Wie man die Sägeketten einer Kettensäge schärft

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Eine scharfe Kette zieht sich selbst ins Holz und wirft grobe Späne aus. Eine stumpfe erzeugt feines Mehl, raucht und muss mit Kraft gedrückt werden. Mit Rundfeile und Feilenführung schärfen Sie eine Kette in 15 bis 20 Minuten selbst – wenn die Feile passt und die Winkel stimmen. Wie das geht, zeigt diese Anleitung.
Woran Sie eine stumpfe Kette erkennen
- Statt Späne kommt feines Sägemehl.
- Sie müssen die Säge ins Holz drücken.
- Die Säge zieht schief und läuft aus dem Schnitt.
- Der Schnitt raucht, obwohl genug Kettenöl ankommt.
Nach jedem Kontakt mit Erde oder Stein ist die Kette sofort stumpf. Ein kurzer Nachschliff nach jeder Tankfüllung hält sie dauerhaft scharf.
Die richtige Feile
Der Feilendurchmesser richtet sich nach der Kettenteilung. Sie steht in der Bedienungsanleitung und auf der Verpackung der Kette, bei manchen Herstellern auch als Kennziffer auf den Kettengliedern.
| Kettenteilung | Rundfeile |
| 1/4 Zoll | 4,0 mm |
| 3/8 Zoll Picco (Low Profile) | 4,0 mm |
| .325 Zoll | 4,8 mm |
| 3/8 Zoll | 5,2 mm |
| .404 Zoll | 5,5 mm |
Maßgeblich ist immer die Angabe des Kettenherstellers; bei einzelnen Kettentypen weicht sie ab. Eine zu dünne Feile schleift eine Hakenform, eine zu dicke eine abgerundete Schneide – beides schneidet schlechter und verschleißt schneller.
Vorbereiten
- Motor aus, Zündkerzenstecker ab oder Akku heraus. Die Kette darf auf keinen Fall anlaufen.
- Säge fixieren. Die Schiene in einen Schraubstock mit Schutzbacken spannen oder einen Feilkloben in einen Baumstumpf schlagen.
- Kette spannen, damit sie beim Feilen nicht wackelt, und die Kettenbremse lösen, damit sie sich von Hand weiterziehen lässt.
- Handschuhe tragen. Die Schneiden sind scharf, auch wenn sie stumpf sind.
- Den kürzesten Zahn suchen. Nach ihm richten sich alle anderen.
Richtig feilen
Die Feile wird in einer Feilenführung geführt, einem Halter mit Winkelmarkierungen. Er sorgt dafür, dass etwa ein Fünftel des Feilendurchmessers über dem Zahndach steht, und zeigt den Winkel an.
- Feilwinkel: Die meisten Ketten werden mit 30° zur Schiene geschärft, manche mit 25° oder 35°. Die Angabe steht bei der Kette.
- Senkrecht zur Schiene: Die Feile wird waagerecht bzw. im rechten Winkel zur Schienenfläche geführt, sofern der Hersteller nichts anderes vorgibt.
- Nur nach vorn feilen. Beim Zurückziehen die Feile vom Zahn abheben.
- Gleichmäßig: An jedem Zahn gleich viele Striche mit gleichem Druck, meist zwei bis vier.
- Feile drehen: Zwischendurch etwas um die eigene Achse drehen, damit sie gleichmäßig abnutzt.
Feilen Sie zuerst alle Zähne einer Seite, dann drehen Sie die Säge oder wechseln die Position und feilen die andere Seite. Die Schneidzähne sind abwechselnd links und rechts gerichtet.
Die Ergebniskontrolle
Die Schneide soll ringsum blank und ohne Rundung sein. Alle Zähne müssen gleich lang sein; ungleich lange Zähne lassen die Säge schief schneiden. Mit einer Schieblehre oder Kontrolllehre lässt sich das prüfen. Ein Grat an der Schneide wird vorsichtig mit der Feile entfernt.
Den Tiefenbegrenzer anpassen
Vor jedem Schneidzahn sitzt eine kleine Nase, der Tiefenbegrenzer. Er bestimmt, wie tief der Zahn ins Holz greift. Weil der Zahn beim Schärfen kürzer und niedriger wird, muss der Tiefenbegrenzer nach mehreren Schärfgängen nachgefeilt werden.
- Feillehre aufsetzen, die zur Kette passt.
- Überstand mit einer Flachfeile abnehmen, bis der Begrenzer bündig mit der Lehre ist.
- Vorderkante leicht rund feilen, damit sie nicht hakt.
Der Abstand zwischen Zahndach und Tiefenbegrenzer beträgt je nach Kette meist etwa 0,5 bis 0,8 mm. Zu tief gefeilte Tiefenbegrenzer erhöhen die Rückschlaggefahr erheblich – die Säge reißt dann nach oben. Nie tiefer feilen als die Lehre erlaubt.
Typische Fehler
- Falsche Feilengröße. Führt zu Haken- oder Rundschneiden.
- Unterschiedlicher Druck links und rechts. Die Säge zieht zur Seite mit den längeren Zähnen.
- Tiefenbegrenzer vergessen. Die Kette ist scharf, schneidet aber kaum, weil der Zahn nicht greift.
- Schleifen bis auf die Markierung. Ist der Zahn bis zur Verschleißmarke abgeschliffen, gehört die Kette ersetzt.
Feile oder Schärfgerät
Mit der Feile schärfen Sie im Wald oder im Garten, direkt an der Säge. Ein elektrisches Schärfgerät arbeitet schneller und gleichmäßiger, verlangt aber das Abnehmen der Kette und etwas Übung, um nicht zu viel Material wegzunehmen. Einzelheiten finden Sie beim Sägeketten-Schleifgerät und beim Sägekettenschärfgerät.
Pflege zwischen dem Schärfen
Eine Kette, die ausreichend geschmiert wird, bleibt länger scharf. Prüfen Sie vor jedem Einsatz, ob Öl austritt, und nehmen Sie ein geeignetes Sägekettenöl. Auch die Schiene verschleißt: Grat an den Kanten abfeilen, die Schiene gelegentlich wenden. Beim Kauf einer Handkettensäge als Ergänzung für Äste gilt dasselbe Prinzip.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich schärfen?
Ein paar Feilstriche nach jeder Tankfüllung bzw. Akkuladung oder sobald Sägemehl statt Späne kommt.
Wie oft kann eine Kette geschärft werden?
Bis die Zähne auf die Verschleißmarke abgenutzt sind. Bei regelmäßigem Nachschärfen sind das viele Male.
Kann ich die Kette auf der Säge schärfen?
Ja, das ist der Normalfall beim Feilen. Nur für Schärfgeräte wird sie abgenommen.



