katalytofen ohne Kaminanschluss
Foto: jpr03 / Depositphotos.com

Was im Raum bleibt

Bei der Verbrennung von Propan entstehen Kohlendioxid und Wasserdampf. Aus einem Kilogramm Propan werden rund 1,6 Liter Wasser, die als Dampf in die Raumluft gehen. Über einen Heiztag kommen so mehrere Liter zusammen. In einer ungedämmten Garage schlägt sich das an Blech, Werkzeug und Fensterscheiben nieder, im Gartenhaus kann es zu Schimmel führen.

Dazu verbraucht der Ofen Sauerstoff. In einem kleinen, dichten Raum sinkt der Sauerstoffanteil, gleichzeitig steigt der CO₂-Gehalt. Die Folgen sind Kopfschmerz und Müdigkeit – und bei mangelhafter Verbrennung Kohlenmonoxid, das man weder sieht noch riecht.

Verbrauch und Leistung

Handelsübliche Katalytöfen haben eine Heizleistung von etwa 2 bis 4 kW, häufig in zwei oder drei Stufen. Auf der höchsten Stufe verbrauchen sie ungefähr 0,2 bis 0,3 kg Gas pro Stunde. Eine 11-kg-Flasche reicht damit je nach Stufe für etwa 35 bis 60 Betriebsstunden.

Günstig ist das nicht. Wärme aus der Gasflasche ist deutlich teurer als Wärme aus einer Zentralheizung. Für gelegentliche Stunden in der Werkstatt spielt das keine große Rolle, als Dauerlösung schon.

Sicherheitsausstattung

Ein aktuelles Gerät muss mehrere Sicherungen haben. Achten Sie beim Kauf darauf:

  1. Zündsicherung. Sie sperrt die Gaszufuhr, wenn die Reaktion ausgeht.
  2. Sauerstoffmangelsicherung. Sie schaltet den Ofen ab, bevor der Sauerstoffanteil im Raum gefährlich sinkt.
  3. Kippschutz. Er unterbricht die Gaszufuhr, wenn der Ofen umfällt.
  4. CE-Kennzeichnung nach den Vorgaben für Gasgeräte.
  5. Geprüfter Druckminderer und Schlauch, passend für den Betrieb in Innenräumen.

Gebrauchte Geräte aus den 1970ern gehören ins Museum, nicht in die Werkstatt.

Aufstellen und Betreiben

  • Nie im Schlafzimmer, im Bad oder in Räumen unter Erdgleiche. Flüssiggas ist schwerer als Luft und sammelt sich bei einem Leck am Boden, in Kellern kann es nicht abfließen.
  • Lüften. Ein Fenster gekippt lassen oder stündlich quer lüften. Der Hersteller nennt Mindestraumgrößen – meist mehrere Dutzend Kubikmeter.
  • Abstand zu brennbaren Dingen einhalten, besonders vor der Strahlfläche.
  • Flasche mit dem Ventil nach oben, nie liegend. Ersatzflaschen nicht im selben Raum lagern.
  • Dichtheit prüfen. Nach jedem Flaschenwechsel die Verbindungen mit Lecksuchspray oder Seifenwasser prüfen, nie mit Feuer.
  • Einen CO-Melder im Raum aufhängen. Er kostet 20 bis 40 Euro und ist die einfachste Versicherung.

Katalytofen mit Kaminanschluss

Es gibt Gasöfen, deren Abgase über ein Rohr nach außen geführt werden. Sie lösen das Feuchte- und Sauerstoffproblem, sind aber eine Feuerstätte im Sinne des Baurechts: Einbau und Abgasführung gehören in Fachhand, der Schornsteinfeger muss abnehmen. Für Wohnräume ohne Schornstein sind sie eher eine Alternative als ein offener Katalytofen – ob sie sich lohnen, zeigt der Beitrag zum Gaskamin ohne Schornstein.

Alternativen

Elektrische Heizlüfter und Infrarotheizungen erzeugen weder Abgase noch Feuchtigkeit. Wo eine Steckdose mit ausreichender Absicherung vorhanden ist, sind sie in kleinen Räumen die sicherere Wahl. Einen Vergleich bietet der Beitrag Heizen mit Infrarot.

Gasheizstrahler mit sichtbarer Flamme arbeiten ähnlich, sind aber meist für draußen oder für große, luftige Hallen gedacht; mehr dazu unter Gasheizstrahler. Für das Zelt gibt es eigene Lösungen, beschrieben unter Zeltheizung.

Häufige Fragen

Was kostet ein Katalytofen?

Einfache Geräte mit Sicherungen gibt es ab etwa 80 Euro, fahrbare Modelle mit Flaschenfach und drei Heizstufen kosten 100 bis 250 Euro. Dazu kommen Flasche, Druckminderer und Schlauch, falls nicht im Lieferumfang.

Riecht ein Katalytofen?

Beim Zünden und Abschalten kurz etwas nach Gas, im Betrieb kaum. Riecht es dauerhaft nach Gas, sofort Flasche zudrehen, lüften, keine Schalter betätigen und die Verbindungen prüfen.

Darf ich ihn im Wohnwagen verwenden?

Nur Geräte, die ausdrücklich dafür zugelassen sind. Für Wohnwagen und Wohnmobile gibt es eigene, fest eingebaute Heizungen mit Abgasführung nach außen. Ein offener Katalytofen in einem so kleinen Raum ist lebensgefährlich.

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