Bäume beschneiden – Diese Geräte erleichtern die Arbeit

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Beim Baumschnitt entscheidet das Werkzeug darüber, ob die Wunde glatt und schnell verheilt oder gequetscht und ausgefranst zum Einfallstor für Pilze wird. Die Regel ist einfach: je dicker der Ast, desto größer das Werkzeug – und jedes muss scharf sein. Wer mit einer stumpfen Gartenschere einen daumendicken Ast abkneift, schadet dem Baum mehr als der Schnitt nützt.
Welches Werkzeug für welche Astdicke
| Astdicke | Werkzeug |
| bis 2 cm | Gartenschere (Bypass) |
| 2 bis 4 cm | Astschere mit langen Griffen |
| ab 3 cm | Baumsäge, Klappsäge |
| hoch in der Krone | Teleskop-Astschere, Stangensäge, Hochentaster |
| starke Äste, Fällarbeiten | Kettensäge, nur mit Schutzausrüstung |
Bypass oder Amboss
Eine Bypass-Schere arbeitet wie eine normale Schere: zwei Klingen gleiten aneinander vorbei. Sie schneidet sauber und ist die richtige Wahl für lebendes, grünes Holz. Eine Amboss-Schere drückt eine Klinge gegen eine flache Auflage. Sie braucht weniger Kraft, quetscht aber das Gewebe auf einer Seite. Sie eignet sich für trockenes, totes Holz und zum Zerkleinern von Schnittgut. Für den eigentlichen Baumschnitt ist Bypass die bessere Wahl.
Die Astschere
Mit Griffen von 50 bis 80 cm Länge übersetzt eine Astschere die Handkraft so, dass auch Äste von 3 bis 4 cm glatt durchgehen. Modelle mit Übersetzungsgetriebe oder Ratsche brauchen noch weniger Kraft. Achten Sie auf leichte Griffe aus Aluminium oder Kunststoff, denn Sie halten die Schere oft mit ausgestreckten Armen über Kopf.
Die Baumsäge
Für alles, was dicker ist, gehört eine Säge her. Zugsägen nach japanischem Vorbild schneiden beim Ziehen, das Blatt kann deshalb dünn sein und hinterlässt eine glatte Schnittfläche. Klappsägen passen in die Tasche und sind auf der Leiter handlich. Bügelsägen sind schnell, kommen aber schlecht in enge Astgabeln. Hinweise zur Japansäge stehen unter Japansäge.
Schwere Äste sägen Sie in Stufen, damit die Rinde nicht einreißt: erst von unten ansägen, dann weiter außen von oben durchsägen, zuletzt den Stummel sauber am Astring abnehmen.
Arbeiten vom Boden aus
Teleskopgeräte sparen die Leiter und damit die häufigste Unfallquelle. Eine Teleskop-Astschere schneidet über einen Seilzug oder ein Gestänge in 3 bis 5 m Höhe. Eine Teleskopsäge mit Sägeblatt am Stangenende schafft auch dickere Äste. Akku-Hochentaster sind kleine Kettensägen an einem Teleskoprohr und kommen mit Ästen bis etwa 15 bis 20 cm zurecht. Für Obstbäume im Hausgarten reicht meist eine gute Teleskopschere.
Stehen Sie nie direkt unter dem Ast, den Sie schneiden. Fallende Äste drehen sich und schlagen überraschend weit aus.
Die Kettensäge
Für starke Äste und das Fällen ist die Kettensäge das richtige Werkzeug, aber auch das gefährlichste. Wer mit ihr arbeitet, braucht Schnittschutzhose, Schnittschutzstiefel, Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz und Handschuhe. Für die Arbeit im Wald verlangen die Forstbetriebe meist einen Motorsägenkurs, und auch für den Garten ist er sehr zu empfehlen. Mit der Kettensäge auf der Leiter zu arbeiten, ist tabu. Für kleinere Arbeiten gibt es handliche Akku-Astsägen, siehe Astkettensäge.
Akku oder Muskelkraft
Akku-Astscheren und kleine Akku-Sägen nehmen bei vielen Schnitten die Kraft aus dem Handgelenk. Sie lohnen sich, wenn Sie viele Bäume oder eine lange Hecke zu pflegen haben oder wenn Arthrose oder Sehnenprobleme die Handarbeit schwer machen. Für zwei, drei Obstbäume im Jahr ist gutes Handwerkzeug meist die bessere Wahl: leichter, leiser, ohne Ladegerät und ohne Akku, der nach einigen Jahren nachlässt. Wer schon Akkugeräte einer Marke besitzt, kann den vorhandenen Akku oft mitnutzen und spart so den teuersten Teil.
Die Leiter
Auf weichem Rasen und am Hang stehen Haushaltsleitern schlecht. Eine Obstbaumleiter mit einem spitz zulaufenden Holm und breiten Füßen steht sicherer und lässt sich nah an die Krone stellen. Steigen Sie nie auf die obersten Sprossen und lehnen Sie sich nicht seitlich hinaus.
Scharf halten und reinigen
Klingen von Scheren lassen sich mit einem Schleifstein oder einer Diamantfeile nachschärfen, dabei nur die abgeschrägte Seite bearbeiten. Harz und Saft entfernen Sie nach der Arbeit mit einem Lappen und etwas Öl oder Harzlöser. Desinfizieren Sie die Klingen, wenn Sie kranke Bäume geschnitten haben, etwa mit Spiritus oder 70-prozentigem Alkohol. So tragen Sie Krankheiten wie Obstbaumkrebs oder Feuerbrand nicht von Baum zu Baum.
Wundverschluss
Früher wurden Schnittwunden mit Baumteer oder Wachs luftdicht verschlossen. Heute weiß man, dass darunter oft Feuchtigkeit eingeschlossen wird und Fäulnis entsteht. Kleine Wunden lassen Sie offen, der Baum schottet sie selbst ab. Bei großen Schnittflächen kann ein Wundverschlussmittel am Rand die Überwallung unterstützen. Mehr zur Schnitttechnik steht unter Apfelbaum schneiden.
Häufige Fragen
Welche Grundausstattung brauche ich?
Für einen Garten mit ein paar Obstbäumen: eine gute Bypass-Gartenschere, eine Astschere, eine Klappsäge und eine Teleskop-Astschere. Das kostet zusammen etwa 100 bis 200 Euro und reicht für viele Jahre.
Wann darf ich Bäume schneiden?
Pflegeschnitte sind das ganze Jahr erlaubt. Starke Rückschnitte an Gehölzen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 1. März bis 30. September untersagt, Obstbäume im Hausgarten sind davon weitgehend ausgenommen. Brütende Vögel gehen immer vor.
Wann sollte ich einen Baumpfleger holen?
Bei großen Bäumen, Arbeiten über etwa 4 m Höhe, Ästen über Dächern, Leitungen oder Straßen und bei Fällungen. Hier fehlt Laien die Ausrüstung, und ein Fehler wird teuer.



