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Heimwerker-Berater

Elektrischer Grillanzünder

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die zwei Bauarten
  2. So gehen Sie vor
  3. Worauf es beim Kauf ankommt
  4. Die Vorteile gegenüber Anzündern
  5. Die Grenzen
  6. Sicherheit
  7. Pflege
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Ein elektrischer Grillanzünder bringt Holzkohle ohne Anzündwürfel, Brennspiritus oder Papier zum Glühen. Er arbeitet entweder mit einer glühenden Heizschlinge oder mit sehr heißer Luft. Der Vorteil ist nicht Tempo, sondern Sauberkeit: kein Paraffingeruch am Grillgut, kein Rauch vom Papier, keine Stichflamme.

Die zwei Bauarten

BauartFunktionLeistung
HeizschlingeGlühender Metallbügel liegt in der Kohleetwa 500–800 W
HeißluftGebläse mit Heizelement bläst gezielt auf die Kohlemeist rund 2000 W

Heizschlinge. Ein u-förmiger Heizstab mit Griff, der unter oder in die Kohle geschoben wird. Er wird rotglühend und entzündet die Kohle direkt an der Kontaktstelle. Nach einigen Minuten wird er herausgezogen, die Glut breitet sich dann von allein aus. Einfach, robust, günstig.

Heißluft. Ein Gerät ähnlich einem Heißluftföhn, das mehrere hundert Grad heiße Luft auf die Kohle bläst. Es zündet schneller und lässt sich auch in einem Anzündkamin einsetzen. Dafür zieht es deutlich mehr Strom, und es sprühen Funken.

So gehen Sie vor

  1. Kohle aufschichten. Einen kleinen Haufen in der Mitte des Grills, die Heizschlinge darunter oder mitten hinein.
  2. Einschalten. Heizschlinge etwa 8 bis 10 Minuten in der Kohle lassen, bis die Stücke rundherum rot glühen. Beim Heißluftgerät die Düse aus einigen Zentimetern Abstand auf die Kohle richten, bis sie glüht.
  3. Gerät entfernen und ablegen. Die Heizschlinge ist danach noch lange sehr heiß. Sie gehört auf eine feuerfeste Unterlage oder in eine eigene Halterung, nicht auf Rasen oder Holzterrasse.
  4. Durchglühen lassen. Die übrige Kohle fängt vom Kern aus Feuer. Grillbereit ist sie, wenn sie mit einer weißen Ascheschicht überzogen ist, meist nach insgesamt 20 bis 30 Minuten.

Briketts brauchen länger als Holzkohle, weil sie dichter sind. Hier lohnt sich die Kombination mit einem Anzündkamin: Heizschlinge unten hinein, Briketts oben drauf, der Kamineffekt erledigt den Rest.

Worauf es beim Kauf ankommt

  • Kabellänge. Standard ist etwa 1,5 m. Fast immer brauchen Sie eine Verlängerung – dann eine für den Außenbereich mit Gummimantel, vollständig abgerollt.
  • Griff und Hitzeschutz. Der Griff muss weit genug von der Glut entfernt sein und darf nicht warm werden.
  • Ablage oder Ständer. Ohne sichere Ablage wird die heiße Heizschlinge zum Brandrisiko.
  • Prüfzeichen. Elektrische Haushaltsgeräte müssen der Sicherheitsnorm DIN EN 60335 entsprechen. Das GS-Zeichen zeigt eine freiwillige unabhängige Prüfung.

Die Vorteile gegenüber Anzündern

Feste Anzünder auf Paraffinbasis und flüssige Grillanzünder hinterlassen Geruch, wenn zu früh gegrillt wird. Spiritus ist gefährlich: Flüssiger Brandbeschleuniger auf schon glimmender Kohle führt zu Stichflammen und schweren Verbrennungen. Elektrische Anzünder vermeiden beides. Sie verursachen außerdem keinen Abfall, und die Stromkosten liegen pro Grillabend bei wenigen Cent.

Die Grenzen

Ohne Steckdose geht es nicht. Auf dem Campingplatz ohne Strom, am See oder im Park bleibt der klassische Anzünder. Auch bei Regen ist Vorsicht nötig: Ein elektrisches Gerät gehört nicht in die Nässe, und die Steckverbindung einer Verlängerung schon gar nicht in eine Pfütze. Für den Holzkohlegrill mit Aktivbelüftung ist er dagegen ein fast idealer Partner, weil das Gebläse die Kohle nach dem Anzünden zusätzlich anfacht.

Sicherheit

  • Gerät nie unbeaufsichtigt laufen lassen und nach Gebrauch sofort ausstecken.
  • Heizschlinge nicht in Wasser tauchen, um sie abzukühlen – das kann das Heizelement zerstören und ist bei einem Stromgerät ohnehin tabu.
  • Kinder fernhalten, auch nach dem Ausschalten.
  • Nicht in Gasgrills oder für Kaminöfen verwenden, sofern der Hersteller es nicht ausdrücklich erlaubt.
  • Kabel von der Glut und vom heißen Grillrand fernhalten.

Pflege

Asche und Kohlereste nach dem Abkühlen mit einer trockenen Bürste entfernen. Bei Heißluftgeräten den Lufteinlass frei halten, sonst überhitzt der Motor. Kabel auf Brandstellen prüfen: Ein beschädigtes Kabel wird ersetzt, nicht getapet. Gelagert wird das Gerät trocken, nicht im Grillwagen unter der Abdeckung, wo sich Kondenswasser sammelt.

Typische Fehler

  • Zu viel Kohle auf einmal. Die Heizschlinge erreicht nur die Stücke in direkter Nähe. Erst einen kleinen Haufen zünden, dann nachlegen.
  • Zu früh herausgezogen. Glühen nur zwei, drei Stücke, geht die Glut wieder aus.
  • Heizschlinge im Grill liegen gelassen. Dauerhitze über 20 Minuten verkürzt ihre Lebensdauer deutlich.
  • Dünne Zimmerverlängerung. Sie ist für draußen nicht gemacht und bei 2000 W auch nicht immer ausreichend belastbar.

Häufige Fragen

Was kostet ein elektrischer Grillanzünder?

Geräte mit Heizschlinge gibt es ab etwa 15 bis 30 Euro, Heißluftanzünder liegen meist zwischen 40 und 100 Euro.

Wie schnell ist er?

Die Heizschlinge braucht rund 10 Minuten Kontaktzeit, bis zur fertigen Glut vergehen 20 bis 30 Minuten. Heißluftgeräte zünden schneller, die Durchglühzeit der Kohle bleibt ähnlich.

Funktioniert er auch mit Briketts?

Ja, aber langsamer. Am besten im Anzündkamin, wo die heiße Luft nach oben durch die Briketts zieht.

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